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Ailton (v.l.), Tim Wiese, Clemens Fritz und Frank Neubarth

Reißt die Rückrunde wieder alles raus?

Ex-Werder-Stars zwischen Zweifel und Zuversicht

Bremen - Eigentlich sollte bei Fußball-Freunden ja der August die Momente der Vorfreude und des Bauchkribbelns bringen. Weil dann die Bundesliga nach quälend langer Sommerpause wieder loslegt.

Aber für alle, die Werder Bremen zu ihrem Lieblingsverein erkoren haben, tickt die Uhr seit geraumer Zeit anders. Die Zeit zwischen August und Dezember ist eine Zeit der Depression und Frustration und muss irgendwie ertragen werden. Vorfreude kommt erst auf, wenn der Kalender Januar anzeigt. Dann blüht Werder auf. Jedenfalls war es in den vergangenen drei Jahren so. Schlimmen Hinrunden folgten starke Rückrunden. Und diese Serie muss anno 2018 fortgesetzt werden, sonst droht tatsächlich der Abstieg.

Platz vier, Platz acht, Platz sechs – wenn immer nur die Rückrunde gezählt hätte, dann wäre der SV Werder nie in den Verdacht geraten, ein Abstiegskandidat zu sein. In der zweiten Saisonhälfte drehten die Bremer jeweils dermaßen auf, dass die Angst durch Hoffnung auf bessere Zeiten ersetzt wurde. Bis der August kam und der Kreislauf aus Niederlagen, Trainerwechsel, Aufschwung und Klassenerhalt von Neuem begann. Zur Verdeutlichung: In den Spielzeiten 2014/15 bis 2016/17 sammelte Werder in der Addition der drei Hinrunden 48 Punkte. In der Addition der Rückrunden sind es aber 78 – also satte 30 mehr!

Eine Garantie, dass es in der aktuellen Saison wieder so läuft, gibt es freilich nicht, kann es nicht geben. Die DeichStube hat sich vor dem Rückrunden-Start mit dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) unter ehemaligen Werder-Stars umgehört, wie sie die Chancen auf die nächste grün-weiße Rettung einschätzen. Und so viel sei vorweggenommen: Nicht jeder ist vom Bremer Klassenerhalt total überzeugt:

Frank Neubarth

55, Werder-Stürmer von 1982 bis 1996, später Trainer bei Schalke 04

„Ich hoffe, dass es für Werder nicht wieder so eng wird und am Ende ein Mittelfeldplatz herausspringt. Ganz ehrlich: Die anderen Mannschaften, die unten drin stehen, sind personell auch nicht besser besetzt. Wenn die Bremer sich zusammenreißen, jeder Lust hat und die Spieler mit dem Trainer zufrieden sind, dann werden sie die nötigen Punkte holen.

Wer absteigt? Köln ist natürlich ein Kandidat, aber auch der VfB Stuttgart und der SC Freiburg. Der Hamburger SV bewirbt sich ja auch jedes Jahr um den Abstieg und irgendwann schaffen sie es auch mal. Ich habe nicht das Gefühl, dass es beim HSV ein Konzept gibt, das wirkt auf mich extrem planlos.“

Andreas Reinke

49, Werder-Torhüter von 2003 bis 2007, Double-Gewinner

„Für den Klassenerhalt muss bei Werder jetzt alles funktionieren. Ein Plus ist Jiri Pavlenka. Mit ihm hat die Mannschaft wieder einen stabilen Torwart, er ist die klare Nummer eins und ein starker Rückhalt.“

Ailton

44, Bremer Stürmer-Legende, Double-Sieger und Torschützenkönig 2004

„Die Bundesliga ist eine sehr harte Liga. Ich bin ja grundsätzlich immer optimistisch, aber Werder muss diesmal richtig gut aufpassen. Der Klassenerhalt wird sehr schwer. Ich sage: Es muss noch ein neuer Stürmer her. Fehlendes Geld ist da kein Argument.“

Thomas Eichin

51, Werder-Geschäftsführer und -Sportchef von 2013 bis 2016

„Wie immer wird Werder am Ende den Klassenerhalt schaffen, davon bin ich überzeugt. Die Mannschaft macht einen guten Eindruck und hat in Florian Kohfeldt einen guten Trainer, den ich kenne und schätze und der mit seinen Assistenten einen richtig guten Job macht. Viel kommt allerdings auf den Start in die Rückrunde an. Mit einem Sieg über Hoffenheim kann und muss sich das Team den Schwung für die Rückrunde holen.“

Tim Wiese

36, Werder-Keeper von 2005 bis 2012

„Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass es wieder sehr schwer für Werder wird. Die Mannschaft steht nicht zu unrecht da, wo sie steht. Ich habe das Gefühl, dass sie im Verein schon zufrieden sind, wenn sie nur nicht absteigen. Für mich ist Werder aber ein Verein, der nach oben gehört. Davon, dass die Mannschaft am Ende den Klassenerhalt schafft, gehe ich aus. Gerade zum Ende einer Saison rückt in Bremen ja immer die ganze Stadt zusammen.“

Clemens Fritz

37, Ehrenspielführer, von 2006 bis 2017 Werder-Profi

„Ich bin davon überzeugt, dass Werder die Klasse hält. Es wird sicher nicht einfach, das muss allen bewusst sein. Aber bei Werder schätzt jeder die schwierige Situation richtig ein, alle wissen, worauf es jetzt ankommt. Der SVW schafft das!“

Die Bremer Halbserien seit 2012

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