Karl-Heinz Riedle, Wynton Rufer, Ivan Klasnic und Frank Neubarth haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle stürmten einst äußerst erfolgreich für den SV Werder Bremen. Jetzt sprechen sie über ihre Nachfolger Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug.
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Karl-Heinz Riedle, Wynton Rufer, Ivan Klasnic und Frank Neubarth haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle stürmten einst äußerst erfolgreich für den SV Werder Bremen. Jetzt sprechen sie über ihre Nachfolger Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug.

Ex-Werder-Stürmer loben Sturm-Duo

Lob aus der Vergangenheit: Ex-Werder-Topstürmer sind begeistert von Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch

Bremen - Ein Schmunzeln begleitet seine treffliche Bemerkung, als er auf die Vergangenheit zu sprechen kommt und die Parallelen zur Gegenwart erwähnt. Karl-Heinz Riedle ist weiterhin der Lausbub, der er schon war, als er zunächst die Bundesliga und danach auch das internationale Geschäft aufmischte. „Ein gutes und glückliches Händchen“, sagt der frühere Torjäger des SV Werder Bremen, habe der Verein schon immer gehabt bei der Auswahl seiner Offensivspieler und der Zusammenstellung diverser Sturmduos.

Woran der nun in seiner Heimat im Allgäu lebende Ex-Profi und Besitzer eines noblen Hotels in Oberstaufen denkt, ist unschwer zu erraten. Karl-Heinz Riedle, inzwischen 56 Jahre alt, denkt: auch an sich selbst. An seine Geschichte an der Weser, an die Kooperation, die er als Nachfolger Rudi Völlers mit Frank Neubarth und Frank Ordenewitz gebildet und so zu Werder Bremens Gewinn des Meistertitels 1988 beigetragen hat.

In der großen Bremer Stürmer-Tradition, in der auch klangvolle Namen wie Klaus Allofs und Wynton Rufer, Ailton und Ivan Klasnic, Miroslav Klose und Claudio Pizarro stehen, sieht Riedle auch die Doppelspitze in Werder Bremens nicht ganz so glorreicher Gegenwart: die Kombination Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug, die nun die 2. Liga aufmischt. „Sie haben super eingeschlagen und tragen einen immensen Anteil am momentanen Erfolg, der in dieser Form doch ein wenig überrascht“, betont der der Champions-League-Sieger von 1997 mit Borussia Dortmund. Dass die beiden so glänzend harmonieren, hätten viele Experten nicht erwartet, sagt Riedle, der andeutet, dass auch er ein bisschen skeptisch gewesen sei.

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„Beide sind extrem wichtig, um Wiederaufsieg zu schaffen“: Werder Bremen-Ex Karl-Heinz Riedle über Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug

Nun indes stimmt er ein Loblied auf das allseits gepriesene Duo an: „Beide sind extrem wichtig, notwendig, um den Wiederaufstieg zu schaffen.“ Wenn Ducksch und Füllkrug in dieser Form weiterspielten, so seine Argumentation, sei das eine Grundlage für den möglichen Aufstieg schon in dieser Spielzeit. „Nach all den Rückschlägen hat sich Werder Bremen gefangen und trumpft toll auf“, meint Riedle: „Ich wünsche Werder den direkten Wiederaufstieg.“

Einer seiner Partner von einst stellt eine vergleichbare Argumentationslinie auf. „Das Duo ist sicherlich ein Trumpf im Aufstiegskampf“, stimmt Frank Neubarth seinem ehemaligen Mitspieler Riedle zu. Der „Lange“ hat Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug einige Male live sehen können, zuletzt beim 1:1 gegen Schalke 04 im Weserstadion. Er fasst seine Eindrücke so zusammen: „Sie harmonieren prächtig.“ Worauf es bei einem Duo im Angriff allgemein und immer ankommt, erläutert der 59-Jährige, der seit 2019 den Landesligisten FC Verden 04 trainiert: „Die Laufwege sind gut abgestimmt, die beiden stehen sich nicht auf den Füßen, teilen sich die Räume bestens auf. Jeder weiß, was der andere vorhat. Es ist eine gelungene Raumaufteilung mit Füllkrug ganz vorne drin und Ducksch oft als Passgeber.“

Werder Bremen-Ex-Stürmer Ivan Klasnic lobt Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug: „In dieser Kombi stimmt alles“

Diese Aufgabenteilung sieht auch Ivan Klasnic als gelungen an. Ducksch sieht er in einer Rolle, wie er sie früher im Werder-Trikot an der Seite Ailtons innehatte, Füllkrug als Mann in der direkten Spitze. „Ich habe das Gefühl, in dieser Kombination stimmt alles“, sagt der Stürmer aus der Double-Elf von 2004: „Wenn es im Angriff läuft, dann läuft es auch für die gesamte Mannschaft.“
Es ist eine treffende Beschreibung der derzeitigen Leistungsstärke Werders, wobei Klasnic neben der Topform der Stürmer diesen entscheidenden Grund anführt: „Mit Ole Werner hat Werder Bremen nun den richtigen Trainer.“ Einfach so weitermachen, lautet sein Ratschlag. „Nicht viel reden, einfach die Schnauze halten“, drückt er es so drastisch aus, wie es seine Art ist. „Werder hat es nun wieder in der eigenen Hand, doch bis zum Aufstieg ist es noch ein weiter Weg.“

Aus der Ferne verfolgt die Bremer Entwicklung noch ein Klasse-Stürmer von früher, Mitglied der Elf, die mit dem Gewinn des Europacups der Pokalsieger 1992 den größten Triumph in der Vereinsgeschichte verbuchte. Öfter mal klickt der Neuseeländer Wynton Rufer, wie er sagt, den Youtube-Kanal an, um sich über die Siegesserie Werder Bremens zu informieren. „Werder hat zum Glück einen Lauf“, freut sich der 59-Jährige, der vor allem die Bestform der hochgelobten Stürmer herausstellt: „Die beiden präsentieren sich toll. Dank ihrer Tore kann sich Werder nun wieder bessere Chancen ausrichten, den Aufstieg sofort zu schaffen.“

Alle schwärmen derzeit von den „zwei hässlichen Vögeln“, wie Niclas Füllkrug unlängst eine eigenwillige Beschreibung für das Gespann kreierte. Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten fünf Spielen gehen neun Tore und sieben Vorlagen auf das gemeinsame Konto der Werder-Angreifer. Spitze in der Liga, in der augenblicklich die Rivalen der anderen Aufstiegsanwärter nicht an diese Bilanz heranreichen können.

Ex-Stürmer-Stars des SV Werder Bremen einig: Das beste Sturmduo der 2. Liga kommt von der Weser

Ein Duo von vergleichbarer Durchschlagskraft gäbe es allenfalls in Darmstadt, wie Kalle Riedle festhält. Luca Pfeiffer und Philipp Tietz die mit jeweils zwölf Saisontreffern gelistet sind, so der Ex-Nationalspieler, „stehen auch für Qualität.“ Genauso sieht es Ivan Klasnic, der dem überraschenden Tabellenführer „ein Super-Tandem“ bescheinigt.

Und was die Qualitäten eines einzelnen Toremachers betrifft, denken die Oldtimer vor allem an diesen Mann: Guido Burgstaller vom FC St. Pauli, mit 15 Saisontoren auf Platz eins der Schützenliste. Alle haben ihn auf der Rechnung. Außerdem: Riedle ist angetan von Paderborns Sven Michel (14 Treffer), Klasnic von Schalkes Simon Terodde, dem Rekordtorschützen der 2. Liga aller Zeiten, der es nach einer Verletzungspause aktuell auf 13 Einschüsse bringt. Doch in einer Beziehung gibt es keine Diskussionen für die Werder-Größen von ehedem. Ohne Zweifel kommt das Nonplusultra in der 2. Liga von Werder Bremen: Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug – ein Pärchen der Extraklasse, Garant für Torerfolg. Oder anders: Treffsicherheit im Doppelpack. (hgk)

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