Fabio Chiarodia spielte im Testspiel von Werder Bremen gegen Hannover 96 nicht fehlerfrei, aber das erwartet sein Trainer auch noch nicht von ihm.
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Fabio Chiarodia spielte im Testspiel von Werder Bremen gegen Hannover 96 nicht fehlerfrei, aber das erwartet sein Trainer auch noch nicht von ihm.

Jung, mutig und schon erstaunlich abgeklärt

Fabio Chiarodia nimmt bei Werder Bremen die nächste Hürde und darf auch Fehler machen

Bremen - Wer Fabio Chiarodia bei der Arbeit beobachtet, der kann durchaus ins Staunen geraten. Wobei das Wörtchen „Arbeit“ bei einem jungen Mann seines Alters eigentlich noch unangebracht ist. Umso beeindruckender ist es, wie sich der 16-Jährige im Kreise der weitaus erfahreneren Profis des SV Werder Bremen bewegt.

Ob im Training oder im Testspiel, der gebürtige Oldenburger agiert schon ziemlich abgebrüht und selbstsicher – ohne dabei auch nur die geringste Spur von Arroganz oder Überheblichkeit auszustrahlen. Im Test des SV Werder Bremen gegen Hannover 96 gehörte Fabio Chiarodia nun sogar erstmals zur Startelf. Das muss zwar nicht viel heißen, taugt aber durchaus als kleiner Fingerzeig. Da ist jemand, der nachkommt. Der seine Chance erkennt. Und dafür vielleicht bald belohnt wird.

„Für sein Alter ist er sehr weit, sonst würde er auch nicht bei uns mittrainieren und sporadisch zu Einsätzen kommen“, lobt Ole Werner den jungen Defensivakteur, der bislang eine Zweitliga-Minute auf dem Konto hat. Ob schnell weitere folgen? Schwer zu sagen. Zwar drohen Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 13.30 Uhr) die coronabedingten Ausfälle von Marco Friedl und Milos Veljkovic, sollte bis dahin aber alles normal laufen, spricht aktuell vieles dafür, dass ersatzweise Anthony Jung und Lars Lukas Mai neben Ömer Toprak verteidigen werden.

Werder Bremen: Fabio Chiarodia patzt im Testspiel vor einem Gegentor, soll aber unbedingt mutig bleiben

Für Fabio Chiarodia wäre das alles andere als ein Rückschlag. Vielmehr ist er in der aktuellen Vorbereitung noch ein wenig näher herangerückt, hat das von Ole Werner bevorzugte Spielsystem noch weiter verinnerlichen können. Und dann werden auch Fehler verziehen – wie der vor dem zwischenzeitlichen 1:2 am Samstag gegen Hannover 96, als Chiarodia patzte und den Gegentreffer überhaupt erst ermöglichte. „Er macht das grundsätzlich gut“, meinte auch Werder Bremens Sportchef Frank Baumann, der als aktiver Spieler früher selbst in so mancher Abwehrkette stand. „Natürlich hat er auch den Fehlpass dabei gehabt, aber wir hatten insgesamt eine Phase im Spiel, wo auch Spieler, die schon älter sind, einen Fehlpass gespielt haben. Das passiert halt mal. Wichtig ist, dass er trotzdem mutig bleibt.“

So wie er sich momentan präsentiert, gelingt Fabio Chiarodia diese Vorgabe. Stattdessen sind es andere Erwartungen, die er noch zu erfüllen hat. „Er hat seine Sache gut gemacht, nichtsdestotrotz sieht man auch, dass er in einigen Szenen beim Zweikampfverhalten noch jung ist und eine Menge Entwicklungspotenzial hat, an dem er arbeiten kann“, sagte Trainer Ole Werner, der anfügte: „Und daran werden wir auch mit ihm arbeiten.“ Das klang fast wie eine Drohung – aber wenn für Werder Bremen alles gut läuft, dann ist es eine, die irgendwann einmal vor allem gegnerischen Angreifern Sorgen bereitet. Mit seinen 16 Jahren hat Fabio Chiarodia schließlich noch etwas Zeit. (mbü)

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