Werder dürfte zum Liga-Start vor 21.000 Zuschauern im Weserstadion spielen. Verzichtet aber auf die maximal erlaubte Auslastung.
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Werder dürfte zum Liga-Start vor 21.000 Zuschauern im Weserstadion spielen. Verzichtet aber auf die maximal erlaubte Auslastung.

Zuschauer-Anzahl im Bremer Weserstadion

Die große Fan-Rückkehr: Darum lässt es der SV Werder etwas leerer angehen

Bremen – Die Freigabe klingt verlockend: Laut Bremer Senat dürfte der SV Werder Bremen zum Saisonauftakt der 2. Liga am Samstag, 24. Juli, gegen Hannover 96 vor 21.000 Zuschauern spielen, also in einem halb vollen Weserstadion.

Das ist dank niedriger Inzidenzwerte die erlaubte Obergrenze in der Corona-Pandemie – und nach einer Saison mit fast ausschließlich Geisterspielen eine sehr Fan-freundliche, aber auch sehr Werder-freundliche Entscheidung. Denn der Club kann endlich wieder spürbare Ticketeinnahmen generieren, verzichtet aber auf den maximalen Ertrag und belässt es zunächst bei 14.000 Besuchern. Warum?

„Wir setzen auf ein hochwertiges Hygienekonzept“, erklärt Präsident und Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald: „Wir haben der Stadt signalisiert, dass wir mit dem Beschluss sehr verantwortungsvoll umgehen und uns stufenweise der Obergrenze annähern werden. Wir wollen die Auslastung Spieltag für Spieltag steigern – natürlich abhängig davon, welche Erfahrungen wir machen und in enger Abstimmung mit der Stadt.“ Der SV Werder Bremen möchte ein vernünftiges und ungefährliches Stadionerlebnis ermöglichen. Die logistische Herausforderung dafür sei groß, heißt es. Denn rein darf zum Beispiel nur, wer nachweisen kann, dass er geimpft, genesen oder getestet ist. Und weitere Vorgaben müssen eingehalten werden:

- der Mindestabstand von Besuchergruppen (zwei bis zehn Personen) beträgt einen Meter

- es gibt nur Sitzplätze, die Ostkurve wird wie bei Europapokalspielen umgerüstet

- keine Gäste-Fans

- eingeschränkter Alkoholverkauf, nichts Hochprozentiges, offensichtlich angetrunkene Personen bekommen nichts.

Werder Bremen hält sich bei der Auslastung vom Weserstadion zunächst noch zurück

Im Dialog mit den Fans, so Werder, sei festgestellt worden, dass es vielen Besuchern wichtig sei, wie gewohnt mit ihren Freunden zusammen zu sitzen. Das mache es nicht so einfach, das Stadion in der Pandemie vernünftig zu füllen. Gesundheitliche Risiken sollen in jedem Fall vermieden werden. Auch deshalb hält sich Werder Bremen bei der Auslastung zunächst noch zurück. Aber auf die Fans will und kann der Zweitligist gar nicht verzichten. Die Bremer Politik hat diesen Ruf nun erhört. „Mir und dem Senat ist es sehr wichtig, dass der SV Werder in die neue Saison unter vergleichbaren Bedingungen wie die anderen Mannschaften startet. Das ist etwa so wichtig wie sportliche Fairness“, erklärt Bürgermeister Andreas Bovenschulte und betont: „Gleichzeitig wollen wir einen verantwortlichen Umgang mit der Situation.“

Die 14.000 Besucher sind Werders Antwort darauf, wenngleich das die Verteilung der Tickets nicht gerade einfach macht. Schließlich wurden vor dieser Saison so viele Dauerkarten verkauft wie noch nie: 27.000. Nur deren Besitzer können an der Verlosung für die Tickets der ersten drei Heimspiele gegen den SC Paderborn, Hansa Rostock und den Hamburger SV teilnehmen. Allen anderen Fans von Werder Bremen bleibt nur der Fernseher. Immerhin wird es dort dann eine stimmungsvollere Übertragung geben – wie zuletzt am ersten Spieltag der vergangenen Saison. Bei der 1:4-Heimpleite gegen Hertha BSC waren 8.500 Fans, gegen Hannover werden es rund 14.000 sein. Interessant wird ein Blick in die anderen Arenen, denn es gibt zwar eine Regelung der Deutschen Fußball-Liga für alle Clubs, aber entschieden wird letztlich von den Behörden vor Ort und von den Vereinen. (kni)

Lest auch: Die Wunde von der Weser: Ein Werder-Selbsthilfe-Chat.

Zur Erstmeldung um 12.00 Uhr:

Werder darf gegen Hannover 96 vor 21.000 Zuschauern starten, lässt aber nur 14.000 rein

Bremen – Von Carsten Sander, Jürgen Theiner und Björn Knips. 21.000 Zuschauer bei einem Spiel des SV Werder Bremen im Weserstadion – für dieses Kontingent zum Start der Zweitliga-Saison hat der Bremer Senat am Donnerstagvormittag grünes Licht gegeben.

Damit orientiert sich die Bremer Politik an der bundeseinheitlichen Regelung, wonach in den Bundesligen ob der derzeit niedrigen Corona-Inzidenzwerte und steigender Impfzahlen 50 Prozent der Stadion-Kapazitäten genutzt werden dürfen, maximal aber 25.000 Tickets verkauft werden dürfen. Doch der SV Werder Bremen will beim Saisonstart gegen Hannover 96 am 24. Juli dieses Kontingent noch nicht voll ausschöpfen, sondern nur etwa 14.000 Zuschauer ins Weserstadion lassen.

„Wir freuen uns, dass der Senat der Empfehlung der Staats- und Senatskanzleien der Länder gefolgt ist und uns Spiele vor bis zu 21.000 Zuschauern ermöglicht. Da wir ein hochwertiges Hygienekonzept etablieren wollen, halten wir zum Saisonstart eine Größenordnung von 14.000 Zuschauern für realistisch. Wir wollen das dann stufenweise steigern - natürlich abhängig davon, welche Erfahrungen wir machen“, teilte Werders Mediendirektor Michael Rudolph auf Nachfrage der DeichStube mit. Es können sich ausschließlich Dauerkarten-Inhaber für Tickets bewerben. Das Anmeldeverfahren für die ersten vier Heimspiele beginnt in den nächsten Tagen, danach wird dann ausgelost.

Werder Bremen plant mit 14.000 Fans gegen Hannover 96 - Politik verlangt Einhaltung von Sonderregeln

Der Senat verlangt für die Partien auch die Einhaltung einiger Sonderregeln – der Ausschank von Bier und Wein soll zwar erlaubt werden, der Verkauf an angetrunkene Fans jedoch untersagt werden. Stellt sich schon mal die Frage, wer das wie kontrollieren soll. Außerdem sollen keine Stehplätze zugelassen werden. Heißt: die Ostkurve muss – wie einst bei Champions-League-Heimspielen – in einen reinen Sitzplatzbereich umgewandelt werden. Die Kernfrage wird aber sein, wie die große Zuschauerzahl vor dem Stadion auf ihren Impf- oder Teststatus überprüft werden kann. Nur wer geimpft, genesen oder getestet ist, darf auch tatsächlich rein. Wohl auch deshalb plant Werder Bremen zunächst nur mit 14.000 Besuchern.

Zuletzt hatte im Weserstadion am ersten Spieltag der vergangenen Saison ein Spiel vor Zuschauern stattgefunden. Beim 1:4 gegen Hertha BSC durften damals 8.500 Fans zugucken, aufgrund der Abstandsregel waren mehr Besucher nicht möglich. Nach der Partie ging es dann zurück in den Geisterspielmodus, der nun aber ein Ende finden könnte. Für Werder Bremen wären 14.000 Zuschauer ein enormer Fortschritt, der Club ist unter anderem durch den Fan-Ausschluss in massive finanzielle Probleme geraten, braucht jeden Euro aus dem Ticketverkauf.

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