Lange ist es her, dass die Fans des SV Werder Bremen ihren Emotionen im Stadion freien Lauf lassen und den Verantwortlichen ein unmittelbares Feedback geben konnten. Angesichts der Krise des Clubs nimmt die Kritik der Anhänger in den Sozialen Medien nun merklich zu.
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Lange ist es her, dass die Fans des SV Werder Bremen ihren Emotionen im Stadion freien Lauf lassen und den Verantwortlichen ein unmittelbares Feedback geben konnten. Angesichts der Krise des Clubs nimmt die Kritik der Anhänger in den Sozialen Medien nun merklich zu.

Nach sechs Werder-Niederlagen in Folge

Die Stimmung ist gekippt: Fans von Werder Bremen wüten im Internet

Bremen - 0:1 gegen Mainz, die sechste Bundesliga-Niederlage in Serie. Vereinsnegativ-Rekord in der Bundesliga, Absturz auf Platz 14! Florian Kohfeldts Saisonziel, „Werder Bremen stabil in der Liga zu halten“, ist kaum noch zu erreichen. Im Gegenteil: Den Grün-Weißen droht abermals das ganz große Fiasko - der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte. Unter normalen Umständen hätte es nach dem Mainz-Spiel am späten Mittwochabend wohl ein gellendes Pfeifkonzert im Weserstadion gegeben. Stattdessen herrschte wie seit über einem Jahr nur Stille, weil die Anhänger weiter zu Hause bleiben müssen. Im Netz ist es dafür laut wie nie. Die Kritik an der sportlichen Führung des SV Werder nimmt zu. Die Fans machen ihrem Unmut Luft.     

Neben den unangebrachten Beschimpfungen und Pöbeleien, die hier freilich nicht verbreitet werden sollen, finden sich auch sachlich-kritische Kommentare zum SV Werder Bremen, anhand denen sich das Stimmungsbild am virtuellen Osterdeich gut abschätzen lässt.

„Eigentore, über die eigenen Füße fallen, Fehlpässe und Angriffe versauen, das ist Werder Bremen“, ärgert sich Facebook-User „Josh Severide“ unter dem DeichStube-Live-Ticker zum Heimspiel gegen Mainz und erhält dafür Zustimmung. Auch Ex-Werder-Profi Uli Borowka, der bei Facebook seit Wochen zu den kritischen Stimmen zählt, wählt klare Worte unter dem Spielbericht zur Mainz-Partie: „Ich denke, Werder sollte mal auf die eigene Leistung schauen. So wird es schwer noch einen Punkt zu holen.“ Ins selbe Horn stößt „Nils Ha“. Er schreibt: „Ich habe eher Werder Frust statt VAR Frust und suche keine Ausreden. Es ändert nichts daran, wie scheiße sie spielen.“

Es gibt nicht wenige Stimmen, die noch härter mit dem SV Werder Bremen ins Gericht gehen. So befindet Facebook-User „Johannes Steffens“: „Man wird verdient absteigen und nicht mehr wiederkommen. Der Verein ist durch die Pandemie total pleite und ein Abstieg würde den Verein völlig in den Ruin treiben. Und das alles nur, weil die Familie sich nicht trennen will. Das hat eben auch nichts mit professioneller Arbeit zu tun und gehört dann dementsprechend auch nicht in den Profisport.“ Vom Optimismus, der nach dem 2:0-Erfolg in Bielefeld unter vielen Werder-Fans herrschte, ist im Internet nicht mehr viel zu entdecken. 

Fans gehen im Internet hart mit Werder Bremen ins Gesicht: „Man wird verdient absteigen“

Zahlreiche weitere Kommentare bestätigen die vorherrschende Gefühlslage, die irgendwo zwischen Frust, Wut und Resignation einzuordnen ist. Der User „Thomas Werner“ findet: „Da ist einfach nichts vorhanden, was den Verbleib in Liga 1 rechtfertigen würde. GUTE NACHT, WERDER“. „Sebi SVW“ ist der Meinung, dass das Zusammentreffen von Slapstick-Gegentoren, mangelnder Durchschlagskraft in der Offensive und Schiedsrichterpech schlicht kein Zufall mehr sein kann: „Alles in allem ist man vorne zu harmlos und steht bei Gegentoren nicht am Mann. Das hat mit Pech eigentlich fast nichts mehr zu tun. ‚FloKo‘ wechselt VIEL zu spät, scheint genau wie in der Vorsaison komplett überfordert und es passiert einfach gar nichts. Man lässt den Verein ins Verderben eiern. Konsequent sein heißt, auch Holzwege zu Ende zu gehen.“

Generell nimmt die Kritik an den handelnden Personen beim SV Werder Bremen merklich zu. User „Kimerson van de Meiklokjes“ findet drastische Worte: „Man hat halt den Schuss der letzten Saison nicht gehört und mit Kohfeldt weiter gemacht. Das verspätete Ergebnis kriegt man nun präsentiert. Kohfeldt, Baumann & Bode, alle drei stehen für den Misserfolg und sind das Schlimmste, was Werder passieren konnte“.

Werder Bremen: Es gibt auch positive Fan-Stimmen, wenn auch nur vereinzelt

Doch es gibt auch noch Gegenstimmen. Nicht alle Fans machen die Arbeit von Florian Kohfeldt und Frank Baumann nieder. Twitter-User „Huderaner“ will nicht mit in den kritischen Kanon einstimmen: „Ich weiß, man gilt nicht als wahrer Werder-Fan, wenn man jetzt nicht Werder in Grund und Boden schimpft - aber ich mache das trotzdem nicht mit. Mir egal, wenn ich dann der blauäugige Trottel bin“. Der User „Andi“ pflichtet ihm bei: „Dieses Gehetze bringt keinen weiter. Weiter gilt für mich das Prinzip Hoffnung. Weniger Hass ist immer gut“.

Twitter-User „Franco“ konstatiert: „Kohfeldt ist ja an sich ein guter Typ, aber ich sehe keine Entwicklung in der Mannschaft. Wir stehen jetzt zum 2. Mal hintereinander vor dem Abgrund und es wirkt so, als würden die Verantwortlichen einfach nur tatenlos zusehen.“ „Volkhard Puttmann“, ebenfalls bei Twitter aktiv, nimmt eher die Bremer Kaderpolitik als die Arbeit des Trainers kritisch ins Visier: „Baumann hatte gute sowie schlechte Transfers, doch die guten überwogen immer die schlechten. Was sich nun leider gedreht hat. Ich mag Kohfeldt und sage deshalb auch: Selbst ein Pep oder Klopp würden mit diesen Spielern gegen den Abstieg spielen.“

Repräsentativ ist das natürlich alles nicht. Aber wer sich in den Sozialen Medien nach Werder Bremen umsieht, gewinnt dabei relativ schnell den Eindruck: Die Stimmung ist endgültig gekippt. (mwi/han) Update: Florian Kohfeldt stellt bei Werder Bremen die Vertrauensfrage - Frank Baumann schweigt! Auch interessant: VAR-Ärger bei Werder Bremen gegen Mainz 05 - Frank Baumann: „Ich kann das absolut nicht nachvollziehen

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