Viele Fans  des SV Werder Bremen sehen die Fortsetzung der Bundesliga-Saison mit Geisterspielen in der Coronavirus-Krise kritisch.                                       
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Viele Fans  des SV Werder Bremen sehen die Fortsetzung der Bundesliga-Saison mit Geisterspielen in der Coronavirus-Krise kritisch.                                       

Auch kein optischer Support gegen BAyer Leverkusen

Werder-Ultras verurteilen Geisterspiele und fordern Bundesliga-Saisonabbruch

Bremen - Die Ultra-Gruppierung von Werder Bremen, „Infamous Youth“, spricht sich unmissverständlich gegen die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga mit Geisterspielen aus und fordert einen Abbruch der Saison.

„Die DFL stellt dieser Tage ihre Verkommenheit und Würdelosigkeit deutlich unter Beweis. Konsequent hält sie sich an ihre oberste Handlungsmaxime: die Wahrung der Interessen der Sponsoren und TV-Sender. Der Entschluss, den Spielbetrieb wiederaufzunehmen, kommt für uns insofern wenig überraschend, so absurd er auch ist. Die Bedürfnisse und Anliegen der Fans wurden bei der Entscheidung ignoriert“, beginnt das Statement der Anhänger des SV Werder Bremen.

Werder Bremen-Ultras kritisieren Geisterspiele scharf

Die Ultra-Gruppe „Infamous Youth“ kritisiert in der Folge die „Durchsetzung knallharter wirtschaftlicher Interessen“ seitens der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Die Entscheidung, die Bundesliga-Saison mit Geisterspielen in der Coronavirus-Krise fortzuführen, sei „vorläufiger trauriger Höhepunkt“ einer „absurden Vermarktungsdynamik“. Mit den Geisterspielen entstehe eine „Entkoppelung“ der Fans des SV Werder Bremen von der Mannschaft. „Trotzdem werden wir, unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen, versuchen der Mannschaft zu zeigen, dass wir da sind und hinter ihr stehen. Gleichzeitig werden wir nicht zu einer Normalisierung der Geisterspiele beitragen und an Spieltagen weder im, noch am Stadion als Gruppe auftreten. Dies gilt konsequenterweise auch für optische Stilmittel während der Geisterspiele“, heißt es in dem Statement der Werder-Ultras weiter.

Ultra-Gruppe: Keine Werder Bremen-Banner im Weserstadion

Demnach ist seitens der Gruppe „Infamous Youth“ nicht mit Fan-Aufläufen beim Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen am kommenden Montag zu rechnen, aber eben auch nicht mit Bannern oder ähnlichem sichtbaren Support im Weserstadion. „Wir fordern einen sofortigen Abbruch der Saison. Fußball sollte in den Ligen erst wieder gespielt werden, wenn Zuschauer*innen an den Spielen teilnehmen können“, so „Infamous Youth“ abschließend. Das komplette Statement der Werder-Ultras gibt es hier. (tst)

Letzte Meldung vom 19. April 2020:

Auch Werder-Ultras gegen Bundesliga-Fortsetzung: „Fußball gehört weiter in Quarantäne“

Ein bundesweiter Zusammenschluss deutscher Fanszenen, darunter auch die aktive Szene des SV Werder Bremen, hat sich unmissverständlich kritisch gegenüber einer von der DFL angedachten Fortsetzung des Bundesliga-Spielbetriebs mit Geisterspielen während der Coronavirus-Krise geäußert.

Die Worte sind drastisch, nicht misszuverstehen, und beim Blick auf ihren Absender lassen sie umso mehr aufhorchen. Eine Fortsetzung der unterbrochenen Bundesligasaison mit Geisterspielen sei „nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung“. 

Deutsche Fanszenen: „Profifußball ist krank und gehört weiter in Quarantäne“

Das betont ein bundesweiter Zusammenschluss der deutschen Fanszenen in einer jüngst veröffentlichten Stellungnahme, in der es außerdem heißt: „Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiter in Quarantäne.“ Ein klar formulierter Standpunkt, hinter dem auch die aktive Fanszene des SV Werder Bremen steht. 

Hauptkritikpunkt der organisierten Fans: Sie sehen eine Sonderstellung des Profifußballs in der Coronavirus-Krise. „In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken“, heißt es. Die Rede der Fußballbranche von gesellschaftlicher Verantwortung auf der einen sowie die Pläne für exklusive Testkontingente für die Profis auf der anderen Seite, würden nicht zusammenpassen. Aus dem Werder-Umfeld hat unter anderem die Ultra-Gruppe „Wanderers Bremen“ die Stellungnahme auf ihrer Internetseite veröffentlicht. 

Werder Bremen: Bundesliga-Fortsetzung wohl frühestens ab dem 8. Mai

Das „UltrA-Team Bremen“ schreibt in einem eigenen offenen Brief: „Die Bundesligasaison 2019/2020 durch Geisterspiele zu beenden, würde unserer Meinung nach ein fatales Signal senden. Daher fordern wir die Verantwortlichen auf, derartigen Plänen eine klare Absage zu erteilen. Denn Fußball ohne Fans ist nichts.“ Bei Werder Bremen haben sie die Kritik aus der Fanszene vernommen. 

Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald ließ sich gestern Nachmittag von der Fanbetreuung auf den aktuellen Stand bringen, wollte sich auf Nachfrage der DeichStube aber nicht zum Thema äußern. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) berät am Donnerstag erneut über mögliche Szenarien zur Wiederaufnahme der Saison. Da die öffentlichen Restriktionen vorerst bis zum 3. Mai verlängert wurden, könnte der Ball in der Bundesliga wohl frühestens ab dem 8. Mai wieder rollen. (dco/sid)

Zur letzten Meldung vom 17. April 2020:

Deutsche Fanszenen gegen die Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs

Ein bundesweiter Zusammenschluss der deutschen Fanszenen, darunter auch die des SV Werder Bremen, hat scharfe Kritik an einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga während der Coronavirus-Pandemie geäußert.

Eine Fortsetzung mit Geisterspielen sei „nicht vertretbar - schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung“, erklärten die Fans, darunter auch die des SV Werder Bremen, am Donnerstag in einer Stellungnahme: „Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne.“

Fans sehen Sonderstellung des Fußballs kritisch

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) berät am 23. April erneut über mögliche Szenarien zur Wiederaufnahme der Saison. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Donnerstag bereits erklärt, dass er eine Fortsetzung ohne Zuschauer für denkbar hält. Da die öffentlichen Restriktionen vorerst bis zum 3. Mai verlängert wurden, könnte der Ball im besten Fall wohl ab dem 8. Mai wieder rollen.

Die Fanszenen sehen eine Sonderstellung des Fußballs in der Coronavirus-Krise allerdings kritisch. „In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken“, hieß es weiter in dem Statement. Eine Lex Bundesliga dürfe es nicht geben. (sid)

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