Ob Günter Netzer 1971, Falcao 2008, Mario Mandzukic 2009 oder Mason Mount 2018: Werder Bremen hatte sie an der Angel, doch zum Transfer kam es doch nicht.
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Ob Günter Netzer 1971, Falcao 2008, Mario Mandzukic 2009 oder Mason Mount 2018: Werder Bremen hatte sie an der Angel, doch zum Transfer kam es doch nicht.

Von Netzer bis Falcao

Beinahe-Transfers von Werder Bremen – Teil 2: Mason Mount war schon in Bremen, Mandzukic-Wechsel platzt wegen Pizarro

Bremen – Die Zeiten, in denen der SV Werder Bremen die größten Talente und vielversprechendsten Spieler an die Weser lotste, sind seit einigen Jahren vorbei. Spieler wie Mesut Özil, Kevin de Bruyne oder Per Mertesacker würden heutzutage vermutlich eher nach Dortmund oder Leverkusen wechseln. Doch selbst in der erfolgreichen Vergangenheit gelangen dem SVW längst nicht alle möglichen Transfers. Ein ums andere Mal verpassten es die Verantwortlichen, im richtigen Moment zuzuschlagen und einen späteren Weltstar zu verpflichten. Wer das war, lest ihr im zweiten Teil der größten Beinahe-Transfers von Werder.

Günter Netzer: Im Jahre 1971 hatten die Verantwortlichen des SV Werder Bremen um Geschäftsführer Hans Wolff eigentlich eine gute Idee, die aber leider nicht den gewünschten Erfolg brachte. Sie wollten eine sogenannte „Millionenelf“ zusammenstellen und kauften vielversprechende Spieler für vergleichsweise geringes Geld. Denn erst im Folgejahr 1972 wurde eine bis dahin festgelegte Obergrenze für Ablösesummen von 100.000 DM aufgelöst. Günter Netzer sollte kommen - und wollte das auch, aber gleichzeitig forderte der Nationalspieler, das Werder-Magazin zu übernehmen. Nur das hatten die Grün-Weißen gerade erst Klaus Matischak versprochen. Dadurch platzte der eigentlich schon sichere Transfer von Netzer, der 1973 zu Real Madrid wechselte.

Radamel Falcao: 2008 wollte Klaus Allofs einen 22-jährigen Kolumbianer zum SV Werder Bremen holen. Falcao spielte damals beim argentinischen Spitzenteam River Plate. Allofs reiste extra zu einem Länderspiel nach Ecuador, um den kolumbianischen Stürmer unter die Lupe zu nehmen. Angeblich auch dessen Teamkollegen Fabian Vargas, wie Falcao später einmal im Gespräch mit „transfermarkt.de“ verriet: „Er kam angeblich extra nur für uns beide.“ Doch Falcao spielte gar nicht, Allofs war quasi umsonst nach Südamerika gereist. Falcao wechselte dann 2009 für fünf Millionen Euro zu Porto und 2011 für 40 Millionen zu Atlético Madrid.

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Fast-Transfers bei Werder Bremen: Mason Mount war schon in Bremen – und ging dann zu Derby County

Mason Mount: Einer der frischesten Beinahe-Transfers des SV Werder Bremen ist Mason Mount vom FC Chelsea. Im Sommer 2018 planten die „Blues“ eine erneute Ausleihe des damals 19-Jährigen. Bereits in der Saison zuvor spielte der Mittelfeldspieler in der Eredivisie auf Leihbasis und kam für Vitesse Arnheim in 29 Spielen auf 18 direkte Torbeteiligungen. Der SVW und Mason Mount befanden sich in ernsthaften Verhandlungen, der Spieler war sogar zu Gesprächen in Bremen. Vater Tony zeigte sich gegenüber der „Sun“ im Nachhinein angetan von den Grün-Weißen: „Ich mochte Werder.“ Er hätte sich einen Wechsel an die Weser vorstellen können, sein Sohn hatte aber andere Pläne, so der Papa: „Mason sagte zu mir: ‚Ich will zu Derby County, zu Frank Lampard.‘“ Eine gute Entscheidung! Denn für Mount hätte es nicht besser laufen können. Unter Lampard wurde er beim englischen Zweitligisten zum Stammspieler. 2019 gingen die beiden dann gemeinsam zurück zu Chelsea. Dort entwickelte sich Mason Mount zu einem der besten Spieler in der Premier League, der 24-Jährige spielte für England bei der WM in Katar. Sein aktueller Marktwert beträgt 75 Millionen Euro.

Beinahe-Transfers: Mario Mandzukic war Werder Bremen zu teuer – Claudio Pizarro wurde fest verpflichtet

Mario Mandzukic: Im Sommer 2009 stand die Verpflichtung von Claudio Pizarro lange auf der Kippe, weshalb sich Werder Bremen nach Alternativen umschaute. Ein Name, der damals gehandelt wurde, lautete Mario Mandzukic. Der Kroate spielte damals noch in seiner Heimat bei Dinamo Zagreb. Der Club forderte aber eine zweistellige Millionensumme. Zu viel für Werder. Außerdem konnte Pizarro dann doch fest verpflichtet werden. Damit war das Kapitel „Mario Mandzukic und Werder“ aber noch nicht geschlossen. Im folgenden Winter wollte Mandzukic unbedingt an die Weser wechseln. Allofs hätte ihn gerne verpflichtet, erklärte aber im „kicker“: „Bei dieser Ablösesumme ist es uninteressant.“ Zagreb forderte immer noch zehn Millionen Euro. Im Sommer gingen die Kroaten zwar in ihren Forderungen etwas runter, doch Werder entschied sich gegen den Stürmer von Dinamo Zagreb und für Arnautovic. Mandzukics Weg führte dann im Sommer 2010 zum VfL Wolfsburg. 2012 wechselte der Angreifer zum FC Bayern und traf 2013 beim 2:1-Sieg im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund. Später spielte er noch für Atlético Madrid, Juventus Turin und den AC Mailand. (fwa)

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