Michael Gregoritsch (li.) und Andre Hahn vom FC Augsburg haben eine „Vorgeschichte“ mit dem SV Werder Bremen.
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Michael Gregoritsch (li.) und Andre Hahn vom FC Augsburg haben eine „Vorgeschichte“ mit dem SV Werder Bremen.

Vor Werder gegen den FCA

So viel Werder steckt im FC Augsburg: Gregoritsch und Hahn – da war doch was

Bremen – Wenn Werder Bremen am Samstagnachmittag den FC Augsburg empfängt (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker), treffen die Grün-Weißen auf zwei alte Bekannte: Michael Gregoritsch und Andre Hahn. Beide haben eine Werder-„Vorgeschichte“, ohne jemals für die Bremer gespielt zu haben.

Es war so gut wie alles festgezurrt. Der Transfer schien in trockenen Tüchern. Der aufnehmende Club Werder Bremen wollte, der Spieler wollte, der abgebende Verein wollte auch, wollte allerdings zu viel. Eine zu hohe Ablösesumme riefen die Augsburger für ihren wechselwilligen Kandidaten auf. So platzte im Sommer 2019 der Coup, Michael Gregoritsch an die Weser zu holen. Der Österreicher, der sich zu jenem Zeitpunkt im bayrischen Schwabenland nicht mehr wohlgefühlt hatte, sprach später von einer „zweistelligen Millionensumme“, die sein Arbeitgeber unverständlicherweise verlangt habe. Gregoritsch weiter: „Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich hätte wechseln können. Es ist ein Angebot auf dem Tisch gelegen.“

Verfolgt das aktuelle Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg im Live-Ticker!

Vor Werder Bremen gegen FC Augsburg: So ist es Ex-Wunsch-Transfer Michael Gregoritsch ergangen

Zehn Millionen Euro für den Nationalspieler aus Austria, das war nicht zu stemmen für die klammen Bremer. Selbst wenn er es finanziell gekonnt hätte, es bleiben Zweifel, ob Frank Baumann auf diese Preisgestaltung eingegangen wäre. Baumann nahm Abstand von der Verpflichtung des dringend benötigten offensiven Mittelfeldspielers, der aktuell, also eineinhalb Jahre später, immer noch fehlt im Kader von Florian Kohfeldt.

Die Entwicklung bei dieser Personalie: Gregoritsch blieb, er blieb ein Edelreservist im Team aus der Fuggerstadt. Im Vorjahr noch ein Leistungsträger, kam der 2017 vom Hamburger SV geholte Profi in acht Partien nur dreimal zum Einsatz bei einer Berufung in die Startelf. Also kam sein Fall auf Wiedervorlage: Im Winter-Transferfenster vor einem Jahr erneuerte der 26-Jährige sein Bestreben. „Ich will unbedingt weg aus Augsburg, damit ich die Möglichkeit habe, regelmäßig zu spielen und mich für das Nationalteam zu empfehlen.“ Ob Verkauf oder Leihe, es spielte für ihn keine Rolle. Originalton in einem Interview der Nachrichtenagentur APA: „Hauptsache weg!“

Bei Werder Bremen klopfte sein Management im Winter vor der Corona-Pandemie vergeblich an. Die Bremer Bosse zeigten kein Interesse mehr. Dafür sprang Schalke 04 in die Bresche. Es wurde ein Leihgeschäft, das bis Mitte 2020 datiert war. „Wenn Schalke anruft“, so kommentierte Michael Gregoritsch seinen verspäteten Wechsel, „dann muss man einfach ja sagen.“ Neues Glück? Eine Kaufoption wurde nicht vereinbart, was den Spieler schmerzte, der bei der Vorstellung am Schalker Markt seinen Wunsch wiederholte, nicht zurück nach Augsburg zu müssen. Konkret erinnerte er an das Beispiel seines Landsmanns Martin Hinteregger, der sich seinen Abschied zu Eintracht Frankfurt erkämpft hatte – mit einigen unschönen Eskapaden.

Anders bei Gregoritsch: Der Start bei Königsblau gelang, doch dann lief es mehr als mau. Ein Tor und ein Assist beim Debüt, danach gab es viel Leerlauf. Die Bilanz fiel niederschmetternd aus. 14 Spiele, nur das eine Tor beim Einstand. Auch dieses Kapitel war somit schnell beendet. Und der einstige Werder-Wunschkandidat musste sich wieder vorstellen beim ungeliebten FC Augsburg. Geändert hat sich für ihn seitdem nicht viel. Weiterhin kein Stammspieler bei Heiko Herrlich. Sein Arbeitsnachweis in dieser Spielzeit: 15 Partien, sechsmal eingewechselt, achtmal ausgewechselt, ein Tor und zwei Vorlagen. Der torgefährliche Mittelfeldmann, der 23 Berufungen in die österreichische Nationalelf erhielt, erlebt seinen Karriereknick. Fraglich, ob Michael Gregoritsch im Match gegen den Club, den er vor 18 Monaten so favorisiert hat, auflaufen wird.

Vor Werder Bremen gegen FC Augsburg: Die grünweiße „Vorgeschichte“ von Andre Hahn

Ähnliches gilt auch für den norddeutschen Jungen, der in Bremen durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt. Andre Hahn, der Kraftprotz auf der rechten Seite, ist schließlich nicht weit entfernt von der Hansestadt geboren - in Otterndorf. In der Jugend kickte er für die Leher Turnerschaft, für Rot-Weiß Cuxhaven, den FC Bremerhaven und beim Hamburger SV, der ihn gescoutet hatte. Als Senior begann er bei der HSV-Reserve, bevor er sich in Werders unmittelbare Nachbarschaft veränderte. 2010 lautete seine Station: FC Oberneuland. Es folgten einige Wechsel. Über Koblenz und Offenbach landete er 2013 erstmals in Augsburg. Gladbach und die Rückkehr zum HSV schlossen sich an, bevor der Nationalspieler (eine Berufung gegen Polen im Mai 2014) seit 2018 in Augsburg wiederum sein Geld verdient. Im November 2020 absolvierte Hahn, dessen Vertrag bis 2022 läuft, sein 100. Bundesligaspiel, gemeinsam mit Rani Khedira, dem Bruder des Weltmeisters Sami.

Und auch der gelernte Fahrzeuglackierer, der auf Umwegen seine Karriere als Berufsfußballer startete, hat eine ganz spezielle „Werder-Vergangenheit“. Wie auch Kollege Gregoritsch soll er mal auf der Wunschliste der Grün-Weißen aufgetaucht sein. Im Mai 2017 als potenzieller Nachfolger für die Sturm-Kanone Serge Gnabry, die vereinbarungsgemäß zu Bayern München wechselte. Der Deal kam nicht zustande, wie bei Gregoritsch. Andre Hahn veränderte sich in Richtung HSV, den er nach dem Abstieg aus der 2. Liga sofort wieder verließ. Aktuell also das zweite Engagement im Süden, in Augsburg, wo er momentan eher zu den Ergänzungsspielern zu zählen ist. Die Zahlen: elf Spiele, vier Einwechselungen, fünf Auswechselungen, drei Tore. Bei der 1:4-Niederlage der Augsburger im Heimspiel gegen Stuttgart zählte Hahn ebenso wie Gregoritsch nicht zur Startelf, beide wurden erst nach der Pause eingewechselt.

Werder Bremen gegen FC Augsburg: Kommen Michael Gregoritsch und Andre Hahn zum Einsatz?

Wenn am Samstag die Partie zwischen Werder Bremen und dem FC Augsburg angepfiffen wird, so steht zu befürchten, dass die beiden früheren Transferziele Werders nicht auf dem Rasen stehen. Die Zukunft in Bremen war für beide schnell Vergangenheit. Und die Gegenwart in Augsburg nimmt sich eher trist aus.

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