Groß, größer, FC Bayern: Bei den Zahlen und Fakten, die die Münchner im Gepäck haben, kann dem SV Werder Bremen schon mal Angst und Bange werden.
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Groß, größer, FC Bayern: Bei den Zahlen und Fakten, die die Münchner im Gepäck haben, kann dem SV Werder Bremen schon mal Angst und Bange werden.

Klemm-Brett vor Werder gegen den FC Bayern

Notizen vor Werder gegen Bayern: Niederschmetternde Statistiken, Münchner auf Rekord-Jagd und ein Duo in Top-Form

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 32. Spieltag geht es um den FC Bayern München.

Vorneweg: Werder Bremen gegen den FC Bayern könnt Ihr hier im Live-Ticker der DeichStube verfolgen. Mit welcher Startelf-Aufstellung die Bremer gegen die Münchner loslegen, erfahrt Ihr etwa eine Stunde vor dem Anpfiff (20.30 Uhr) hier.

Statistik: Werder Bremen gegen den FC Bayern

Seit zehn Jahren kein Punktverlust gegen Werder, die letzte Niederlage gegen die Bremer gab es am 20. September 2008 – die Grün-Weißen sind inzwischen längst so etwas wie der Lieblingsgegner der Bayern. Kaum zu glauben, dass diese beiden Clubs mal große Rivalen im Kampf um die Meisterschaft waren. Ein Punktegewinn von Werder gegen den FC Bayern wäre also schon eine kleine Sensation - so könnt Ihr das Spiel live im TV sehen.

FC Bayern jagen Tore-Rekord – Schützenfest gegen Werder Bremen?

Der Rekord datiert aus der Spielzeit 1971/72: 101 Treffer in einer Saison. Diese ewige Bestmarke könnten die Bayern knacken, die beim 4:2 gegen Leverkusen am 30. Spieltag die sagenhafte Marke von 90 Toren erreichten, also im Schnitt genau drei Tore pro Spiel, beim 2:1 gegen Gladbach erhöhten sie um weitere zwei. Selbst in der überaus erfolgreichen Triple-Saison mit Jupp Heynckes 2013 kamen die Münchner zum gleichen Zeitpunkt „nur“ auf 89 Treffer. Seit den Geisterspielen sind sie besonders treffsicher: etwa 3,4 Tore im Schnitt. Rekorde, die Trainer Hansi Flick sehr gelassen kommentiert: „Alles Beiwerk, wenn es so kommt, ist es schön.“

FC Bayern: Punkterekord nicht mehr möglich!

In der Hinrunde verschenkten sie einigte Punkte, ein Punkterekord ist daher nicht mehr möglich. In der Spielzeit 2012/13 holten die Bayern 91 Punkte, der Rekord wird Bestand haben. Bei drei noch ausstehenden Partie kann der designierte Meister (momentan 73) allenfalls auf 82 Zähler in der Endtabelle kommen.

Spruch von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge

„Es wäre schön, wenn wir es schaffen, bis Weihnachten von der Spitze des Baumes nach unten zu schauen. Das sollte unser nächstes Ziel sein.“

Vorstandsboss Karl-Heinz Rumenigge im Dezember, als sich abzeichnete, dass die Bayern wohl kaum noch Herbstmeister werden würden.

Werder-Gegner FC Bayern im Form-Check

Meisterlich! Dank des 2:1-Arbeitssieges gegen Borussia Mönchengladbach können die Bayern in Bremen ihren achten Meistertitel in Folge perfekt machen. Ohne die gesperrten Robert Lewandowski und Thomas Müller taten sich die Münchener schwer, wirkten müde. Doch am Ende stand der 13. Sieg in Folge in einem Pflichtspiel. „Meine Mannschaft weiß auf den Punkt, was Sache ist“, stellte Hansi Flick ganz nüchtern fest.

Werder Bremen gegen den FC Bayern: Das Personal der Münchner

Nach überstandenen Problemen an den Adduktoren war er wieder bereit. Thiago feierte sein Comeback im Pokal gegen Frankfurt. Doch dann der Rückschlag: Der Spanier musste sich einer Operation an der leiste unterziehen. Zuletzt fehlten die gesperrten Robert Lewandowski und Thomas Müller. In Bremen sind beide wieder spielberechtigt. Bis auf die Langzeitverletzten Niklas Süle, Philippe Coutinho und Corentin Tolisso kann Trainer Hansi Flick auf alle Akteure zurückgreifen. Flick hat angekündigt, nicht übermäßig rotieren zu wollen: „Wir können in einer Formation durchspielen.“

Werder Bremen gegen den FC Bayern: Torjäger Robert Lewandowski im Fokus

Robert Lewandowski trifft und trifft. Der Pole lässt die Rekorde purzeln in dieser Spielzeit. In den Top-Ten der ewigen Torschützenliste ist der Bayern-Torjäger nun Dritter: 232 Tore in der höchsten deutschen Spielklasse. Damit überholte er im Dezember seinen Ex-Trainer Jupp Heynckes, der es auf 220 Treffer gebracht hat. Es dürfte nicht mehr lange dauern und Lewandowski wird den Schalker Klaus Fischer überholen, der in 535 Spielen für 1860 München, Schalke 04, 1. FC Köln und VfL Bochum 268 Treffer markiert hat. An der Spitze und unerreicht ist der legendäre Bomber der Nation: Gerd Müller wird mit 365 Treffern (darunter 51 Strafstöße), erzielt in 427 Spielen für Bayern, geführt. Lewandowskis Saisonbilanz: 30 Treffer in 28 Spielen, vier weitere im Pokal und elf international. Die fünfte Torjägerkanone für den 31-Jährigen ist so gut wie sicher. Nur der Leipziger Timo Werner könnte diesen Coup noch verhindern. Herausragende Zahlen für den polnischen Nationalspieler (122 Einsätze): In 583 Clubmatches in seiner Laufbahn hat er national 401 Tore erzielt, dazu 64 Tore in internationalen Wettbewerben. Diese Quote kann sich wahrlich sehen lassen: 0,8 Treffer in einem Spiel im Schnitt.

FC Bayern-Vorbereiter Thomas Müller

20 Assists stehen auf seinem Konto. Thomas Müller im Aufwind. Der von Joachim Löw ausgebootete Ex-Nationalspieler erlebt seinen dritten Frühling seitdem Hansi Flick das Kommando bei den Bayern übernommen hat. Wie übrigens auch sein Leidensgenosse Jerome Boateng, ebenfalls aus der Nationalmannschaft gestrichen. Müller befindet sich somit auf dem besten Weg, die Rekordmarke zu brechen, die Kevin de Bruyne (früher Werder und Wolfsburg) 2014/15 mit 21 Torbeteiligungen aufgestellt hat. In diversen Statistiken taucht auch der Leipziger Emil Forsberg mit 22 Vorlagen auf, die er 2016/17 geliefert haben soll. Dies ergibt sich aus der unterschiedlichen Zählweise. Der kicker und die Plattform Transfermarkt zählen auch als Assists, wenn ein Akteur gefoult worden ist und es einen Strafstoß gegeben hat. Die DFL und der Statistikanbieter Opta werten dies nicht als einen Scorerpunkt. Eine weitere Bestmarke hat der Münchner schon eingestellt. Beim 2:1 im Halbfinale des Pokals glückte ihm der 47. Erfolg in einem DFB-Pokalspiel, zog gleich mit den Legenden Gerd Müller und Sepp Maier.

Werder Bremen gegen den FC Bayern - Mann des Tages im Hinspiel: Philippe Coutinho

Das muss einer erst mal nachmachen. Fünf Torbeteiligungen konnte sich Philippe Coutinho gutschreiben lassen beim Hinspiel, dem grandiosen 6:1-Sieg des FC Bayern gegen Werder. Dem Brasilianer, der anfangs viel Kritik einstecken musste, vom kicker gar als „PR-Gag“ verspottet, gelang das erste Tor und der letzte Treffer. Dazwischen glückten ihm drei sehenswerte Vorlagen, die ihn zweifellos zum Mann des Tages kürten. Sportdirektor Hasan Salihamidzic freute sich, dass bei ihm „der Knoten geplatzt ist“. Doch auf der Erfolgswelle schwamm der Brasilianer nicht weiter. Seine Leihe wird wohl beendet werden.

FC Bayern: Talent Alphonso Davies startet durch

Als Riesentalent wurde er gepriesen, als er aus Übersee wechselte. Alphonso Davies, 19-jährige Begabung aus Kanada, hat die Erwartungen erfüllt. Schneller als geplant musste er sich bewähren. Zwei eingeplante Abwehrspieler fielen aus: Niklas Süle mit Kreuzsbandriss und Lucas Hernandez mit einer Verletzung am Sprunggelenk. Es war die Chance für Davies. Er nutzte die Gunst der Stunde. David Alaba musste in der Deckungszentrale aushelfen, was er mustergültig tut. Davies bekam seine Chance als Linksverteidiger und nutzte sie auf Anhieb. Mit Engagement und einem enormen Tempo bei seinen Flankenläufen sticht der Aufsteiger hervor, der auch in der reinen Defensivarbeit kaum Defizite offenbart.

Ritterschlag für FC Bayern-Trainer Hansi Flick

Der Ritterschlag kam vom Tripletrainer. „Mit ihm kann Bayern eine Ära starten“, huldigte Jupp Heynckes seinen Nach-Nachfolger. Komplimente für Hansi Flick, der sich bei den Bayern hochgearbeitet hat. Erst Assistent von Niko Kovac, nach dessen Entlassung der Interimstrainer, zunächst bis Weihnachten, später bis Saisonende berufen, schließlich der Boss auf der Trainerbank. Anfang April war es perfekt: Kontrakt bis 2023. „Ich bin sicher“, so Flick, „wir können gemeinsam viel erreichen.“ Erst eine Notlösung, nun die Dauerlösung, hat der ehemalige DFB-Coach überzeugt und sich in eine formidable Lage gebracht. So soll er, wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge betont, ein Mitspracherecht bei Transfers haben.

Werder Bremen gegen den FC Bayern: Darf Talent Joshua Zirkzee auch ran?

Eingewechselt und rein in die Schlagzeilen: Nur 104 Sekunden auf dem Feld, gelang ihm bei seinem ersten Ballkontakt bei dem ersten Bundesligaspiel das vorentscheidende Tor zum umjubelten 2:1 in Freiburg. Joshua Zirkzee, blutjunge 18 Jahre, ein Sturmtalent aus den Niederlanden, gelang ein traumhaftes Debüt. „Eines der größten Talente in unserer Akademie“, lobte Sportdirektor Hasan Salihamidzic den 1,93 Meter großen Hünen. „Gute Ballbehandlung und Technik, dazu enorme Kraft.“ In der internen Rangliste bei den Münchnern, die die jüngsten Torschützen in der Historie auflistet, belegt Zirkzee den dritten Rang bei einem Alter von 18 Jahren und 210 Tagen. Jünger waren nur Roque Santa Cruz und Mannschaftskollege Alphonso Davies. Zirkzee wandelt auf den Spuren der Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. Auch diese feierten ihren Einstand im Europapokal. Vor seinem Bundesliga-Einstand hatte das Versprechen auf eine glorreiche Zukunft in der Champions League beim 3:1 gegen Tottenham debütiert.

Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen den FC Bayern: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Ex-Bremer Miroslav Klose wird Flick-Assistent

Der Weltmeister drückt die Schulbank: Miroslav Klose, der frühere Bremer, nimmt am 67. Lehrgang für Fußballlehrer teil. Schon im DFB-Team und im Nachwuchs des FC Bayern aktiv, wird der ehemalige Stürmer in der neuen Spielzeit einer der Assistenten von Cheftrainer Hansi Flick. Gegen seinen Ex-Club Werder ist Klose also noch nicht dabei.

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