Ein typisches Bild beim 12:0-Sieg im Testspiel des SV Werder Bremen gegen den FC Oberneuland: Josh Sargent (r., mit Leonardo Bittencourt) holt nach einem Tor den Ball aus dem Netz und trägt ihn zurück zum Anstoß.
+
Ein typisches Bild beim 12:0-Sieg im Testspiel des SV Werder Bremen gegen den FC Oberneuland: Josh Sargent (r., mit Leonardo Bittencourt) holt nach einem Tor den Ball aus dem Netz und trägt ihn zurück zum Anstoß.

Werder Bremen und seine Stürmer

Zwölf Tore sind Anfang (fast) nicht genug: Werder-Stürmer sollen heiß laufen

Bremen - Im Fußball kennt man es als klares Signal: Wenn ein Stürmer nach einem Tor den Ball selbst aus dem Netz fischt und zurück zum Anstoßpunkt trägt, dann heißt das: Schnell weiter! Meistens liegt die Mannschaft dann zurück, in der Schlussoffensive soll das Spiel noch gedreht werden. Bloß keine Zeit verlieren! Ganz anders am Dienstagabend im XXL-Testspiel des SV Werder Bremen gegen den FC Oberneuland.

Werder Bremen führte klar und deutlich gegen den Regionalligisten (am Ende stand es 12:0), und Zeit war auch reichlich vorhanden (das Spiel ging über 120 Minuten). Trotzdem wiederholte sich das Bild in der Marko-Mock-Arena am Vinnenweg immer wieder: Ein Werder-Stürmer trifft, ein Werder-Stürmer holt den Ball aus dem Netz: Schnell weiter! Der Grund? Die Bremer hatten einfach Lust aufs Toreschießen. Trainer Markus Anfang gefällt das – und er erwartet nichts anderes.

„Ich finde, dass es wichtig ist, wenn du in einem solchen Spiel Chancen hast und Tore machen kannst, dass du einfach heiß darauf bist, die Tore auch zu machen“, sagt der Werder-Coach. Genau das habe er seinen Spielern bei einer ersten Spielunterbrechung nach 30 Minuten Spielzeit noch einmal klar gemacht. Anschließend purzelten die Tore, es wirkte zeitweise, als würden die Spieler um die Wette schießen und hätten dabei keine Zeit zu verlieren.

Werder Bremen: Coach Markus Anfang lobt nach dem Spiel gegen FC Oberneuland Niclas Füllkrug

Ob Josh Sargent und Leonardo Bittencourt (je drei Treffer in der ersten Hälfte) oder Niclas Füllkrug und Kebba Badjie (je zwei Tore im zweiten Durchgang) – nicht bei jedem Tor, aber immer mal wieder trugen sie den Ball zurück zur Mittellinie, selbst noch beim 12:0 von Werder Bremen gegen einen Viertligisten, der sich kaum wehren konnte. Und wenn der Torschütze den Ball nicht gleich selbst mitbrachte, nahm ihn manches Mal ein anderer stellvertretend mit.

Auffällig war das vor allem bei Niclas Füllkrug. „Fülle ist ein klassischer Stürmer, der will seine Tore machen, und das ist gut so. Das brauchen wir auch“, lobt Anfang. Möglicherweise war Füllkrug ob der Teameinteilung besonders motiviert. Der 28-Jährige führte in der zweiten Hälfte ein Team mit vielen Reservisten an, während Josh Sargent der Stürmer war, der in der ersten Halbzeit in einer Gruppe mit mehr vermeintlichen Stammspielern begann. Anfang will die Aufteilung allerdings nicht als einen Fingerzeig über seine Sturm-Hierarchie verstanden wissen. „Das hatte gar keine Bedeutung“, betont der Coach.

Der 47-Jährige muss weiterhin damit rechnen, dass sich das Gesicht seiner Mannschaft in den nächsten Wochen deutlich verändern wird. Vor allem Sargent gehört zu den Verkaufskandidaten. „Wir müssen da durch, dass wir uns jetzt nicht darauf konzentrieren können, eine Mannschaft einzuspielen, weil wir am Ende nicht wissen, wie die Situation sich entwickelt“, sagt Anfang.

Werder Bremen: Testspiel gegen FC Oberneuland hatte für Markus Anfang eine wichtige Erkenntnis

Für den Coach von Werder Bremen war im Testspiel die wichtigste Erkenntnis, „dass wir Tore schießen können“. Hundertprozentig zufrieden war Anfang mit der großzügigen Torausbeute gegen Oberneuland dennoch nicht. „Wir haben viel zu viele Chancen wieder liegen gelassen“, moniert der Trainer. „Das ist einfach das Salz in der Suppe. Du arbeitest dich nach vorne, du machst und tust, um die Torchancen zu haben, und dann musst du sie am Ende auch verwerten.“

Nicht immer habe seine Mannschaft die Situationen konsequent ausgespielt, zu oft hätten die Spieler den Ball noch leichtfertig vertändelt. „Wenn wir zu kompliziert spielen und wenn wir zu eigensinnig werden, dann kommen wir zu keinen Torchancen, dann haben wir viele Ballverluste“, mahnt Anfang. „Wenn wir aber in der Organisation sind, den Ball laufen lassen und schnell spielen, kommen wir zu vielen Torchancen. Das konnte man heute ganz gut sehen.“ Ein Dutzend hat Werder Bremen am Ende vollgemacht. Anfang: „Du kannst immer noch ein paar Tore mehr machen – aber zwölf Tore musst du auch erst mal schießen.“ (han)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare