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Peter Niemeyer (r.) feiert gemeinsam mit Per Mertesacker den DFB-Pokal-Sieg von Werder Bremen 2009 auf dem Bremer Rathausbalkon.

Letzter Werder-Titel vor zehn Jahren

Werder Bremen feierte im „schlechtesten Club von Berlin“

Bremen/Berlin – Beinahe hätte es in diesem Jahr wieder geklappt mit Werder Bremen und Berlin. Doch die Bremer verpassten durch die ebenso unglückliche wie ärgerliche 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München das DFB-Pokal-Finale in Berlin.

Somit blieb es dabei: Der letzte Titel liegt zehn Jahre zurück. Die DeichStube schaut zum Jubiläum auf das Endspiel 2009 und hat mit Peter Niemeyer gesprochen. Der 35-Jährige war damals nach einer Stunde für Kapitän Frank Baumann aufs Feld gekommen – und erinnert sich vor allem noch an eine etwas tierische Nacht.

Die offizielle Party von Werder Bremen stieg nach dem Endspiel im Maritim-Hotel. Alles gut organisiert – eines Pokalsiegers absolut würdig. Schließlich kannte sich Werder mit Feiern in Berlin aus. Die geladenen Gäste standen nach dem 1:0 gegen Bayer Leverkusen Schlange, um sich an diesem 30. Mai 2009 mit den Pokalhelden und der Trophäe ablichten zu lassen. Diego (zu Juventus Turin) und Frank Baumann (Karriereende) wurden offiziell verabschiedet, da flossen Tränen.

Peter Niemeyer bei Werder Bremen: „Graue Maus“ fühlt sich wie im Streichelzoo

Die offizielle Party reichte der Mannschaft aber längst nicht aus. „Wir sind in den schlechtesten Club von Berlin gefahren, hatten da unseren eigenen Bereich“, erinnert sich Peter Niemeyer und lacht: „Das war wie im Streichelzoo. Bist du zu nah an die Absperrung, dann ging es los, selbst bei so einer grauen Maus wie mir. Da wurdest du sofort angefasst.“

Trotzdem hätte die Mannschaft ihren Spaß gehabt. Auch am nächsten Tag. Erst bei der Zugfahrt nach Bremen, dann während des Autokorsos und schließlich auf dem Rathausbalkon. Vorbei war es aber längst nicht. Diego hatte noch zu seiner Abschiedsparty ins Bremer Parkhotel geladen. „Wir waren alle ganz schön müde“, erzählt Niemeyer: „Die Party ging trotzdem einfach weiter.“

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Nach dem Pokalsieg nahm Peter Niemeyer Teamkollege Martin Harnik huckepack. Auch Sebastian Boenisch jubelt.

Der 35-Jährige, der seine Karriere beendet hat und nun Co-Trainer bei Twente Enschede wird, schaut auch ein bisschen wehmütig zurück: „Manchmal ärgere ich mich, dass ich den Moment nicht noch mehr genossen habe. Aber so ist das ja fast immer mit besonderen Ereignissen.“

Und wie war das Spiel? „Es stand die ganze Zeit auf Messers Schneide“, erinnert sich Niemeyer. Im Uefa-Cup-Finale zehn Tage zuvor hatte der Mittelfeldspieler noch in der Startelf gestanden und die bittere 1:2-Niederlage nach Verlängerung erlebt. „Am Samstag danach mussten wir dann auf dem Platz mitansehen, wie Wolfsburg Meister geworden ist“, so Niemeyer. In Berlin wollten die Bremer dann endlich selbst feiern. Und Mesut Özil schoss Werder Bremen in der 58. Minute mit seinem 1:0 nach feiner Vorarbeit von Diego auf den richtigen Weg.

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Karriereende von Frank Baumann: Spieler stehen Spalier - mitten im DFB-Pokal-Finale 2009

Riesenjubel bei den Bremern – und nur wenig später große Melancholie: Der Kapitän verließ den Platz, zum letzten Mal in seiner Karriere. Baumann machte in seinem letzten Spiel nach einer Stunde Platz für Niemeyer. Viele Spieler liefen schnell noch herbei, um Spalier zu stehen. Eine ungewöhnliche Szene mitten in einem Finale. „Ich habe das gar nicht so wahrgenommen. Ich war voll im Tunnel“, erzählt Peter Niemeyer. Der damals 25-Jährige hatte schließlich die Aufgabe, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Es gelang ihm und seinen Kollegen. Und danach wurde nur noch gefeiert.

Niemeyer lief mit Teamkollege Martin Harnik, der im Endspiel auf der Bank gesessen hatte, huckepack über den Rasen. „Immer wenn ich das Pokalfinale sehe, so wie jetzt Bayern gegen Leipzig, wird mir bewusst, was für eine große Sache so ein Finale ist“, sagt Niemeyer. Auf seine Bremer Zeit von 2007 bis 2010 blickt er ohnehin ganz besonders zurück: „Wenn ich mich frage, welche Jungs vor allem aus meiner Fußball-Zeit hängen geblieben sind, mit wem ich heute noch mal an der Theke stehe, dann lautet die Antwort: Das sind die Bremer!“

Was zehn Jahre in der Zukunft liegt, wissen wir noch nicht, den Namen den das Weserstadion bis dahin tragen wird, aber schon. Werder Bremen hat die Namensrechte vom Weserstadion verkauft.

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