Felix Agu darf wieder raus und steht nach seinen positiven Corona-Tests und der anschließenden Quarantäne wieder für den SV Werder Bremen auf dem Trainingsplatz.
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Felix Agu darf wieder raus und steht nach seinen positiven Corona-Tests und der anschließenden Quarantäne wieder für den SV Werder Bremen auf dem Trainingsplatz.

Werder-Profi spricht über Corona-Leidenszeit

Werder-Neuzugang Felix Agu, die Quarantäne und die Gefahr zu verblöden

Bremen – Seit Mittwoch vergangener Woche ist er wieder in „Freiheit“. Raus aus der Corona-Quarantäne und zurück im Training des SV Werder Bremen. „Überglücklich“ ist Felix Agu darüber, denn die drei Wochen allein in seiner Bremer Wohnung waren keine Zeit, die er genossen hat.

Natürlich nicht. Denn erst war er krank, hatte die typischen Corona-Symptome wie Fieber, Husten sowie den Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. „Aber das war nach ein paar Tagen vorbei“, berichtet der Profi des SV Werder Bremen – und danach sei es einfach nur noch langweilig und bedrückend gewesen, nicht raus gehen und niemanden treffen zu dürfen. „So eine lange Zeit allein zu sein, kann sich schon auf die Psyche auswirken“, sagt Felix Agu im neuen Werder-Podcast und bilanziert seine Corona-Isolation ziemlich deutlich mit: „Es ist schon hart.“

Werder Bremen: Felix Agu hat unter Quarantäne nach Coronavirus-Infektion gelitten

Der 21-Jährige hatte am 21. Oktober die Nachricht bekommen, dass er positiv auf das Corona-Virus getestet wurde – als erster und bislang auch einziger Werder-Profi. Die Nachricht, übermittelt vom Mannschaftsarzt, sei „ein ziemlich großer Schock“ gewesen. Denn eigentlich hatte sich der Neuzugang vom VfL Osnabrück in seiner Fußballer-Welt in Sicherheit gewähnt: „Alle Tests bei uns waren immer negativ. Es hat sich angefühlt, als würde es nie zu uns kommen.“ Es, das Virus, ist aber doch gekommen und hat ihn in einer Phase herausgerissen, in der Felix Agu gute Chancen gehabt hätte, seine Bundesliga-Premiere beim SV Werder Bremen feiern zu können. Denn Linksverteidiger Ludwig Augustinsson war verletzt, Agu hätte nachrücken können. Doch diese Chance versandete im Konjunktiv. Statt Bundesliga blieb ihm das Bett. „Ich habe in der Quarantäne versucht, so lange wie möglich zu schlafen, um die Tage kürzer werden zu lassen“, lacht der Deutsch-Nigerianer. Klar, dass es nicht geklappt hat.

Zum Zeitvertreib und Zwecke der Fitness hat Werder Bremen ihm ein Ergometer in die Wohnung stellen lassen und ihm ein Fitnessprogramm übermittelt. Den meisten Kontakt habe er in den Quarantäne-Wochen deshalb zu den Athletik-Coaches Günther Stoxreiter und Henrik Frach gehabt - online natürlich. Für die Einkäufe sei die Mama extra aus Osnabrück gekommen und habe ihm alles vor die Tür gestellt – auch vorbereitetes Essen. „Das hat mir vieles erleichtert“, meint Felix Agu, der erst im Sommer mit dem Wechsel zu Werder sein Elternhaus verlassen hat.

Werder Bremen-Profi Felix Agu über Corona-Quarantäne: Man hat irgendwann das Gefühl, dass man verblödet

Aber die Langeweile und das unschöne Gefühl, daheim rumsitzen zu müssen, während die Kollegen trainieren und spielen, konnte ihm niemand nehmen. „Ich war zu Hause und wusste nicht, was ich machen sollte. Es war schwer für mich, aber ich musste es annehmen.“ Immerhin hat er gelernt, dass die Lust auf TV-Serien endlich ist und der Kopf mehr will. „Wenn man nur auf den Bildschirm starrt, hat man schon irgendwann das Gefühl, dass man verblödet. Da muss man sich schon mal mit etwas anderem beschäftigen.“ Felix Agu hat es mit dem Erlernen der spanischen Sprache versucht – wenigstens für ein paar Tage. Fortschritte? „Nicht der Rede wert.“ Mittlerweile regiert eh' wieder der Fußball. Agu ist zurück im Teamtraining, könnte theoretisch am Samstag gegen den FC Bayern für Werder Bremen auflaufen. „Ein bisschen Kondition“ habe er zwar eingebüßt, aber zum Glück spüre er keine Langzeitfolgen der Infektion: „Mir geht's jetzt wieder gut.“ (csa)

Letzte Meldung vom 11. November 2020:

Nach Corona-Quarantäne: Felix Agu bei Werder Bremen zurück im Training

Er ist wieder zurück: Am Mittwoch hat Felix Agu erstmals seit seinen positiven Corona-Tests wieder beim SV Werder Bremen auf dem Platz trainiert. Es handelte sich dabei aber zunächst nur um eine individuelle Einheit.  „Wir wissen noch nicht genau, ob er diese Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird“, sagte Clemens Fritz, Leiter Profifußball beim SV Werder Bremen, über Felix Agu. „Da müssen wir die nächsten Tage abwarten.“

Vor drei Wochen war Felix Agu erstmals positiv auf das Coronavirus getestet worden. Eigentlich hätte seine Quarantäne längst beendet sein sollen, vergangene Woche war ein erneuter Test allerdings wieder positiv ausgefallen. Die Quarantäne wurde verlängert. Nun ist der 21-Jährige zurück auf dem Platz. Noch ist unklar, ob er auch ein Kandidat ist für das Testspiel des SV Werder Bremen am Freitag gegen den FC St. Pauli. (han/csa)

Zur letzten Meldung vom 5. November 2020:

Felix Agu erneut positiv auf Corona getestet - Werder Bremen-Trainer Florian Kohfeldt: „Keine angenehme Nachricht“

Bremen – Der erste Corona-Fall bei Werder Bremen ist gleich ein besonderer: Felix Agu muss noch länger in Quarantäne bleiben als gedacht, weil der 21-Jährige erneut positiv auf das Virus getestet wurde. Keine einfache Situation für den Neuzugang aus Osnabrück, doch Werder-Coach Florian Kohfeldt macht ihm Mut.

Vor gut zwei Wochen war Felix Agu positiv getestet worden, wenig später tauchten auch Symptome auf. Diese sind längst abgeklungen, und Werder Bremen rechnete damit, dass der Außenverteidiger an diesem Donnerstag wieder ins Training zurückkehren könnte. Zuvor wurde Agu natürlich getestet – allerdings mit einem positiven Ergebnis. Deshalb verlängerte das Bremer Gesundheitsamt die Quarantäne vorerst bis zum 10. November.

Werder Bremen: Felix Agu könnte nach positivem Corona-Test Mitte nächster Woche Quarantäne verlassen

„Das war sicherlich keine angenehme Nachricht für ihn. Aber er wirkt stabil“, berichtet Kohfeldt, der in engem telefonischen Kontakt mit seinem Spieler steht: „Der Fitnessstand ist natürlich nicht optimal zu gewährleisten in der eigenen Wohnung. Er hat ein Fahrrad-Ergometer, er kann Krafttraining machen. Die Grundlagen-Fitness wird erhalten bleiben, die fußballspezifische Fitness nicht.“ Trotzdem blickt der Coach des SV Werder Bremen optimistisch in die Zukunft: „Felix ist grundsätzlich ein Spieler, der sehr gute Anlagen hat. Deswegen erwarte ich bei ihm keinen dramatischen Leistungseinbruch nach der Quarantäne.“

Nach zwei negativen Tests könnte Felix Agu dann Mitte der nächsten Woche die Quarantäne verlassen und ins Training einsteigen. Die Länderspielpause böte ihm dann eine gute Gelegenheit, um die nötige Kraft zu tanken, um endlich sein Bundesliga-Debüt feiern zu können. Denn darauf wartet der 21-Jährige noch seit seinem Wechsel im Sommer vom Zweitligisten VfL Osnabrück zum SV Werder Bremen. (dco)

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