Bisher ackert Felix Agu für den VfL Osnabrück dien Außenlinie rauf und runter, ab Sommer dann für Werder Bremen.
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Bisher ackert Felix Agu für den VfL Osnabrück dien Außenlinie rauf und runter, ab Sommer dann für Werder Bremen.

Neuzugang im Portrait

Felix Agu – das Juwel mit dem Kämpferherz

Osnabrück - Von Susanne Fetter. Felix Agu wechselt im Sommer vom VfL Osnabrück zu Werder Bremen. Der Neuzugang ist ein Juwel mit Kämperherz. Ein Portrait.

„Agu, Agu“ – wer mit 20 Jahren schon einen eigenen Sprechchor von den Fans bekommt, der muss etwas Besonderes haben. Bei Felix Agu, dem Eigengewächs des VfL Osnabrück, ist das neben seiner sympathischen Persönlichkeit vor allem sein erfrischender Spielstil. Auf beides können sich ab dem Sommer die Freunde des SV Werder Bremen freuen, der Verein bestätigte am Donnerstag offiziell die Verpflichtung des agilen Außenverteidigers.

15 Spiele hat Agu in der VfL-Aufstiegssaison des VfL absolviert, zwei Tore vorgelegt und zwei erzielt. In der laufenden Zweitliga-Saison des VfL gehört er natürlich wieder zum Stammpersonal. Die aktuelle Bilanz: 15 Saisoneinsätze, sechs Torvorlagen, kein eigener Treffer. Herausstechend sind Agus Schnelligkeit, sein Mut, seine Furchtlosigkeit und sein Kämpferherz. So wie bei seinem ersten Tor als Profi. Es war das letzte Spiel des Jahres 2018. In Würzburg lag der VfL Osnabrück erst mit 0:1 zurück. Fabio Kaufmann war Agu auf der linken Abwehrseite enteilt und hatte die Führung für die Gastgeber erzielt. „Da ist mir mein Gegenspieler entwischt“, gestand Agu nach der Partie. Dann fügte er lächelnd an: „Aber beim 2:1 bin ich ihm dann entwischt.“

Werder Bremen-Neuzugang Felix Agu: Zäh und bodenständig

In der 74. Minute traf der 1,80 Meter große Youngster per Kopf zum Sieg des VfL, der damit als Tabellenführer in die Winterpause ging. Während die Mitspieler feierten, lag Felix Agu im Strafraum am Boden. „Ich bin bei der Landung mit dem Kopf aufgeschlagen“, erklärte er. Leicht benommen lag er da, Kapitän Marc Heider kam als Erster zu ihm und schaute, ob seinem jungen Mitspieler etwas passiert war, ehe er zum Jubel ansetzte.

Sein Trainer Daniel Thioune sagte später liebevoll: „Wenn man Felix manchmal so sieht zwischen all diesen gestandenen Typen, und er dann am Boden liegt, möchte man ihn auch einfach nur in den Arm nehmen.“ Doch Agu ist überhaupt nicht wehleidig, sondern zäh. Er setzt sich durch und schüttelt Situationen wie diese schnell ab. Einer, der schnell abhebt, ist Agu aber nicht. Dafür haben bislang auch seine Trainer gesorgt. Thioune arbeitet mit ihm seit der U17 zusammen, dessen Co-Trainer Merlin Polzin kennt ihn sogar schon aus der U16. Beide wissen, wie wichtig es ist, die Belastung bei solch jungen Juwelen zu dosieren.

Felix Agu, Sommer-Neuzugang des SV Werder Bremen, hat bisher zwei Mal für die deutsche U21-Nationalmannschaft gespielt.

Werder Bremen ist Felix Agus erste Station außerhalb Osnabrücks

Seit 2010 spielt Agu, der vom Osnabrücker SC kam, beim VfL. Nach seinem Abitur im Frühjahr 2018 bot ihm der VfL einen Profivertrag an. Laufzeit: ein Jahr plus Option. Im Sommer wird er ablösefrei zu Werder Bremen wechseln. Die erste Station außerhalb Osnabrücks, aber nicht wirklich weit entfernt.

Der VfL Osnabrück wird aber immer der Club bleiben, der Agu entwickelt hat. „Ich spüre hier großes Vertrauen“, betonte er stets. Auch von seinen Mitspielern, wie Innenverteidiger Maurice Trapp. „Er redet viel mit mir. Das gibt mir viel Sicherheit und macht es für mich deutlich einfacher.“ Und selbst Fehler wie der vor dem 0:1 in Würzburg warfen ihn nicht um, sondern stachelten den ehrgeizigen jungen Mann eher dazu an, das wieder auszubügeln. Das wurde schon in der Aufstiegssaison in Braunschweig deutlich, als Felix Agu nach 86 Sekunden ein unglückliches Eigentor erzielte und danach derart Wind machte auf dem Flügel, dass er mit einer Linksflanke ein Braunschweiger Eigentor zum Ausgleich einleitete. Nach der Partie verpasste er sich dennoch einen Maulkorb.

Werder Bremen: Felix Agu kann Theodor Gebre Selassie oder Ludwig Augustinsson beerben

„Ich war nicht zufrieden mit meiner Leistung. Ich habe meine Seite nicht so zugekriegt, wie man sich das als Verteidiger wünscht“, sagte er selbstkritisch. Sein Trainer nimmt ihn in solchen Situationen in Schutz. „Felix entwickelt sich.“ Und er wird in Osnabrück noch drei Monate reifen. Dann geht es für den Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers weiter nach Bremen, wo er perspektivisch Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie (33) beerben soll. Oder Linksverteidiger Ludwig Augustinsson (25), der im kommenden Sommer oder im Jahr darauf ein Verkaufskandidat wird bei Werder Bremen. Agu hat sich bislang so flexibel gezeigt, dass ihm zugetraut wird, sowohl die eine wie die andere Position zu bekleiden.

Seine Qualitäten haben das Talent Felix Agu auch schon bis in die deutsche U21-Nationalmannschaft gebracht. Zwei Einsätze stehen in der Vita, und möglich ist, dass er im Sommer zum deutschen Olympia-Kader gehören wird. Und später? Auch die nigerianische Nationalmannschaft kommt als Team für die internationale Karriere infrage. Anfragen an Agu soll es schon gegeben haben.

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