21-Jähriger hat klare Ziele

Quarantäne abgehakt, Zukunft im Visier: Wie Felix Agu bei Werder Bremen weiter wachsen will

Bremen – Sie sind mittlerweile Normalität geworden, diese Medientermine des SV Werder Bremen via Online-Konferenztools. Dann loggen sich diverse Journalisten in einen virtuellen Meetingroom ein und schauen auf ein kleines Viereck auf ihrem Monitor, in dem weit hinten an einem Tisch ein Spieler sitzt und auf Fragen wartet und diese beantwortet.

So gestaltet sich persönlicher Kontakt in Zeiten der Corona-Pandemie. Schwierig, unter diesen Umständen eine Gesprächsatmosphäre aufzubauen und Schwingungen beim virtuellen Gegenüber zu erspüren. Beim Meeting mit Felix Agu ist das aber anders. Nach einem 20-minütigen Streifzug durch die Themen bleibt ein Eindruck nämlich ganz klar zurück: Der 21-jährige Profi des SV Werder Bremen ist in den vergangenen Wochen ein ganzes Stück gewachsen. Und das durch Ereignisse, die nicht nur positiv waren.

Die Corona-Quarantäne, drei Wochen allein in der Wohnung war alles andere als schön. Eine einsame Zeit. Aber mit ihrem Ende begann für Felix Agu auch endlich die Bundesliga-Karriere. Debüt gegen den FC Bayern, Einsatz Nummer zwei gegen den VfL Wolfsburg – nach fünf Monaten beim SV Werder Bremen darf er sich nun endlich auch Bundesliga-Profi nennen. „Ich bin natürlich glücklich, die ersten Minuten gesammelt zu haben“, sagt er: „Ich merke, dass ich mich bisher gut entwickelt habe bei Werder. Dafür wurde ich jetzt belohnt.“ Vor Saisonbeginn war er vom VfL Osnabrück zum SV Werder gewechselt, also aus der zweiten in die erste Liga. „Ein großer Schritt“ sei das, sagt Agu, „die individuelle Qualität der Spieler ist noch mal deutlich höher in der Bundesliga“.

Werder Bremen: Felix Agu will Stammspieler werden - vielleicht als Nachfolger von Theodor Gebre Selassie

Da mitzuhalten ist nicht einfach. Schon gar nicht, wenn man, wie Agu, gerade eine Quarantäne hinter sich hat. Zwar habe er sich schon während der Isolation körperlich wieder top gefühlt, das Thema trägt er aber trotzdem noch mit sich herum. Wie eine Gefahr, von der niemand weiß, wie groß sie tatsächlich ist. Andere von einer Covid-19-Infektion Genesene klagen über Spätfolgen, Felix Agu zum Glück nicht: „Ich habe die Erkrankung gut überstanden. Eine Woche nach Ende der Quarantäne hatten wir aber ein paar Tests gemacht – das Herz kontrolliert, die Lunge auch. Das ist alles gut ausgefallen.“

Und so hofft der Außenverteidiger, dass von der Infektion nichts zurückbleibt und er positiv in die Zukunft schauen kann. Was die bei Werder Bremen in den kommenden Spielen für ihn bringt, „weiß ich nicht. Ich erwarte nichts Besonderes, werde einfach weiter Gas geben im Training und mich anbieten.“ Langfristige Ziele gibt es aber selbstredend. Stammspieler werden bei Werder zum Beispiel, vielleicht als Nachfolger von Theodor Gebre Selassie auf der rechten Abwehrseite.

Werder Bremen: Felix Agu hat Chancen auf U21-EM und Olympische Spiele

Oder aber die Teilnahme an der U21-EM oder den Olympischen Spielen im kommenden Sommer. Felix Agu hat als aktuelles Mitglied des deutschen U21-Kaders Chancen auf beide Events und brennt dafür: „Ich wäre natürlich gerne dabei. Aber ich muss mich auch anbieten können, um eingeladen zu werden.“ Übersetzt heißt das, dass Agu bis zum Sommer regelmäßig für Werder Bremen zum Einsatz kommen muss. Den Anfang hat er mit den Einwechslungen gegen Bayern und Wolfsburg gemacht.

Dafür gab es viele Glückwünsche. Und nicht wenige davon aus Osnabrück, der Heimat, die zu besuchen Agu allerdings meidet. Ja, nach dem Ende der Quarantäne sei er auch mal zu seinen Eltern gefahren, „weil ich sie unbedingt mal wiedersehen wollte“. Aber ansonsten hält er sich fern von alten Freunden – oder wie er es sagt: von „weniger oft getesteten Menschen“. Denn eines will er nach überstandener Corona-Erkrankung ganz gewiss nicht: das Ganze noch mal durchmachen. Agu: „Ich will das Virus auch nicht mitbringen in die Mannschaft, das wäre angesichts der bevorstehenden Englischen Wochen eine Katastrophe.“ (csa)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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