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Keeper Felix Wiedwald (li.) will Werder offenbar verlassen. Und Frank Baumann? Der weiß von nichts! „Ich habe da bisher von niemandem eine Bestätigung“, sagte der Sportchef.

„Für mich nur Gerüchte“

Wiedwald-Wechsel? Sportchef Baumann weiß von nichts

Bremen/Nantes - Nein, Frank Baumann hat sich noch keine Gedanken gemacht, ob und wenn ja, für wie viel Geld er Felix Wiedwald ziehen lassen würde.

Der Torhüter hat aus der Suche des SV Werder nach einem neuen starken Torhüter seine Konsequenz gezogen und will den Club trotz des bis 2018 laufenden Vertrages verlassen. Sportchef Frank Baumann glaubt das jedoch nicht und will nicht auf Meldungen reagieren, die „für mich nur Gerüchte“ sind: „Ich habe da bisher von niemandem eine Bestätigung.“ Soll wohl heißen: Wiedwald hat seinen Wechselwunsch und die Bitte um eine Freigabe noch nicht – weder persönlich noch via eigene Berater – bei Baumann hinterlegt.

Der Werder-Manager weiß angeblich von nichts, sein Stand ist immer noch dieser: „Wir sind hinsichtlich einer langfristigen Zusammenarbeit mit den Beratern im Austausch. Das machen wir schon seit einiger Zeit, und da sind wir noch dabei.“ Das hört sich weder nach Wechsel und schon gar nicht nach einer von Wiedwald angeblich erhofften Freigabe für eine geringe Ablöse an. Das hört sich eher so an, als ob Baumann trotz der kurz vor einem Abschluss stehenden Verhandlungen um den Tschechen Jiri Pavlenka von Slavia Prag auch an einer Vertragsverlängerung mit Wiedwald arbeiten würde. Stimmt das? Oder treibt da einer das Versteckspiel um die Zukunft der bisherigen Nummer 1 im Bremer Tor nur auf die Spitze?

„Schritte nach vorne machen“

Das allgemeine Verständnis der aktuellen Situation ist grob zusammengefasst dieses: Die Suche nach einem Torwart und das Werben um Pavlenka sind gleichzusetzen mit einem Vertrauensentzug für Wiedwald. Das sehen die meisten so. Baumann nicht. Er sieht darin lediglich „eine Vermutung“ der Medien und tut so, als wäre es eine Überempfindlichkeit der Wiedwald-Fraktion, tatsächlich an einen Abgang aus Bremen zu denken. Seine Sicht: „Es wird immer drei, vier Torhüter im Kader und damit auch immer einen Konkurrenzkampf geben. Warum sollen wir nicht versuchen, diesen Konkurrenzkampf hochzuhalten und uns damit auf dieser Position zu verbessern? Es ist doch unsere Pflicht, uns immer nach Möglichkeiten umzuschauen, um Schritte nach vorne zu machen.“

Für Felix Wiedwald ist Konkurrenzkampf grundsätzlich auch kein Problem. Der mit Jaroslav Drobny hat ihn in der vergangenen Saison schließlich zur besten Halbserie seiner Karriere getrieben. Zufällig allerdings, denn der Motor des Wechselspiels im Werder-Tor war nicht etwa ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Keeper oder ein permanentes Umdenken des Trainers gewesen, sondern eine Verletzung bei und eine Sperre für Drobny. Das Resultat war aber, dass sich Wiedwald groß gemacht und gezeigt hat: Er kann Nummer eins!

Torwartfrage soll bis Sonntag geklärt sein

Drobny wird den Druck, den Wiedwald offenbar braucht, mit bald 38 Jahren nicht mehr erzeugen können. Pavlenka schon. Aber der Verlierer in diesem Spiel will Wiedwald am Ende nicht sein. Jetzt hat er eine starke Marktposition, die darf er nicht verlieren. An ihm sind angeblich englische Zweitligisten interessiert. Und der FC Nantes aus Frankreichs erster Liga auch. Dort wurde am Montag übrigens Claudio Ranieri als neuer Trainer offiziell vorgestellt.

Er sprach viel über das Team, über die Zukunft. Nach allem, was der Club im Internet über die Pressekonferenz zusammengestellt hatte, – immerhin ein fast neun Minuten langes Video und eine Statement-Sammlung des Italieners – sprach er nicht über Wiedwald. Was aber nichts heißen muss. Bei Werder spricht ja auch niemand über Pavlenka. „Da“, sagte Frank Baumann nur, „gibt es keinen neuen Stand.“ Es bleibt aber dabei: Bis zum Trainingsstart am Sonntag soll die viel diskutierte Torwartfrage geklärt sein.

Update (27.06.2017): Der Wechsel von Jiri Pavlenka zum SV Werder ist fix.

Felix Wiedwald - seine Karriere in Bildern

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