Abfeiern mit den Fans! Die Profi-Polonaise – angeführt von Fin Bartels – führte am Samstag an der Ostkurve vorbei und geht jetzt in Richtung Europapokal.
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Abfeiern mit den Fans! Die Profi-Polonaise – angeführt von Fin Bartels – führte am Samstag an der Ostkurve vorbei und geht jetzt in Richtung Europapokal.

„Die Mannschaft brennt“

Feuer und Flamme für Europa

Bremen - Fin Bartels hat längst herausgefunden, wie er am besten mit der neuen Situation bei Werder Bremen umgeht. „Genießen, einfach nur genießen“, rät der Stürmer, der in seiner Karriere schon vier Abstiege, aber noch nie einen Höhenflug wie den aktuellen erlebt hat.

Er lässt es auf sich wirken, dass Werder nun schon seit elf Spielen nicht mehr verloren hat und plötzlich Platz sechs belegt – mit den besten Chancen auf die Europa League. Wie sich das anfühlt? „Schön. Die Momentaufnahme ist einfach sehr, sehr gut“, sagt Bartels und grinst dabei von einem Ohr zum anderen. So glücklich sieht einer eben aus, wenn er gerade etwas wirklich Großes erlebt.

Und das, was Werder Bremen da momentan Woche für Woche in der Fußball-Bundesliga auf den Rasen zaubert, ist fraglos etwas richtig Großes. Das Beste jedenfalls, was die Liga momentan zu bieten hat. Wer sich nur die letzten zehn Spiele anschaut, sieht die Grün-Weißen national auf Platz eins und im Vergleich mit den zehn stärksten Ligen Europas auf Rang drei. Nur die AS Monaco und Tottenham Hotspur sind mit 28 beziehungsweise 27 Punkten besser als die Bremer (26).

Die Europa League soll es sein – unbedingt

Die internationale Formtabelle ist aber nur eine nette Spielerei. Tatsächlich wichtig ist, dass durch den 2:0-Sieg über Hertha BSC die Punkte 43, 44 und 45 auf das grün-weiße Saisonkonto, das jahrelang unter akuter Unterdeckung gelitten hatte, gespült wurden. Und dass die Mannschaft bewiesen hat, dass die Saison mit dem in der Vorwoche geschafften Klassenerhalt noch lange nicht vorbei ist.

Die Tore von Bartels (10.) und Max Kruse (16.) sowie die folgende konzentrierte Defensivleistung haben die Antwort auf die Frage gegeben, die sich unter anderem auch Trainer Alexander Nouri gestellt hatte: Ist die mentale Kraft noch da, um die Erfolgsserie nach endgültig verjagter Abstiegsgefahr fortzusetzen? Nach dem 2:0 weiß jeder: Ja, das Team will mehr. Die Europa League soll es sein – unbedingt. Und obwohl Nouri eigentlich „kein neues Ziel ausrufen“ will, ist er doch absolut einverstanden und „stolz auf die Mannschaft: Sie hat sich ein neues Ziel gesetzt und brennt dafür“.

Werder darf weiter von Europa träumen

Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
Werder Bremen 2:0 Hertha BSC © nordphoto
Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
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Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
Werder Bremen 2:0 Hertha BSC © nordphoto
Werder Bremen 2:0 Hertha BSC
Werder Bremen 2:0 Hertha BSC © nordphoto

Das Team ist tatsächlich Feuer und Flamme für Europa. Sie brennt aber nicht nur dafür, sie scheint auch schon reif zu sein für das internationale Geschäft. „Wir sind gut drauf und stabil und mit einem gewissen Selbstvertrauen ausgestattet“, sagt selbst Sportchef Frank Baumann, der über die Europa League gar nicht reden will und ihrer reinen Erwähnung reflexartig mit Sätzen wie diesem begegnet: „Es besteht kein Grund durchzudrehen.“

Was auch niemand vorhat. Aber wer drei Spieltage vor Saisonende Sechster ist, muss sich auch nicht mehr künstlich kleinhalten. Werder Bremen ist wieder wer – die Fans mussten sich deshalb in der Schlussphase des Hertha-Spiels, als sie immer wieder den Europapokal besangen, auch nicht den Verlust des Realitätssinns vorwerfen lassen.

Baumann, der sture Realist – Bartels, der große Genießer

Der gute alte Europapokal könnte tatsächlich in der kommenden Saison nach Bremen zurückkehren – in die Stadt also, in der die Wunder von der Weser geboren und bestaunt wurden. Dass es die nicht nur im Europapokal gibt, zeigt der aktuelle grün-weiße Erfolgslauf. Auch er hat Züge eines Wunders, weil er so unerwartet kam. Gleichwohl sieht Fin Bartels darin nur das Ergebnis einfachster Zutaten: „Jeder ist für den anderen da, wenn mal einer einen Fehler macht oder einen schlechten Tag erwischt hat. Das macht uns so stark.“

Stark genug, um im Saisonendspurt auch noch die Hürden 1. FC Köln (8.), 1899 Hoffenheim (3.) und Borussia Dortmund (4.) erfolgreich zu nehmen? „Brutal schwer“ werden diese Partien, glaubt Frank Baumann, der sture Realist. „Geile Spiele“ erwartet dagegen Fin Bartels, der große Genießer.

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