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Fin Bartels von Werder Bremen brennt auf sein Comeback im Trainingslager.

Werder-Profi steht in den Startlöchern

Fin Bartels - zurück auf Los

Zell - Das Comeback steht an. Wenn Werder Bremen am Sonntag im Trainingslager im Zillertal den ersten Test der Vorbereitung absolviert, ist es für die meisten Werder-Profis nur eine erste Überprüfung, wie viel Können in der Sommerpause verschütt gegangen ist. Für Fin Bartels wird das Blitzturnier gegen die WSG Swarovski Tirol und den Karlsruher SC dagegen zu einer ganz großen Sache.

Es ist die Rückkehr auf den Platz nach einer Verletzungspause, die mit 19 Monaten nicht nur unglaublich lang, sondern in Phasen auch sehr zermürbend war. Doch nun geht der Blick des 32-Jährigen wieder nach vorne. Erstmal auf das Blitzturnier, „da will ich schon ein paar Minütchen spielen“, sagt er. Dann auf die weiteren Wochen bis zum Pflichtspielstart. „Ich habe das Ziel, dass ich am Ende der Vorbereitung voll da bin“, erklärt Fin Bartels.

In den vergangenen anderthalb Jahren war er vor allem eins: voll weg. Seit dem Achillessehnenriss im Dezember 2017 ist der Angreifer nicht wieder richtig auf die Beine gekommen. Ja, es gab die beiden Bundesliga-Kurzeinsätze im vergangenen März, doch die zählt selbst Bartels nicht. Weil danach ein Muskelfaserriss die Auszeit verlängerte. „Für mich war es wie eine große Pause“, sagt er deshalb und bekennt, dass die „drei, vier Rückschläge“, die er seit dem Achillessehnenriss hatte hinnehmen müssen, am Nervenkostüm genagt hätten. „Du fällst auch mal in ein Loch“, sagt er. Aber: „Vielleicht hat der Körper genau diese zusätzliche Zeit auch gebraucht, um sich zu erholen. Ich hatte dabei auch nie den Gedanken, dass ich nicht zurückkommen könnte.“

Werder Bremen: Fin Bartels „hat nichts mehr, was noch wehtun könnte“

Und da ist er also wieder. „Im Prinzip spielfähig“ – so beschreibt Bartels den aktuellen körperlichen Stand, auf den er sich durch ein zusätzliches Training während der Sommerpause gebracht hat. Urlaub hat er nicht großartig gemacht, die Fitness stand im Vordergrund. „Wir haben an allem gearbeitet. Jetzt gibt‘s nichts mehr, was noch wehtun könnte“, lacht der Offensiv-Experte. Der Körper ist also bereit, der Geist auch? Ja, und zwar ganz ohne Einschränkung, behauptet Bartels. „Ich denke nicht mehr an den Moment der Verletzung. Auf dem Platz bin ich im Kopf total frei.“

Bereit für einen neuen Anlauf Richtung Stammplatz. Mit 32 Jahren. Problematisch könnte für Bartels nicht nur sein schon etwas fortgeschrittenes Alter werden, sondern auch die Tatsache, dass sich während seiner Abwesenheit viel getan hat bei Werder. Die spielerische Entwicklung ist unter Coach Kohfeldt rasant vorangeschritten, der Angriff hat sich völlig neu sortiert. Milot Rashica ist durchgestartet, Johannes Eggestein hat sich positioniert, Niclas Füllkrug ist gekommen, Josh Sargent steht in den Startlöchern für eine große Karriere, Yuya Osako mischt auch mit. Und vor allem: Max Kruse, Bartels kongenialer Partner aus der Zeit vor dem Achillessehnenriss, ist nicht mehr da

Fin Bartels: Es wird für Werder Bremen und mich ohne Max Kruse gehen

Probleme, Probleme, Probleme? Bartels lächelt, sagt: „Es wird für Werder ohne Max gehen, und es wird auch für mich ohne Max gehen.“ Was den gewaltigen Konkurrenzkampf betrifft, hat er eine für ihn typische Bartels-Einstellung entwickelt: „Ich sehe das einfach so wie vor fünf Jahren, als ich zu Werder kam. Da war ich auch der Herausforderer, und niemand hat etwas von mir erwartet.“ Zurück auf Los – so geht er es jetzt an. Bescheiden trotz der Erfahrung aus 300 Spielen in der ersten und zweiten Bundesliga.

Bartels‘ Vertrag beim SV Werder Bremen läuft noch ein Jahr lang. Während der Verletzungspause war er per vorzeitig gezogener Option durch den Verein verlängert worden. Es war ein großer Vertrauensbeweis. Den der Spieler jetzt bestätigen muss. Eine Saison bleibt, um sich für eine weitere Verlängerung zu empfehlen. Noch sei über diese Dinge nicht gesprochen worden, natürlich nicht, meint Bartels: „Es ist ja auch noch viel zu früh.“ Wenn am Ende der Abschied von Werder stehen sollte, dann würde er das bedauern, seine Karriere aber definitiv bei einem anderen Club fortsetzen. Denn Fin Bartels hat für sich ganz klar festgestellt: „Ich bin noch nicht fertig.

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