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GER, 1.FBL, Werder Bremen vs SC Freiburg

Werder-Coach Nouri erklärt Auswechslung

Darum musste Kainz runter

Bremen - Nach Jiri Pavlenka war Florian Kainz Werders bester Spieler beim 0:0 gegen den SC Freiburg. Umso überraschender wurde er er schon nach 78 Minuten ausgewechselt.

Einige Fans konnten die Entscheidung von Trainer Alexander Nouri nicht verstehen und pfiffen. Auch Kainz war irritiert. Nouri sorgte dann später für Aufklärung.

„Wir hatten den Eindruck, dass Florian etwas müde war und wollten deshalb noch einmal einen offensiven Impuls setzen“, erklärte Nouri den Wechsel Izet Hajrovic für Kainz in der 78. Minute: „Wir haben dann auch auf drei Angreifer umgestellt.“ Die Rechnung ging allerdings nicht auf. Auch mit Hajrovic gab es kein Tor. Der Bosnier brauchte etwas, um ins Spiel hereinzukommen – und da war die Partie auch schon wieder vorbei.

„Ich weiß nicht, warum ich runter musste"

Kainz war dagegen im klassischen Sinne ausgebremst worden. Fast alle gefährlichen Situationen hatte der Österreicher irgendwie mitkreiert. Müde fühlte sich der 24-Jährige jedenfalls nicht: „Ich weiß nicht, warum ich runter musste.“ Als Vermutung gab er noch seine Gelbe Karte und die damit verbundene Gefahr eines Platzverweises an. Doch davon sagte Nouri nichts. Und so muss sich der Coach schon den Vorwurf gefallen lassen, ausgerechnet seinen besten Spieler ausgewechselt zu haben.

Einzelkritik: Pavlenkas bestes Spiel

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Der Tscheche lieferte sein bislang bestes Spiel im Werder-Trikot ab. Starke Paraden bei den Freiburger Chancen durch Stenzel (27.), Frantz (31.), Niederlechner (40.) und mit Glück, dass ein Lienhart-Kopfball am Außenpfosten landete (72.). Note 2 © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer: Sah eine Gelbe Karte, für ein Foul, das vermutlich gar keines war. Er gewann nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe, was für einen Innenverteidiger kein Qualitätsmerkmal ist. Note 4 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Trotz der Rückkehr von Niklas Moisander ins Team, blieb Veljkovic in der Mitte der Dreierkette. Er lieferte ein paar haarige Szenen ab, weil er mit den Abspielen zu lange wartete, hatte aber auch einen Zuckerpass auf Augustinsson im Repertoire. Note 3,5 © nordphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Saisondebüt für den Finnen. Nach auskurierter Muskelverletzung feierte er sein Comeback und spielte so, als wäre er nie weg gewesen. Er gewann 86 Prozent seiner Mann-gegen-Mann-Duelle. Moisander übernahm auch wieder die Kapitänsbinde von Delaney. Note 3 © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (bis 67.): Er verdrängte Maximilian Eggestein aus der Startelf und stand erstmals seit dem 21. Dezember 2016 (1:1 gegen Hoffenheim) wieder von Anfang an auf dem Platz. Bargfrede begann im defensiven Mittelfeld sehr stark, tauchte dann aber etwas ab. Mit einem Distanzschuss, der nur knapp am Tor vorbeizischte, zeigte er sich nochmal, dann folgte die Auswechslung. Note 3 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Vergab – wie schon gegen Wolfsburg – kurz vor Schluss die Chance zum Siegtreffer. Insgesamt etwas mehr im Spiel als in den Partien zuvor, doch von ihm gehen kaum Impulse aus. Note 4 © dpa
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Was den Mann auf dem linken Flügel von Gebre Selassie auf rechts unterschied, waren zwei, drei gefährliche Flanken und vereinzelte gute Laufwege. Da geht aber bestimmt noch mehr. Note 3,5 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (bis 78.): Dass ausgerechnet er ausgewechselt wurde, war selbst dem Österreicher ein Rätsel. Kainz war ein Aktivposten im Offensivspiel, leitete viele Aktionen ein. Der Pass auf (den leider im Abseits stehenden) Belfodil war richtig schick. Note 2,5 © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Vielleicht kann man kritisieren, dass er das Team nicht so geführt hat, wie man es von ihm erwartet. Auch seine Aktionen im Strafraum waren nicht zwingend. Aber Delaney war immer da, wo es brannte. Speziell im Nachsetzen bei Kontersituationen des Gegners ganz stark. Note 3 © Gumz
Fin Bartels
Fin Bartels: Es war ein Spiel mit Licht und Schatten für den 30-Jährigen. Eine versemmelte Chance nach 25 Minuten, eine versemmelte Chance nach 88 Minuten und dazwischen viel Laufarbeit mit wenig Ertrag. Bereitete aber die Top-Chance für Belfodil vor. Note 4 © nordphoto
Ishak Belfodil
Ishak Belfodil: Mit fünf Versuchen schoss er so oft auf das Freiburger Tor wie kein anderer Bremer. Traf aus dem Abseits (67.), aber nicht aus allerbester Position nach Bartels-Vorarbeit. Die andere Top-Chance nach nur elf Minuten muss zudem unter „verstolpert„ geführt werden. Belfodil wich bei seinem Startelf-Debüt zunächst noch oft nach außen aus, blieb nach der Pause aber im Sturmzentrum. War dort gefährlich, aber noch nicht gefährlich genug. Note 4 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein (ab 67.): Löste Bargfrede ab, tat sich aber nicht als der erkennbare bessere Sechser hervor. Note - © nordphoto
Izet Hajrovic
Izet Hajrovic (ab 78.): Viele Fans hatten Johannes Eggestein als Joker erwartet, doch es kam Hajrovic. Dessen ersten beiden Aktionen misslangen gründlich, danach zündete er auch nicht mehr. Note - © nordphoto

Ein Kommentar von Björn Knips: Herr Nouri, wo ist die Siegermentalität

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