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Werder-Coach Kohfeldt war im Pokalspiel gegen Borussia Dortmund not amused über eine Entscheidung von Guido Winkmann.

Werder-Coach: „Ich lasse mir meine Emotionen nicht nehmen“

Kohfeldt wütend über Gelbe Karten für Trainer

Bremen – Florian Kohfeldt ist ein emotionaler Trainer. Der Coach des SV Werder Bremen fiebert am Spielfeldrand körperlich und verbal extrem mit, wurde deshalb auch schon mal von einem Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt.

Jetzt droht ihm möglicherweise noch mehr Ungemach. Der DFB hat die Gelbe und Rote Karte für Trainer eingeführt – und das ärgert Kohfeldt gewaltig: „Diese Regelung macht für mich keinen Sinn. Sie wird das Verhältnis Schiedsrichter/Trainer belasten. Mein Verhalten wird sich nicht ändern. Ich werde mir ganz gewiss nicht die Emotionen Richtung Mannschaft nehmen lassen, sonst bin ich nicht mehr ich.“

Werder Bremen: Florian Kohfeldt einer Meinung mit Trainer-Kollege Friedhelm Funkel

Kohfeldt ist nicht der erste Bundesliga-Trainer, der über die neue Regel schimpft. Auch Friedhelm Funkel, Coach von Fortuna Düsseldorf, hatte in der „Bild“ gepoltert: „Das ist der größte Schwachsinn aller Zeiten. Damit werden wir Trainer in unseren Aufgaben und bei unserer Arbeit völlig unnötig beschnitten. Und warum das Ganze? Weil irgendjemand mal wieder eine ganz tolle Idee hatte und unbedingt was ändern wollte.“

Die Schiedsrichter können künftig nicht nur die Trainer, sondern auch alle anderen Personen auf der Ersatzbank verwarnen oder sogar des Innenraums verweisen. Kann der Täter nicht eindeutig ausgemacht werden, soll der Chefcoach zur Verantwortung gezogen werden. Wie Spielern könnte den Trainern nach einer bestimmten Anzahl von Gelben Karten (angedacht sind drei) im Verlauf einer Saison eine Sperre von einem Spiel drohen. In diesem Punkt hat das DFB-Präsidium während seiner Sitzung am gestrigen Freitag aber noch keine Entscheidung getroffen.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt will sich nicht verändern lassen

Kohfeldt hält das alles für unsinnig. „Du kannst einen Trainer nicht mit einem Spieler vergleichen und ein gleiches Strafmaß geben“, sagt der Coach zur Einführung der Gelben und Roten Karten und erklärt: „Wir können Emotionen nicht weglaufen so wie die Spieler. Man muss sehr sensibel entscheiden, was ist eine Emotion Richtung Spiel – jubele ich, ärgere ich mich, feuere ich an, gebe ich den Hinweis, schneller zu laufen – oder ist es eine Emotion Richtung Schiedsrichter. Das wird unglaublich schwer zu trennen sein.“ Kohfeldt will sich da auch nicht verändern lassen: „Es kann doch nicht der Sinn sein, dass sich alle Trainer nur noch auf die Bank setzen und sagen: Das war‘s. Ich muss doch eine Mannschaft führen können. Dann beschneidet man uns in unserem Job.“

Kohfeldt on fire 

Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann.
Florian Kohfeldt ist not amused über die Entscheidung von Schiedsrichter Guido Winkmann. © imago

Ende Januar war Kohfeldt in der Nachspielzeit des Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt von Schiedsrichter Schmidt wegen Reklamierens auf die Tribüne geschickt worden. Eine weitere Bestrafung vom DFB blieb ihm erspart, aber die Geschichte verfolgt ihn bis heute. „Ich habe gelesen, dass ich einer der drei gefährdetsten Trainer bin. Das glaube ich nicht. Das ist mir echt ein Anliegen. Es ist ein Bild entstanden, dass sich aus dem Frankfurt-Spiel speist, das mit dem Rest der Saison nicht zu vergleichen ist. Wenn man Schiedsrichter fragen würde, dann würden sie sagen, dass sie sich spätestens seit März mit keinem Trainer besser verstanden haben als mit mir.“ 

Und in der Tat ist Kohfeldt am Spielfeldrand etwas ruhiger geworden – und er betont auch: „Es ist in unserem ureigensten Interesse, ein gutes Verhältnis zu den Schiedsrichtern zu haben. Uns ist klar, dass es für sie nicht immer einfach ist. Sanktionen sind aber nicht der richtige Weg.“ Deswegen hofft der Werder-Coach auf einen Workshop am 5. August bei der DFL. Dort wird er mit Sportchef Frank Baumann ganz bewusst gemeinsam hinfahren, um Flagge zu zeigen und auch über das Thema Gelbe und Rote Karten für Trainer zu diskutieren. Dabei ist für ihn unstrittig: „Grobe Unsportlichkeiten müssen bestraft werden. Wenn ich als Trainer einen Ball während eines Konters aufs Feld schieße, dann sollte ich bestenfalls das Stadion freiwillig verlassen.“ (kni)

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