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Was für ein Sahnetor: Josh Sargent überlupft FCA-Keeper Tomas Koubek und netzt zur 2:1-Führung für den SV Werder Bremen ein.

Kohfeldt tritt nach Traumtor auf die Bremse

Werder-Stürmer Sargent „kann Dinge, die man nicht lernen kann“

Bremen – Vier kurze Kontakte nur. Der erste mit dem rechten Spann, der zweite mit dem Bauch, dann wieder der rechte Spann und schließlich, als krönenden Abschluss einer großen Szene, die rechte Innenseite: Josh Sargent hat das Weserstadion und Werder Bremen am vergangenen Sonntag in Staunen versetzt. 

Selbst als der Jubel über den herrlichen Treffer des US-Amerikaners zum 2:1 im Heimspiel von Werder Bremen gegen den FC Augsburg schon wieder abgeklungen war, schien noch immer diese Frage durchs Rund zu schweben: „Wie verdammt nochmal hat Josh Sargent das denn gemacht!?“

Mit dem Instinkt eines eiskalten Stürmers? Mit der Qualität eines Top-Talents? Eine konkrete Antwort darauf lieferten weder Josh Sargent noch Werders Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel. Aber das mussten sie auch gar nicht. Ein Kunstwerk kann man ja auch einfach nur genießen.

Werder Bremen: Coach Florian Kohfeldt tritt auf die Euphoriebremse bei Josh Sargent

„Das 2:1 war überragend“, schwärmte Kohfeldt, „wie er da mit dem Ball jongliert – unglaublich“. Sargent selbst sagte nur: „Es war ein gutes Tor.“ War es. Und das erste in der laufenden Saison für den 19-Jährigen, dem sein Trainer künftig weitere solcher Aktionen zutraut, wenn auch nicht wie am Fließband. „Er kann Dinge, die man einfach nicht lernen kann“, sagte Kohfeldt, tat dann aber das, was er immer tut, wenn ihm die Lobeshymnen auf Josh Sargent zu laut werden: Er drehte den Ton leiser. „Man darf jetzt nicht von Josh erwarten, dass so etwas Woche für Woche kommt. Wir werden ihn weiter ganz behutsam aufbauen.“ Ein Vorgehen, mit dem Werder Bremen nach Sargents Verpflichtung im Januar 2018 begonnen hat – und das inzwischen immer größere Früchte trägt.

In der vergangenen Saison kam Josh Sargent auf zehn Bundesliga-Einsätze, seine zwei Tore (gegen Düsseldorf und in Leipzig) waren dabei eine ordentliche Ausbeute für einen jungen Stürmer. Gegen Ende der Spielzeit ging dem Rotschopf allerdings etwas die Konzentration verloren, Kohfeldt attestierte ihm „fehlende geistige Frische“, was bei einem Nachwuchstalent nach einem extrem ereignisreichen ersten Profijahr nichts Ungewöhnliches ist, für Sargent aber dennoch bittere Konsequenzen hatte: Aus der erhofften Teilnahme am Gold-Cup mit der A-Nationalmannschaft wurde für den Angreifer nichts. 

Werder Bremen: Florian Kohfeldt sieht Stürmer Josh Sargent „deutlich weiter“

US-Coach Gregg Berhalter verzichtete auf Josh Sargent. Im Nachhinein könnte sich das als Vorteil für den Stürmer herausstellen, weil er so mit Werder Bremen die komplette Vorbereitung absolvieren, sich näher an die Mannschaft heranspielen konnte. „Ich sehe es jeden Tag im Training: Er ist einen deutlichen Schritt weiter als im letzten Jahr“, lobte Florian Kohfeldt. Und die Rückkehr ins Nationalteam – die hat Sargent quasi nebenbei geschafft.

Bei den Testspielen gegen Mexiko (6. September) und Uruguay (10. September) zählt der Bremer Sargent zum US-Aufgebot, wird ziemlich sicher auch zum Einsatz kommen. Josh Sargent dürfte, nachdem er gegen Augsburgs erstmals so richtig als Werder-Startelf-Spieler überzeugt hatte, mit reichlich Selbstvertrauen angereist sein. Florian Kohfeldt hatte da jedenfalls einen guten Tipp für seinen Schützling parat: „Er kann sich sein Tor auf dem 18-Stunden-Flug ja in Endschlossschleife anschauen.“ (dco)

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Gegen den FC Augsburg hat er sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen gegeben. „Vielleicht habe ich ihm etwas Unrecht getan“, sagte Trainer Florian Kohfeldt sagte anschließend über Christian Groß. Derweil hat Trainer Florian Kohfeldt den Grund verraten, warum Werder Bremen keinen neuen Sechser verpflichtet hat: Maxi Eggestein. Der nächste Ausfall: Kevin Möhwald wird Werder Bremen monatelang verletzt fehlen, eine Rückkehr in diesem Jahr erscheint unwahrscheinlich. 

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