Niklas Moisander ist laut Trainer Florian Kohfeldt „ein Ruhepol“ - auf und neben dem Platz.
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Niklas Moisander ist laut Trainer Florian Kohfeldt „ein Ruhepol“ - auf und neben dem Platz.

Kohfeldt erklärt Moisander

Der sachdienliche Ruhepol

Bremen - Plötzlich lag der Ball im Tor, und der Torschütze hieß Niklas Moisander. Ein Eigentor. Doch ein großes Thema war das nach dem Spiel nicht mehr.

Das lag sicher daran, weil Werder am Ende in Mönchengladbach noch 2:2 gespielt hatte. Aber eben nicht nur: Moisander wird mehr verziehen als anderen Spielern. Diesen Status hat sich der Finne erarbeitet – und das mit einer ganz besonderen Art, die Trainer Florian Kohfeldt eindrucksvoll beschreibt.

„Das Beste ist eigentlich, wenn du dich in der Kabine umschaust, ihn siehst und weißt: Alles im Griff! Das ist ein gutes Gefühl – auch für den Trainer“, sagt Kohfeldt und lächelt zufrieden. Auf seinen Abwehrchef kann er sich mehr als verlassen. „Diese Ruhe, diese Sachlichkeit – das schätze ich so sehr an ihm. Er hat eine absolute Fokussierung auf das, was wichtig ist. Er macht nichts Unnötiges. Er ist immer da, wenn es wichtig ist – also sachdienlich würde ich sagen.“

Niklas Moisander gibt Nachhilfe

Moisander hat mit seinen 32 Jahren auch schon viel erlebt. Er war Kapitän von Ajax Amsterdam, hat in Italien bei Sampdoria Genua gespielt – und 62 Mal das Trikot der finnischen Nationalmannschaft getragen, oft auch mit der Spielführerbinde am Arm. „Niklas hat eine natürliche Autorität, die kann man nicht lernen, die hat man einfach“, sagt Kohfeldt.

Bei Werder gehört Moisander natürlich auch zum Mannschaftsrat. Seine Stimme hat Gewicht, wenngleich der Coach erklärt: „Er ist kein Lautsprecher, der sich in die Kabine stellt und alle motivierend anschreit.“ Moisander suche lieber das Einzelgespräch, schnappe sich gerne auch mal die jungen Spieler. So wie Jannes Vollert im Trainingslager in Algorfa. Der 20-Jährige durfte sich als Abwehrtalent beweisen, und Moisander gab ihm ein bisschen Nachhilfe.

Niklas Moisander: Seine Karriere in Bildern

Niklas Moisander
Niklas Moisanders Karriere begann beim finnischen Klub Turun Palloseura, bevor ihn Ajax Amsterdam 2004 für die zweite Mannschaft verpflichtete. Von dort wechselte er 2006 zum FC Zwolle, zwei Jahre später nahm ihn der AZ Alkmaar unter Vertrag. © imago
Niklas Moisander
Dort war er direkt Stammspieler und holte in seiner ersten Saison 2008/09 die niederländische Meisterschaft. © imago
Niklas Moisander
Moisander absolvierte insgesamt über 150 Spiele für AZ Alkmaar, spielte in der Saison 2009/10 in der Champions League und in den beiden folgenden Jahren in der Europa League. 2012 rückte Alkmaar bis ins Viertelfinale vor, in den letzten Spielen mit Moisander als Kapitän. © imago
Niklas Moisander
Nach seinem Wechsel zurück zu Ajax Amsterdam in der Saison 2012/13 erzielte der Innenverteidiger im ersten Spiel für den neuen Verein sein erstes von insgesamt sieben Toren für die Niederländer. © imago
Niklas Moisander
In dieser Saison und in der folgenden konnte er zwei weitere Meisterschaften feiern. Seine letzte Spielzeit (2014/15) bei Ajax bestritt Moisander als Mannschaftskapitän. © imago
Niklas Moisander
Im internationalen Geschäft war er mit Ajax in allen drei Jahren vertreten, da die Niederländer als Meister für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert waren. © imago
Niklas Moisander
Es folgte eine Saison in der italienischen Liga bei Sampdoria Genua 2015/16. © imago
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger.
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger. © gumzmedia
Niklas Moisander
Auch hier war er ganz schnell Stammspieler. 2016/17 absolvierte er 30 von 34 Ligaspielen. © Gumz
Niklas Moisander
In einigen Spielen, wie hier im September 2017 gegen Freiburg, führte Moisander die Mannschaft sogar als Kapitän auf den Platz. © Gumz
Niklas Moisander
Für seine Heimat Finnland debütierte er 2008 in der Nationalmannschaft. Dort spielt er zeitweise auch als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. © imago
Niklas Moisander
Im November 2017 beendete Moisander, der seit der Saison 2011/12 Kapitän war, seine Nationalmannschaftskarriere. Für eine Europa- oder Weltmeisterschaft konnten die Finnen sich in dieser Zeit nicht qualifizieren. © imago
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler.
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler. © gumzmedia
In der Saison 2018/19 sind die Ziele von Niklas Moisander klar formuliert. Er will mit Werder um die europäischen Plätze spielen.
In der Saison 2018/19 sind die Ziele von Niklas Moisander klar formuliert. Er will mit Werder um die europäischen Plätze spielen. © gumzmedia

Vielleicht bildete er dabei schon seinen Nachfolger aus. Werder bemüht sich gerade darum, den Vertrag mit Vollert zu verlängern. Moisanders Kontrakt läuft noch bis 2019. Dann ist der Finne 33. In der aktuellen Verfassung wäre eine Fortsetzung der seit 2016 andauernden Zusammenarbeit ein absolutes Muss.

„Niklas hat eine sehr hohe Qualität im Überspielen von Linien. Er ist der Spieler bei uns, der mit am besten gegen die Verschiebe-Bewegungen der Gegner agieren kann“, lobt Kohfeldt. Er stellt ihn immer auf, wechselt ihn auch nicht aus. Neben Jiri Pavlenka, Max Kruse, Maximilian Eggestein und Ludwig Augustinsson ist Moisander unantastbar. Wenn da nur nicht diese drohende Gelbsperre wäre. Eine Karte noch, dann muss der Innenverteidiger einmal zuschauen. Doch diese gelbe Gefahr dürfte Moisander ziemlich kalt lassen. Er ist eben „ein Ruhepol“ (Kohfeldt).

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