+
Er ist gerade mal zwei Jahre im Amt, und trotzdem hat Trainer Florian Kohfeldt schon Spuren in den Bestenlisten des SV Werder Bremen hinterlassen.

Coach holt 100. Bundesliga-Punkt gegen Leverkusen

Zwei Jahre Florian Kohfeldt: Der Werder-Trainer erobert die Statistik-Ranglisten

Bremen – Nach fast genau zwei Jahren im Amt hat Florian Kohfeldt seinen 100. Punkt als Coach des SV Werder Bremen geholt. Überhaupt stürmt der 37-Jährige die Statistik-Bestenlisten.

Den 30. Oktober 2017 wird Florian Kohfeldt gewiss nicht vergessen, da wurde er Cheftrainer des SV Werder Bremen, erst interimsweise, dann als Dauerlösung. Zwei Jahre ist das her – und passend zu seinem Trainer-Geburtstag hat Kohfeldt gerade seinen 100. Punkt mit Werder in der Bundesliga geholt. Es ist nicht die einzige interessante Statistik rund um den 37-Jährigen, den die DeichStube mit einigen Zahlen ziemlich überrascht hat.

„Das habe ich gar nicht gewusst“, sagt Kohfeldt zu seinem Punkte-Jubiläum, das er am Samstag mit dem 2:2 in Leverkusen perfekt gemacht hat. Doch bei dieser Formulierung interveniert der Coach sofort: „Ich habe die Punkte nicht geholt, das waren immer die Jungs auf dem Platz.“ So ist er, der Florian Kohfeldt. Den Ruhm überlässt er seinem Personal.

Trotzdem nimmt Kohfeldt die Zahl durchaus erfreut zur Kenntnis. Die Ausgangslage sei schließlich alles andere als einfach gewesen, erinnert er sich. Der SV  Werder Bremen belegte in diesem trüben Herbst 2017 mit nur fünf Punkten aus zehn Spielen den vorletzten Platz, als Alexander Nouri gehen musste. Florian Kohfeldt übernahm. Der Klassenerhalt wurde geschafft. In der Saison darauf hatten die Bremer dann gar nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun, Europa wurde nur knapp verpasst. Auch in dieser Saison wird das internationale Geschäft angestrebt.

SV Werder Bremen: Florian Kohfeldts aktueller Kontrakt läuft bis 2023

Kohfeldt hat in Bremen längst schon neue Verträge unterschrieben, sein aktueller Kontrakt läuft bis 2023. Er ist die Zukunft des SV Werder Bremen. Und ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Nur vier Trainer arbeiteten am Stück länger an der Weser als Kohfeldt. Allen voran natürlich die Trainer-Legenden Otto Rehhagel (480 Bundesliga-Spiele) und Thomas Schaaf (479). Hinter Sepp Piontek (122) und Günther Brocker (71) folgt aber schon Florian Kohfeldt (67). „Das hätte ich wirklich nicht gedacht“, sagt der 37-Jährige und gesteht: „Es ist schon ein schönes Gefühl, das mal zu hören. Da merkt man erst, dass man doch schon eine gewisse Zeit dabei ist. Aber ich würde mich nie in einem Atemzug mit Otto Rehhagel und Thomas Schaaf nennen, die spielen in einer ganz anderen Liga.“

Mit ihnen holte Werder Bremen nicht nur zahlreiche Titel, Rehhagel führt auch die Rangliste der Bremer Trainer mit dem besten Punkteschnitt in der Bundesliga an – mit dem stolzen Wert von 1,79 Zählern. Kohfeldt belegt mit seinen bislang 1,49 Punkten immerhin Rang sieben und liegt dabei deutlich vor seinen Vorgängern Viktor Skripnik (1,24), Alexander Nouri (1,22) und vor allem Robin Dutt (1,00), der gemeinsam mit Aad de Mos das unrühmliche Ende dieser Tabelle bildet.

SV Werder Bremen: Nur vier Bundesliga-Trainer länger im Amt als Florian Kohfeldt

Alles Namen, deren Halbwertzeit auf der Werder-Bank sehr begrenzt war. Passend zum schnelllebigen Bundesliga-Geschäft. Es ist längst ein großes Kommen und Gehen im Fußball-Oberhaus geworden. Trotzdem ist es schon etwas verwunderlich, dass ein Florian Kohfeldt nach seinen zwei Jahren aktuell zu den fünf dienstältesten Trainern der Bundesliga gehört. Nur Christian Streich (SC Freiburg), Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf), Steffen Baumgart (SC Paderborn) und Sandro Schwarz (FSV Mainz 05) stehen bei ihren Clubs noch länger als Cheftrainer unter Vertrag. Andernorts wurden die Trainer entweder entlassen oder entschieden sich für einen meist lukrativen Wechsel.

Zwei Jahre sind wirklich noch keine wahnsinnige Kontinuität, aber das ist heute offenbar schon sehr viel. Es wird in der Bundesliga immer viel von Kontinuität gesprochen, aber wenig danach gehandelt“, findet Florian Kohfeldt und betont: „Es ist eine beidseitige Verpflichtung, dass man langfristig zusammenarbeiten will.“ Beim SV  Werder Bremen sei das gegeben. Der Club will Kohfeldt behalten – und der wiederum hat versprochen, seinen Vertrag unbedingt erfüllen zu wollen. Deshalb ist es durchaus wahrscheinlich, dass der noch junge Coach in den Ranglisten weiter nach oben rutscht – am besten wäre es natürlich beim Punkteschnitt.

Im Herbst 2019 muss Kohfeldt eine handfeste Krise überstehen, aber: Während an anderen Bundesliga-Standorten in dieser Saison schon so mancher Trainer gefeuert wurde oder gerade auf einem sehr wackeligen Stuhl sitzt, genießt Florian Kohfeldt beim SV Werder Bremen trotz der Ergebniskrise und der gefährlichen Nähe zum Relegationsplatz absolute Rückendeckung. (kni)

Weitere News zum SV Werder Bremen

Nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen übt Trainer Florian Kohfeldt deutliche Kritik an den Standard-Schlafmützen bei Werder Bremen. Das Team hat schon mehr Gegentore nach Standardsituationen kassiert als jede andere Mannschaft. Gegen Bayer Leverkusen stellte Werder Bremen einen Negativ-Rekord bei Flanken auf, aber Florian Kohfeldt nimmt den schwachen Marco Friedl in Schutz. Der Abwehrriegel hat ein Herz für den SVW: Beim 1. FC Heidenheim halten vier ehemalige Spieler von Werder Bremen den Laden dicht – im DFB-Pokal kommt es für Oliver Hüsing und Co. zum Wiedersehen mit dem Ex-Verein. Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen sendet vor dem Pokalspiel gegen den 1. FC Heidenheim deutliche Signale aus. Ergebniskrise: So kämpft der kritische Florian Kohfeldt für sein Werder Bremen. Müssen die Fans von Werder Bremen einen Abgang von Cheftrainer Florian Kohfeldt fürchten? – Berater Kosicke verneint!  

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare