Florian Kohfeldt beim Spiel von Werder Bremen
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Wenn Werder Bremen am Samstag auf den FC Bayern trifft feiert Florian Kohfeldt sein 100. Jubiläum als Chefcoach.

Jubiläum beim Spiel gegen den FC Bayern

Meilenstein in München: Werder-Trainer Florian Kohfeldt feiert den „100.“

Bremen – Er tippelte weder unruhig von einem Bein auf das andere, noch zitterten seine Hände, und Schweiß stand ihm auch nicht auf der Stirn. Florian Kohfeldt war am Abend des 3. November 2017 aber trotzdem anzumerken, dass er nervös war – und deshalb sagte er es auch. „Eine gewisse Anspannung ist da“, räumte der damals 35-Jährige offen vor den TV-Kameras ein, ehe er Werder Bremen kurz darauf erstmals in der Bundesliga als hauptverantwortlicher Trainer betreuen sollte. Am Ende hatte seine Mannschaft das Auswärtsspiel in Frankfurt mit 1:2 verloren. „Ich hatte aber trotzdem das Gefühl, dass wir als Gruppe funktioniert haben“, hielt Kohfeldt fest.

Hätte ihm damals jemand gesagt, dass er diese Gruppe auch gut drei Jahre später noch anführen und er im November 2020 als zweitdienstältester Trainer der Liga vor seinem 100. Bundesligaspiel stehen würde – Florian Kohfeldt hätte vermutlich abgewunken. Doch genau so ist es gekommen. Wenn Werder Bremen am Samstag beim FC Bayern gastiert (live im DeichStube-Liveticker), feiert der Trainer Jubiläum. 99 Spiele liegen hinter ihm, in denen er so manchen Höhepunkt zu bejubeln und so manchen Tiefschlag zu erklären hatte. Ein Rückblick.

Werder Bremen: Die Höhepunkte von Florian Kohfeldt

Saison 2017/2018, Heimspiel gegen Hannover 96, 4:0. 16 Tage lagen zwischen Kohfeldts Debüt in Frankfurt und seinem ersten Heimspiel gegen Hannover 96, einer Länderspielpause sei Dank. Der Coach nutzte die Zeit, um sein neues Team so schnell es eben geht kennenzulernen. Ein Testspiel gegen den SC Heerenveen, ausgetragen in Aurich, endete 2:2. Kurz vor der Partie gegen Hannover sagte Kohfeldt dann: „Ich habe großes Vertrauen in die Jungs.“ Es folgte ein Satz, der in leicht abgewandelter Form bis heute immer wieder vom Trainer zu hören ist: „Es ist ein Flutlicht-Spiel im Weserstadion. Viel schöner geht es nicht.“ Und Werder Bremen machte in der Tat einen sehr schönen Sonntagabend draus: Fin Bartels und Max Kruse (3) besorgten die Tore beim 4:0-Erfolg – und lieferten damit ein klares Argument pro Kohfeldt, der nach der Entlassung von Vorgänger Alexander Nouri zunächst interimsweise auf der Bank saß.

Saison 2017/2018, Heimspiel gegen den Hamburger SV, 1:0. Der Tabellen-15. empfing den 17. – das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV stand im Februar 2018 einmal mehr im Zeichen des Abstiegskampfs. Während sich die Bremer mit sieben Punkten aus den vergangenen vier Spielen etwas aus dem Keller herausgearbeitet hatten, sah die Lage beim Erzrivalen deutlich ernster aus: Seit zehn Spielen hatte der HSV nicht mehr gewonnen, woran sich auch in Bremen nichts ändern sollte. Nach einer zähen Partie war es der Hamburger Rick van Drongelen, der Werder in der 86. Minute per Eigentor zum Sieger machte. Weil der HSV am Saisonende in die 2. Liga abstieg, ist es bis heute Kohfeldts einziges Nordderby als Chefcoach. „So ein Spiel gehört für einen Werder-Trainer zu den absoluten Höhepunkten“, hatte er vor dem Anstoß gesagt.

Saison 2019/2020, Heimspiel gegen den 1. FC Köln, 6:1. Als Florian Kohfeldt kürzlich mal wieder darauf angesprochen wurde, wie sehr ihm die Fans in den Stadien fehlen, da war er gedanklich wieder im Sommer, wieder bei diesem 27. Juni und damit beim Heimspiel gegen Köln. Der Trainer berichtete, wie er die Gesänge der Fans, die sich draußen vor dem Stadion versammelt hatten, drinnen hatte hören können: „Das war der Wahnsinn.“ Und den hatte Werder Bremen auch auf dem Platz gezeigt. Nur bei einem Heimsieg gegen Köln und gleichzeitiger Niederlage von Düsseldorf bei Union Berlin hätte sich Werder am letzten Spieltag noch in die Relegation retten können. Dass es genau so kam, war ein kleines Wunder. Mit 6:1 schoss Werder lustlose Kölner aus dem Stadion. Als die Zwischenstände aus Berlin dann auch noch passten, begannen die Fans draußen zu singen. Später feierten sie die Kölner Profis beim Einsteigen in den Teambus genauso frenetisch, wie ihre Bremer Idole, die den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen hatten.

Werder Bremen: Die Tiefschläge von Florian Kohfeldt

Saison 2018/2019, Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, 2:6. Wenn sich Claudio Pizarro nicht mehr über seine Tore freuen kann, dann muss wirklich etwas passiert sein. „Nach so einem Spiel ist das nicht so leicht“, sagte der Peruaner, der bei Werders desaströser Heimpleite gegen Leverkusen im Oktober 2018 das zwischenzeitliche 1:3 erzielt hatte. Trainer Kohfeldt, der nach dem Abpfiff die erste Heimniederlage nach zuvor 16 ungeschlagenen Spielen im Weserstadion erklären musste, richtete den Blick sofort wieder nach vorn: „Macht euch keine Sorgen, das wird uns nicht verunsichern. Ich kenne die Jungs, sie werden wieder da sein!“ Eine Ankündigung, die nicht zur Realität wurde. Für Werder Bremen bedeutete das 2:6 den Startschuss in eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg, die die Mannschaft vom dritten auf den neunten Tabellenplatz abstürzen ließ.

Saison 2019/2020, Heimspiel gegen Mainz 05, 0:5. Schon nach 20 Minuten war alles gelaufen, da führten die Gäste aus Mainz komfortabel mit 3:0 und konnten vermutlich selbst nicht fassen, wie wenig Gegenwehr Werder an diesem Dienstagabend Mitte Dezember leistete. „Es war in der ersten Halbzeit eine unerklärlich katastrophale Leistung“, sagte Florian Kohfeldt, „da gibt es gar nichts drumherum zu reden“. Werder Bremen rutschte durch die Pleite auf den vorletzten Tabellenplatz ab und verlor vier Tage später auch das letzte Spiel des Jahres beim 1. FC Köln.

Saison 2019/2020, Auswärtsspiel gegen Mainz 05, 1:3. Sollte es der Bremer Plan gewesen sein, sich im Rückspiel gegen Mainz für die Blamage aus der Hinrunde zu revanchieren – dann ging er gründlich in die Hose. Auch am vorletzten Spieltag verlor Werder vollkommen verdient gegen Mainz – und war damit gefühlt abgestiegen. „Ich bin leer“, sagte Kohfeldt nach dem Spiel, das seinen wohl härtesten Tiefschlag als Werder-Trainer darstellt. Nie zuvor war er im Anschluss an eine Partie derart sprachlos gewesen. „Jetzt sind wir es allen schuldig, dass wir uns schütteln und nächste Woche nicht die gleichen dummen Fehler machen“, sagte er mit Blick auf den letzten Spieltag gegen Köln. Hat geklappt. Sieben Tage nach der Pleite von Mainz ließ Werder Bremen das oben erwähnte 6:1 gegen den „Effzeh“ folgen. (dco) Auch interessant: So könnt Ihr Werder Bremen gegen den FC Bayern live im TV und Live-Stream schauen und mit dieser Startelf-Aufstellung dürfte Werder Bremen gegen den FC Bayern loslegen.

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