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Florian Kohfeldt und Frank Baumann waren zwar nicht begeistert vom Abgang ihres Kapitäns, aber wollten die Flinte deshalb noch lange nicht ins Korn werfen. 

Kapitän verlässt Werder

Kohfeldt über Kruse-Abgang: „Nichts, was uns dramatisch zurückwirft“

Bremen - Nun ist es also amtlich: Max Kruse verlässt den SV Werder nach drei erfolgreichen Jahren, in denen ihm in 89 Pflichtspielen 34 Treffer gelangen, um sich einem neuen Club anzuschließen. Am frühen Freitagabend haben Werder-Coach Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann ausführlich Stellung zum Abgang ihres Kapitäns bezogen.

Florian Kohfeldt und Frank Baumann über ...

den Zeitpunkt der Entscheidung:

Kohfeldt: „Final haben wir gestern Nachmittag zusammen gesprochen, dass wir da nicht zusammenkommen werden für das neue Jahr. Da hat er mich darüber informiert, dass er den Verein verlassen wird. Es ist eine Entscheidung mit sehr vielen Facetten, die man beleuchten muss. Auf der einen Seite, finde ich es persönlich natürlich schon sehr schade, dass er den Verein verlässt, weil Max und ich immer ein sehr gutes, sehr vertrauensvolles, sehr erfolgsorientiertes Verhältnis zueinander hatten. Er hat als mein Kapitän in diesem Jahr auch eine Menge Dinge auf den Weg, die auch den Erfolg mit beeinflusst haben.

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Ich respektiere es absolut, dass er nochmal was Neues machen möchte und das ist das gute Recht von ihm. Er hat jetzt keinen laufenden Vertrag gebrochen, sondern sein Vertrag lief aus und er hat sich dazu entschieden, etwas Neues zu machen. Das sollten wir alles respektieren und das tue auch ich.“

Baumann: „Es war so besprochen, dass wir zum Saisonende Klarheit haben wollen. Max hat sich entschieden unser Angebot nicht anzunehmen. Das ist legitim.“

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die Dankbarkeit für drei tolle Jahre:

Kohfeldt: „Die zweite Facette ist, dass man ihm gegenüber glaube ich auch eine große Dankbarkeit haben sollte für diese Saison - aber auch, was er vor drei Jahren gemacht hat, sollten wir alle nicht vergessen. Da ist er zu Werder Bremen gekommen als ein Top-Spieler der Bundesliga zu einem Zeitpunkt, wo es sehr viele gute Argumente gegeben hätte, für Spieler dieser Qualität auch nicht nach Bremen zu kommen. Das sollte man am heutigen Tage nicht vergessen.“ 

Max Kruse verlässt den SV Werder Bremen zum Saisonende.

Baumann: „Er war ein Topspieler als er zu uns kam und hat sich voll mit dem Verein identifiziert. Als er zu uns kam, war Werder ein Abstiegskandidat, das muss man ihm hoch anrechnen. Er hat in seinen drei Jahren bei uns auf und neben dem Platz dazu beigetragen, dass wir jetzt ein anderes Gesicht haben.“

die Chance, die sich durch Kruses Abgang ergibt:

Kohfeldt: „Wichtig bleibt aber auch, zu betonen, dass da auch eine Chance drin liegt. Ich habe das gestern schon gesagt, ich sehe uns nicht in einer Abhängigkeit von Max. Ich habe ihn jedes Mal mit großer Freude an meine Tafel geschrieben, und war sehr froh, dass er in meiner Mannschaft spielt, aber wir sind aus meiner Sicht nicht abhängig. Ich bin mir sicher, dass wir im nächsten Jahr einen sehr, sehr guten Kader haben werden, der uns auch viele Möglichkeiten eröffnet. Es wird hier weitergehen. Das ist jetzt nichts, was uns dramatisch zurückwirft. Überhaupt nicht.“

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die Tatsache, wie der Abgang aufgefangen werden soll:

Kohfeldt: „Wir haben da eine Menge Ideen. Erstmal muss man ja betonen, dass schon eine Menge Spieler da sind, die auch ein paar Tore schießen können, die auch in der Lage sind, diese Lücke schon in Anführungsstrichen mit Bordmitteln zu füllen. Gerade in der Offensive Milot Rashica, Yuya Osako, Jojo Eggestein, Josh Sargent sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Martin Harnik ist ein erfahrener Bundesliga-Stürmer, wir werden mit Sicherheit mit Niclas Füllkrug jemanden dazubekommen, der auch für eine Menge Tore steht, der deutlich jünger ist noch und auch schon ans Tor der Nationalmannschaft geklopft hat. Und wir haben schon auch noch die eine oder andere Idee, was dann sonst noch eventuell dazukommt.“

Baumann: „Der sportliche Verlust ist natürlich sehr groß, aber wir müssen immer auf alles vorbereitet sein, und wir haben gewisse Ideen, wie wir das auffangen können.“

Kruses Verabschiedung:

Kohfeldt: „Max wird morgen verabschiedet vor dem Spiel. Das war auch sein Wunsch. Ich finde es auch sehr gut, weil jeder sollte auch bei einer gewissen Enttäuschung, die ich nachvollziehen kann, nicht vergessen, was er für uns geleistet hat und ich finde, das ist eine Form von Respekt, genauso wie bei Aron, dass er sich morgen auch als Kapitän im Stadion von den Fans verabschieden kann. Leider kann er nicht spielen, weil er verletzt ist. Das haben wir uns alle anders gewünscht, er hat wirklich noch gekämpft um diese Spiele in Hoffenheim und morgen. Und ich finde, es ist sehr wichtig, dass er sich morgen verabschieden darf und hoffe, dass er den Abschied kriegt, den er verdient hat. Das ist ein Moment, wo sich das Weserstadion erheben sollte.“

Baumann: „Ich würde mich extrem freuen, wenn er morgen einen tollen Abschied bekommt. Das hat er sich absolut verdient.“

Kruses neuen Club

Kohfeldt: „Das weiß ich nicht. Das hat er mir nicht gesagt und muss er mir auch nicht sagen. Wir sind so verblieben, dass wir in einem guten Kontakt bleiben, aber ich denke, das muss er für sich entscheiden. Da wird er seine Möglichkeiten haben, seine Optionen haben, das kann ich nicht beantworten.“

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