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Fachgespräch nach dem Training: Thomas Schaaf und Florian Kohfeldt tauschen sich regelmäßig aus.

Trainer mit Zusammenarbeit „extrem zufrieden“

Kohfeldt holt sich Rat bei Schaaf

Bremen - Mehr oder weniger unbemerkt suchte sich der Beobachter einen Platz am Zaun, nahe der Tür, durch die die Werder-Profis kurz zuvor den Trainingsplatz betreten hatten.

Dort stand der Mann – hellblaues Polohemd, vor der Brust verschränkte Arme – nun auf dem Rasen, ganz am Rand, und verfolgte aufmerksam die Übungen, die Werder-Trainer Florian Kohfeldt seine Spieler absolvieren ließ. Hinterher dann ein längeres Fachgespräch mit dem Coach – Thomas Schaaf hatte sich schlicht ein Bild davon machen wollen, wie die von ihm mitinitiierte Neuerung in der Praxis aussieht.

Seit Juli ist der 57-Jährige als Technischer Direktor bei Werder beschäftigt, seine Aufgabe, vereinfacht ausgedrückt: den Mannschaften des Vereins eine möglichst einheitliche Spielphilosophie verpassen. „Ich bin extrem zufrieden mit der Zusammenarbeit. Es ist genauso, wie wir es uns vorgestellt hatten“, sagte Kohfeldt später.

Auch U23-Coach Hübscher beim Training der Profis

Gemeinsam mit Schaaf und Sportchef Frank Baumann forciert der 35-Jährige seit dieser Saison den Plan, dass Werders drei obersten Leistungsteams – die Bundesliga-Profis, die U23 und die U19 – in Sachen Trainingsinhalte und Spielidee enger zusammenrücken. „Verzahnung“ nennen sie das im Verein gerne, und Dienstagvormittag gab es auf dem Trainingsplatz am Osterdeich einen ersten Eindruck davon, wie das in der täglichen Praxis aussehen kann.

Neben Kohfeldt und seinen Co-Trainern Tim Borowski und Thomas Horsch stand nämlich auch U23-Coach Sven Hübscher mit auf dem Platz. Für das Testspiel in Leer hatte Kohfeldt sechs U23-Akteure nominiert, die nun gemeinsam mit Pizarro, Kruse und Co. trainierten. „Wir haben das Spiel gemeinsam mit der U23 vorbereitet“, sagte Kohfeldt. Zwar sei er ohnehin stets in engem Austausch mit Hübscher, „aber so ist er nochmal näher dran“. In der Vorwoche hatte bereits U17-Trainer Christian Brand beim Profitraining hospitiert, übrigens auch unter den Augen von Thomas Schaaf.

Auch über diese „Verzahnung“ hinaus schätzt Kohfeldt die Zusammenarbeit mit dem Double-Trainer von 2004. „Es gibt Dinge, da muss man sich Rat holen. Ich bin ja noch nicht 20 Jahre lang Bundesliga-Trainer“, sagte er – und nannte dann auch ein entsprechendes Beispiel.

Als sich die Verpflichtung von Davy Klaassen in die Länge zu ziehen drohte, fragte Kohfeldt telefonisch bei Schaaf nach, wie lange dieser auf den Spieler warten würde. „Da geht es um Erfahrungswerte. Ich wollte einfach die Perspektive von einem extrem erfahrenen Kollegen haben“, erklärte Kohfeldt. „Für mich ist es ein gutes Gefühl, dass wir so jemandem jetzt im Hause haben, den ich jederzeit anrufen kann.“ Und der hin und wieder auch gerne mal als (fast) unbemerkter Beobachter beim Training vorbeischaut.

Verfolgt das Werder-Testspiel gegen den FC Emmen in unserem Liveticker.

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