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Mit dem Sieg gegen Dortmund haben sich für Florian Kohfeldt die Chancen erhöht, Cheftrainer bei Werder zu bleiben.

Der Rahmen steht, es fehlt nur noch die Entscheidung

Mit Kohfeldt „ist alles besprochen und geklärt“

Dortmund - Der Normalzustand wäre wohl dieser gewesen: Ein Haufen junger Männer macht den Team- zum Partybus und feiert ausgelassen sowie mit dem einen oder anderen Bier einen großen Sieg mit großem Seltenheitswert.

Das 2:1 (1:0) des SV Werder bei Borussia Dortmund war ein solcher Sieg, doch Party im Bus gab es wohl nicht. Dafür saß erstens der Schock über die schwere Verletzung des Mannschaftskollegen Fin Bartels (Achillessehnenriss) bei allen zu tief und war zweitens dann doch nicht der richtige Zeitpunkt. Schon am Mittwoch muss der Haufen junger Männer schließlich bei Bayer Leverkusen (20.30 Uhr) den nächsten großen Sieg einfahren. Der Abstiegskampf verlangt es.

Der SV Werder ist mittlerweile ein äußerst vitaler Teilnehmer dieses Abstiegskampfes. Drei Erfolge aus den jüngsten vier Spielen, darunter mit dem Clou beim BVB endlich auch der erste Auswärtssieg – es sind prima Signale, die die Bremer senden. 

Aber der Blick auf die Tabelle bleibt ernüchternd: immer noch Vorletzter, weil auch die anderen punkten. Wie der SC Freiburg, der gestern durch das spektakuläre 4:3 beim mittlerweile abgeschlagenen Schlusslicht 1. FC Köln wieder an Werder vorbeizog. Doch das, sagt Sportchef Frank Baumann gegenüber der DeichStube, „spielt keine Rolle für uns. Wir müssen am Ende 40 Punkte geholt haben, um ganz sicher zu sein. Unser Ziel ist es aber natürlich , noch in diesem Jahr von den Abstiegsplätzen runterzukommen.“

Am Mittwoch Sprung auf Platz 13 möglich

Natürlich ist Werder diesem Ziel deutlich näher gekommen, der Anschluss ans Mittelfeld ist mit nunmehr 14 Punkten nicht mehr ganz so fern. Schon mit einem weiteren Sieg in Leverkusen könnte im Idealfall am Mittwoch der Sprung auf Platz 13 erfolgen. Und nach den Eindrücken der Dortmund-Partie darf man fragen: Wieso eigentlich nicht?

Werder war stark beim BVB, mit ihren Toren sorgten Maximilian Eggestein (26.) und Theodor Gebre Selassie (65.) für den ersten Bremer Triumph in Dortmund seit mehr als zehn Jahren. Und für den Rausschmiss von Peter Bosz. Für den Coach war es das letzte Spiel bei der Borussia, am Tag danach wurde er entlassen.

Theodor Gebre Selassie nach seinem 2:1-Siegtreffer gegen Borussia Dortmund.

Für die Bremer ist das freilich nur eine Randnotiz. Sie haben ihre eigenen Themen – und die sind mit Ausnahme der Bartels-Personalie durchweg erfreulich. Die Leistung war gut, das Auftreten mutig. „Wir haben ins richtige System gefunden, es hat alles gepasst“, lobt der angeschlagene Kapitän Zlatko Junuzovic und fordert für die Partie in Leverkusen: „Wir müssen in diesem Flow bleiben. Auch in Leverkusen ist 'was drin, da wollen wir auch gewinnen.“

„viel mehr Rückschläge kann man nicht haben“

Wie in Dortmund, als Werder nach dem Ausgleich durch Pierre-Emerick Aubameyang (57.) nicht etwa den Punktgewinn abzusichern versuchte, sondern auf Sieg spielte. „Da gab es auch eine klare Ansage“, verriet Maxi Eggestein. Und zwar eine Ansage von Trainer Florian Kohfeldt vor dem Spiel, aber auch ein Versprechen der Spieler an sich selbst. „Wir haben uns das auf dem Platz nochmal gegenseitig gesagt“, so Eggestein.

Dabei waren die Umstände zwischen der 30. und der 60. Minuten alles andere als einfach gewesen. Erst die Verletzung bei Fin Bartels, dann die Auswechslung von Kapitän Junuzovic wegen muskulärer Probleme, schließlich der Ausgleich – „viel mehr Rückschläge kann man nicht haben“, meinte Kohfeldt und zollte dem Team Respekt: „Das war ein toller Sieg.“

Fin Bartels verletzt sich so schwer, dass er Werder monatelang fehlen wird.

Dass er damit seine Chancen auf eine Beschäftigung über das Ende der Hinrunde hinaus weiter erhöht hat, ist logisch. Der Coach habe bislang „nicht die schlechtesten Argumente“ geliefert, grinst selbst Manager Baumann – so, als wüsste er längst, wie er an Weihnachten entscheiden wird. Weiß er sicher auch, er sagt es nur nicht, sondern hält sich an seine Marschroute. Und die sieht nunmal vor, erst nach dem letzten Pflichtspiel des Jahres eine Entscheidung zu verkünden. Dann gibt es nur noch eins zu tun: Daumen hoch oder Daumen runter – entweder Kohfeldt fest im Bundesliga-Team verankern oder ihn zur U23 zurückschicken. Über die Zukunft verhandelt werden muss aber definitiv nicht mehr mit dem Trainer. Das wurde schon bei dessen Beförderung zum Chefcoach erledigt. Baumann: „Es ist für alle Fälle alles besprochen und geklärt.“

Borussia Dortmund gegen Werder Bremen

Borussia Dortmund gegen Werder Bremen
Borussia Dortmund gegen Werder Bremen © nordphoto
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