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Bärenstark! Als einzige Sturmspitze körperlich enorm präsent, entwickelte Ishak Belfodil im Spiel gegen Mainz eine große Wucht, so wie bei seiner Kopfball-Bogenlampe zum 2:0.

Wird aus der Leihe doch ein Kauf?

Kohfeldt lobt Belfodils Wandel

Bremen - Viele hatten ihn schon als Transferflop abgestempelt, doch dann drehte Ishak Belfodil zum Ende der Hinrunde plötzlich auf, bekam nach seinen Treffern in der Bundesliga gegen Mainz (2:2) und im Pokal gegen Freiburg (3:2) sogar Sonderapplaus von den Fans.

Trainer Florian Kohfeldt freute sich darüber natürlich ganz besonders, hat er doch nun eine echte Alternative mehr im Angriff – mit der er offenbar selbst so nicht gerechnet hat.

„Ishak hat aus meiner Sicht die richtigen Schlüsse gezogen“, sagt Kohfeldt und deutet damit an, dass er mit Belfodil nicht immer so zufrieden war. Schon kurz nach Kohfeldts Inthronisierung Anfang November hatte Sportchef Frank Baumann die Reservisten öffentlich ermahnt, mehr Gas zu geben. 

Damit war ganz offensichtlich auch Belfodil gemeint. Der Algerier, der für eine Saison von Standard Lüttich ausgeliehen worden ist, hatte zudem immer wieder erklärt, er sei kein Stürmer, sondern ein Spielmacher. Das stand im Gegensatz zu dem, was Baumann bei Belfodils Verpflichtung gesagt hatte. Auf einer Wellenlänge lagen Club und Spieler offenbar nicht. 

Doch das hat sich geändert. „Ishak bringt sich in die Mannschaft ein. Auf dem Platz ist sein Defensivverhalten deutlich besser geworden“, lobt Kohfeldt den Angreifer: „In der Offensive hat er ohnehin Qualitäten. Allein schon aufgrund seiner Physis kann er Bälle festmachen. Er hat ein gutes Kopfballspiel, ist stark im Tempodribbling.“

Werder besitzt eine Kaufoption

Doch der Coach gibt sich damit längst nicht zufrieden: „Ich erwarte von ihm, dass er den Weg, den er jetzt eingeschlagen hat, weitergeht. Wenn er das tut, kann er ein sehr, sehr wichtiger Bestandteil dieser Mannschaft sein.“ Und dann könnte Belfodil durchaus länger in Bremen bleiben. Eigentlich muss er im Sommer zurück nach Belgien. Doch Werder besitzt eine Kaufoption für den 25-Jährigen. Die liegt bei zehn Millionen Euro. Viel Geld für Werder – und für einen Spieler wie Befodil. Danach sah es zumindest bislang aus. Macht der Stürmer so weiter, wäre ein Kauf möglicherweise doch sinnvoll.

Ishak Belfodil: Seine Karriere in Bildern

Ishak Belfodil
Belfodil spielte in den Jugenden verschiedener französischer Clubs, wechselte dann 2008 zur U19 von Olympique Lyon. Von 2009 bis 2012 spielte er dort bei den Profis, bekam aber wenige Einsätze. © imago
Ishak Belfodil
Im Januar 2012 wurde er zunächst an den italienischen FC Bologna ausgeliehen, zur Saison 2012/13 verpflichtete ihn aber schließlich Parma Calcio.  © imago
Ishak Belfodil
Ein Jahr später nahm in Inter Mailand unter Vertrag, für die Rückrunde 2013/14 ging Belfodil auf Leihbasis zum AS Livorno. © imago
Ishak Belfodil
Nach Ende der Leihe wechselte er erneut und kehrte in der Saison 2014/15 zu seinem ehemaligen Club Parma zurück. Dort kam er regelmäßig zum Einsatz, blieb allerdings auch nur ein Jahr. © imago
Ishak Belfodil
Nach einem Jahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei Baniyas SC nahm ihn zur Saison 2016/17 Standard Lüttich unter Vertrag. Bei den Belgiern schoss er 11 Tore in 25 Pflichtspielen.  © imago
Ishak Belfodil
Am letzten Tag der Transferperiode vor der Saison 2017/18 unterschrieb Belfodil schließlich bei Werder.  © nordphoto
Ishak Belfodil
Er kam für ein Jahr auf Leihbasis an die Weser, um den Angriff der Bremer zu verstärken. © nordphoto
Ishak Belfodil
Unter Trainer Alexander Nouri bekam er viel Einsatzzeit in der Liga, konnte aber keine Treffer liefern. © Gumz
Ishak Belfodil
Erst im Pokal gegen Hoffenheim platzte der Knoten - Belfodil erzielte den Siegtreffer zum 1:0. © Gumz
Ishak Belfodil
Belfodil spielte in den Junioren-Teams der französischen Nationalmannschaft, entschied sich dann für Algerien. 2015 nahm er mit ihnen am Afrika Cup teil, scheiterte im Viertelfinale aber an der Elfenbeinküste. © imago
Am 27. Spieltag erzielte Ishak Belfodil einen Doppelpack beim 3:1 Sieg gegen Augsburg und bereitete ein Tor vor, somit war er der überragende Mann auf dem Platz.
Am 27. Spieltag erzielte Ishak Belfodil einen Doppelpack beim 3:1 Sieg gegen Augsburg und bereitete ein Tor vor, somit war er der überragende Mann auf dem Platz. © gumzmedia

„Ich glaube, es war jetzt zu sehen, warum er im Sommer verpflichtet wurde“, sagt Kohfeldt: „Er hat nach dem schweren Start weiter gearbeitet. Man sollte es Spielern auch zugestehen, dass sie etwas Zeit brauchen.“ 

Belfodil war erst Ende August verpflichtet worden. Nach drei Monaten scheint er nun angekommen zu sein. Wenngleich: Mit ihm muss Werder etwas anders spielen als von Kohfeldt gewünscht. Der Coach will den Ball gerne spielerisch in den gegnerischen Strafraum bekommen, Belfodil mag dagegen lieber die langen Bälle, die er mit seinem robusten Körper und seinen 1,92 Metern Gardemaß gut verteidigen kann. Andererseits macht das Werder auch flexibler. 

Spätes Vertrauen von Kohfeldt

Spannend wird, wie gut Belfodil zusammen mit Max Kruse, dem Freigeist im Bremer Angriff, funktioniert. Nur einmal standen sie bislang gemeinsam in der Startelf – beim 0:3 gegen den FC Augsburg. Es war das letzte Spiel von Alexander Nouri als Werder-Coach. Es folgte Kohfeldt, der Belfodil erst wieder in der Startelf vertraute, als Kruse verletzt fehlte. Und der Algerier bedankte sich mit zwei ganz wichtigen Toren.

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