Der Klassenerhalt des SV Werder Bremen ist extrem gefährdet. Das rückt auch Trainer Florian Kohfeldt in den Fokus.
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Der Klassenerhalt des SV Werder Bremen ist extrem gefährdet. Das rückt auch Trainer Florian Kohfeldt in den Fokus.

Nach erneuter Pleite gegen den FC Augsburg

Coach Florian Kohfeldt: „Als Fan von Werder Bremen mache ich mir Sorgen“

Augsburg – Diese Verbindung zwischen dem SV Werder Bremen und Florian Kohfeldt muss definitiv als eine besondere bezeichnet werden. Der Chef-Coach ist in der Region und später auch im Verein groß geworden. Dann hat er den Club erst vor dem Abstieg gerettet, dann fast nach Europa geführt.

Nun aber ist der Klassenerhalt extrem gefährdet. Das rückt auch den Trainer in den Fokus – und Florian Kohfeldt hat einen ganz speziellen Umgang mit dieser Situation. Schließlich ist es sein Verein, der bei ihm, so hat er es stets betont, über allem steht. Einen Rücktritt schließt der 37-Jährige dabei aber aus.

„Zurücktreten ist weglaufen, und ich werde nicht weglaufen – unter keinen Umständen“, sagte Kohfeldt in einer Medienrunde nach der 1:2-Pleite beim FC Augsburg. Ihm ist nicht entgangen, dass Fans und Medien bereits darüber diskutieren, ob er noch der richtige Coach für den SV Werder Bremen ist. „Ich kann das verstehen“, meinte Kohfeldt und erklärte dann: „Ich bin Werder-Trainer und Werder-Fan. Als Werder-Trainer versuche ich gerade, sehr viel Ruhe und Souveränität auszustrahlen. Ich weiß ganz genau, dass die Mannschaft sehr eng bei mir ist, dass die Geschäftsführung sehr eng bei mir ist. Da herrscht das absolute Vertrauen. Als Werder-Fan mache ich mir Sorgen und frage mich, wie entstehen diese Dinge.“

Werder Bremen in der Krise: Ausfall von Niclas Füllkrug für Florian Kohfeldt besonders heftiger Tiefschlag

Jeder könne sich sicher sein, dass er sich als Coach „extrem kritisch hinterfrage und nach Lösungen suche“. Die Situation sei erklärbar. Die vielen Ausfälle machen ihm weiter das Leben schwer. Zu Beginn der Saison fehlte ihm fast die komplette Innenverteidigung, dann gab es Personalprobleme im Sturm mit dem langen Ausfall von Niclas Füllkrug als besonders heftigem Tiefschlag. Und nun hat der Coach keinen gelernten Außenverteidiger mehr, was gegen einen Gegner wie Augsburg, der so gerne über die Flügel angreife, alles andere als optimal sei, so Kohfeldt.

Natürlich habe er in Kevin Vogt und Davie Selke im Winter zwei Neuzugänge bekommen. „Davie ist aber erst zwei Tage hier. Da zu sagen, jetzt muss alles besser laufen, ist schon sehr weit hergeholt“, meinte Florian Kohfeldt und gab sich kämpferisch: „Wenn ich Werder-Fan wäre und alle Insider-Kenntnisse hätte, wüsste ich, mit welcher Leidenschaft, mit welchem Einsatz und welcher Kreativität der Trainer versucht, alles rauszuholen. Trotzdem werde ich wie jeder andere Trainer daran gemessen, was dabei herauskommt.“

Werder Bremen: Frank Baumann spricht Florian Kohfeldt das Vertrauen aus

Der 37-Jährige verschließt nicht die Augen davor, dass selbst für ihn nicht die Gesetze der Fußball-Branche komplett außer Kraft gesetzt werden. Auch bei Werder Bremen könnte es einen Moment geben, an dem Sportchef Frank Baumann möglicherweise umdenkt. Aktuell hat er seinem Coach ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen.

„Es gibt eine Konstellation, in der ich das Gespräch mit Frank suchen würde, aber niemals, um wegzulaufen. Wenn ich das Gefühl hätte, dass das die beste Lösung ist. Dann würde ich fragen, ob das so ist. Aber dieses Gefühl ist zu keiner Sekunde bei mir aufgekommen“, drückte sich Florian Kohfeldt ungewohnt sperrig aus. Was er aber damit meinte, machte eine andere Aussage etwas deutlicher: „Wenn ich das Gefühl hätte, dass die Mannschaft einen anderen Impuls braucht oder nicht mehr das absolute Vertrauen da wäre, dann gewinnt der Werder-Fan in mir.“

Werder Bremen am Dienstag im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund

Von den letzten zehn Bundesliga-Spielen hat Werder Bremen acht verloren und nur zwei gewonnen. Am Sonntag könnten die Bremer durch einen Paderborner Heimsieg gegen Wolfsburg vom Relegationsrang noch auf den direkten Abstiegsplatz abrutschen. Am Dienstag geht es im Pokal im Weserstadion gegen Borussia Dortmund weiter. Gegen die Tormaschine droht ein Debakel. Am Samstag kommt dann Union Berlin nach Bremen. Ein Spiel, dass die besondere Verbindung zwischen dem SV Werder und Florian Kohfeldt auf eine ganz harte Probe stellen könnte. (kni/dco)

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