Thomas Delaney (r., gegen Willi Orban)
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Thomas Delaney (r., gegen Willi Orban) zeigte gegen RB Leipzig eigentlich eine ordentliche Leistung, vor dem 0:1 unterlief ihm aber ein folgenschwerer Fehler.

Nach Fehler vor Gegentor in Leipzig

Kohfeldt macht Delaney keinen Vorwurf

Leipzig - Eigentlich hatte er den Ball schon. Nach dem etwas ungenauen Pass von Emil Forsberg war Thomas Delaney in der 34. Minute einen Schritt schneller zur Stelle als Timo Werner - dann unterlief ihm aber ein Fehler, ein ziemlich folgenschwerer sogar.

Von Delaneys Fuß sprang der Ball direkt in den Lauf von Naby Keita, der Sekunden später das 1:0 für RB Leipzig erzielte. Werder verlor die Partie am Ende mit 0:2 - und natürlich stand hinterher die unglückliche Entstehung des ersten Gegentreffers im Zentrum nach Nachbetrachtung.

Einzelkritik: Bartels ohne Glück, Pavlenka ohne Chance

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Saisonbilanz vor dem Anpfiff: 80,3 Prozent gehaltene Schüsse – bester Wert der Liga. Aber als Naby Keita 20 Meter vor dem Tor zum Abschluss kam und den Ball via Innenpfosten ins Netz schickte, war Werder-Schlussmann Pavlenka absolut chancenlos. Ebenso beim 0:2. Bei Schüssen von Demme, Kampl und Bernardo aber auf dem Posten. Note 3  © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Behauptete sich gut gegen die starke Leipziger Offensive, gewann einige wichtige Zweikämpfe. Note 3  © nordphot o
Lamine Sane
Lamine Sane (bis 79.): In den zuvor zwei Spielen unter seiner Regie hatte Coach Kohfeldt auf den Innenverteidiger und Stammspieler verzichtet. Jetzt spülte die Rückkehr zur Dreier- beziehungsweise Fünferkette Sane wieder in die Startelf und ins Abwehrzentrum. Dem Senegalesen unterliefen zunächst ein paar ungenaue Abspiele. Schlussendlich war es eine ordentliche Vorstellung. Auffällig allerdings: Sane bestritt nur vier Zweikämpfe – deutlich weniger als seine Nebenleute Moisander (8) und Veljkovic (9). Note 3  © imago
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Nach dem 4:0 gegen Hannover hatte er sich noch verliebt in die Viererkette gezeigt („Das funktioniert besser“), nun war es doch wieder eine andere Abwehrformation, in der er für Sicherheit sorgen sollte. Moisander, in Vertretung von Junuzovic als Kapitän aufgelaufen, hatte ordentlich zu tun, erst in der Schlussphase schlichen sich Fehler ein, als er sich austricksen ließ. Note 3  © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Spielte den Rechtsverteidiger mit der Lizenz zu gefährlichen Vorstößen. Aber Gebre Selassie war keine Bereicherung für das Bremer Spiel, trat kaum in Erscheinung. Note 4  © nordphoto
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Linker Läufer, optional Außenverteidiger – diese Mischrolle mag der Schwede nicht so gerne. Ähnlich spielte er dann auch. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Seine Eckbälle und Flanken, von denen es einige gab, erreichten die Mitspieler nicht. Lediglich eine Freistoßhereingabe beschwor Gefahr herauf – durch ein Beinahe-Eigentor von Leipzigs starkem Innenverteidiger Upamecano. Note 3,5 © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (bis 66.): Ihm muss eine Portion Mitschuld am 0:1 zugewiesen werden. Der Routinier verlor an der Mittellinie den Ball, ging selbigem aber nicht nach, sondern blieb stehen. Das ist nicht Bargfrede-like. Als Sechser ansonsten durchaus positiv auffällig. Aber der eine Fehler verdunkelt die Bilanz. Dass er nicht durchspielt, ist mittlerweile Gewohnheit. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Wenn sich Werder defensiv formierte, spielte er oft auf einer Höhe mit Bargfrede und Delaney, Eggestein durfte sich aber auch nach vorne wagen und gab den ersten Bremer Torschuss ab – der blieb jedoch ungefährlich und landete am Außennetz (14.). Eggestein war mit 13,44 zurückgelegten Kilometern und 103 intensiven Läufen erneut der lauffreudigste Bremer. Note 3  © Gumz
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Die kurze Fehlerkette vor dem 0:1 fing bei Bargfrede an und endete bei Delaney. Ein Stockfehler des Dänen geriet zur Vorlage für Leipzigs Torschützen Keita. Bitter für Delaney, der weite Wege ging und über den viel lief. Seinen Pass auf Kruse hätte der Torjäger an jedem anderen Tag wohl mit dem Ausgleich veredelt (49.). Ohne den einen Patzer hätte es nichts zu meckern gegeben. Note 3  © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels: Mangelnden Mut oder gar Einsatz konnte man ihm nicht vorwerfen. Bartels war emsig, fleißig, probierte viel. Das verlangte die Position auch, denn er pendelte zwischen Mittelfeld und Angriff. Sein Fallrückzieher muss noch als artistische, aber glücklose Aktion eingestuft werden. Bei der zweiten dicken Chance hätte Bartels jedoch präziser abschließen müssen. So blieb viel Fleiß, aber kein Preis. Note 3,5  © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse: Es war nicht der Kruse aus dem Hannover-Spiel. Der Leipzig-Kruse hatte wenige Aktionen – und wenn er doch in Erscheinung trat, versprang ihm der Ball (49.) oder er schloss schwach ab (72.). Das kann er deutlich besser. Note 4,5  © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (66.): Bemühte sich, aber die zündende Idee hatte auch er nicht. Note -  © Gumz
Ishak Belfodil
Ishak Belfodil (ab 79.): Auch er setzte keine Impulse mehr. Note - © nordphoto

„Ich kann mich gar nicht richtig daran erinnern, was passiert ist“, sagte Delaney über die 34. Minute. „Vielleicht hat mein Gehirn die Erinnerung schon gelöscht.“ Ein paar Bruchstücke waren beim Dänen allerdings noch übrig geblieben. „Ich wollte den Ball stoppen, denke ich. Das hätte ich nicht tun sollen“, sagte Delaney - und betonte: „Natürlich war es ein schlechtes Gefühl, da zu stehen und zu sehen, wie der Ball direkt zu einem so guten Spieler springt.“

Es waren durchaus selbstkritische Worte, die Delaney in den Katakomben des Leipziger Stadions wählte. Sein Trainer, Florian Kohfeldt, sprach den 26-Jährigen allerdings von jeglicher Schuld frei. „Es war eine sehr kurze Entfernung, und der Ball springt dann unglücklich in die Mitte. Da mache ich Thomas keinen Vorwurf.“

Kohfeldt mit Ordnung beim Gegentor unzufrieden

Zur Wahrheit gehörte zudem, dass Philipp Bargfrede die Szene durch einen unnötigen Fehlpass erst eingeleitet hatte. Für Kohfeldt aber auch nicht das Hauptproblem. Der 35-Jährige war vielmehr mit der gesamten Ordnung auf dem Platz in dieser Szene nicht einverstanden. „Genau in dem Moment, wo wir nachrücken, war das Positionsspiel nicht so, wie wir es brauchen“, erklärte er.

Generell zeigte sich der Coach - mal abgesehen vom Ergebnis - aber zufrieden mit dem, was er da in Leipzig von seiner Mannschaft gesehen hatte. „Ich sehe, dass wir Dinge, die wir trainieren, auch auf den Platz bringen“, sagte Kohfeldt.

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