Vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen

Kohfeldt liebt Bosz-Fußball und will das für Werder nutzen

Bremen – Seit über drei Jahren ist Florian Kohfeldt nun schon Trainer in der Bundesliga, hat also viele Kollegen erlebt. Einen davon hebt der Coach des SV Werder Bremen nun noch einmal ausdrücklich hervor: Peter Bosz vom nächsten Werder-Gegner Bayer Leverkusen. „Peter Bosz ist einer der von mir am meisten geschätzten Kollegen in der Bundesliga – sowohl, was das Menschliche betrifft als auch die Art, wie er Fußball spielen lässt.“

Florian Kohfeldt sagt es zwar nicht, aber es ist zu spüren: Diesen Offensivfußball von Bayer Leverkusen würde er auch gerne mit Werder Bremen spielen, nur fehlt ihm dafür das Personal. Er hat keinen Kader, der es wie das Bayer-Team in die Champions League schaffen soll, sondern eine Mannschaft, für die es nur um den Klassenerhalt geht. Also muss eine andere Lösung her, um am Samstag in der BayArena eine Chance zu haben – und die liegt ausgerechnet auch im Bosz-Fußball. „Seine Art und sein System zu spielen, ist immer auch risikobehaftet. Dadurch entstehen wahnsinnig schöne Spiele. Es gibt aber auch Momente, in denen du als Gegner auch mal zupacken kannst, obwohl du grundsätzlich individuell unterlegen bist. Ich erwarte, dass wir den Mut haben, diese Momente zu packen“, fordert Kohfeldt.

Der 38-Jährige hat mit Peter Bosz schon einiges erlebt. In seinem fünften Spiel als Cheftrainer gewann er im Dezember 2017 mit 2:1 bei Borussia Dortmund – und damit war klar, was sich wenig später auch bestätigen sollte: Bosz verlor seinen Job als BVB-Coach. „Für Peter war es eine sehr schwierige Situation. Mich hat tief beeindruckt, dass er nach dem Spiel trotzdem ruhig war und eher versucht hat, fürsorglich gegenüber mir als jungem Kollegen zu sein“, erinnerte sich Kohfeldt vor gut einem Jahr an seine erste Begegnung mit dem 19 Jahre älteren Niederländer.

Werder Bremen: Florian Kohfeldts Wiedersehen mit Peter Bosz - Trainer erwartet „wütendes“ Bayer Leverkusen

Peter Bosz heuerte im Dezember 2018 bei Bayer Leverkusen an und verlor auch seine nächste Partie gegen Kohfeldts Bremer (1:3 im März 2019). Es folgte ein 2:2 (Oktober 2019) – und erst im Mai 2020 der erste Bosz-Sieg. Ein ganz besonderer. Es war das erste Spiel nach der Corona-Pause. Die von Werder Bremen angekündigte Aufholjagd im Abstiegskampf endete mit einer 1:4-Packung im leeren Weserstadion. Die Grün-Weißen schafften trotzdem noch den Klassenerhalt.

Deshalb kommt es nun zum Wiedersehen von Florian Kohfeldt und Peter Bosz. Letzterer muss gerade zwei Niederlagen am Stück verarbeiten, eine unglückliche gegen die Bayern und eine hochverdiente in Frankfurt. „Wenn man so will, ist Leverkusen auch wütend“, sagt Kohfeldt mit Blick auf das eigene Schock-Erlebnis beim 0:2 gegen Union Berlin und beschreibt den Gegner: „Wir erwarten eine sehr konterstarke Mannschaft. Eine Mannschaft mit viel Tempo, individueller Qualität, Spielwitz im Zentrum, vielen tiefen Läufen durch Nadiem Amiri und Florian Wirtz. Dazu starkes Gegenpressing, hohes Pressing gegen den Ball, immer das Ziel von Spielkontrolle. Da müssen wir viel Mut haben, um mit Ball die Lösung zu finden.“ (kni) Auch interessant: So seht Ihr das Bundesliga-Spiel von Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen live im TV und Live-Stream. Mit Kevin Möhwald in der Startelf? So könnte die Aufstellung des SV Werder Bremen in Leverkusen aussehen.

Rubriklistenbild: © nordphoto / gumzmedia / Pool

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