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Es gab Gesprächsbedarf zwischen Trainer Florian Kohfeldt (l.) von Werder Bremen und Schiedsrichter Felix Zwayer.

Bei Werders 1:3-Niederlage gegen Düsseldorf

Nach Missverständnis mit Zwayer: Kohfeldt erneuert Kritik an Gelben Karten für Trainer

Bremen – Als sich Schiedsrichter Felix Zwayer während des ersten Durchgangs auf den Weg zu Florian Kohfeldt machte, da schwante dem Trainer von Werder Bremen an der Seitenlinie schon Böses.

„Ich habe gedacht, dass er die Bank hinter mir ermahnen will, weil sich Stefanos Kapino ein, zwei Mal ein bisschen aufgeregt hatte“, berichtete Kohfeldt nach dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf – und konnte dann aufklären, dass Ersatztorhüter Kapino mitnichten der Grund für Zwayers kleinen Ausflug gewesen war.

„Er wollte mich lediglich darauf hinweisen, dass er das Gefühl hat, dass es Ömer Toprak nicht gut geht“, sagte Kohfeldt – und nutzte die kleine Randnotiz des Bremer Bundesliga-Auftakts um zu veranschaulichen, warum er die neue Regelung, nach der Trainer nun auch Gelbe Karte sehen können, nach wie vor für problematisch hält.

Schiedsrichter auf dem Weg zu Florian Kohfeldt: Stimmung im Stadion schlägt um

„In dem Moment, als der Schiedsrichter zu mir rauskommt, fängt das ganze Stadion sofort an zu pfeifen, weil es denkt: Jetzt wird der Trainer ermahnt“, sagte Kohfeldt. Die Stimmung war in besagter Szene in der Tat umgeschlagen, wurde direkt etwas hitziger, aufgeladen. „Herr Zwayer stand dann vor mir und hat gesagt: Oh Gott, ich will Sie doch gar nicht ermahnen.“

In den Augen von Florian Kohfeldt sind es genau diese Momente zwischen Unparteiischen und Trainern, die durch die neuen Gelben Karten automatisch vorbelastet werden. „Mit dieser Regel schaffen wir etwas Künstliches zwischen Schiedsrichtern und Trainern. Die Symbolik halte ich für gefährlich“, betonte der Werder-Coach, der von einem „total netten Austausch mit Herrn Zwayer“ berichtete und dem Referee eine „gute Leistung“ bescheinigte.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt erklärt Kritik an Gelben Karten für Trainer

Seit dieser Saison haben die Schiedsrichter in der Bundesliga die Möglichkeit, auch die Trainer oder die Personen auf der Ersatzbank mit einer Gelben Karte zu verwarnen. Kohfeldt war von Beginn an ein Gegner dieser Neuerung. „Das ergibt für mich keinen Sinn und wird das Verhältnis zwischen Schiedsrichtern und Trainern belasten“, hatte der 36-Jährige bereits während der Sommerpause erklärt.

Einer seiner Hauptkritikpunkte: Trainer und Spieler würden durch die neue Regelung gewissermaßen in einen Topf geworfen, obwohl sie nicht miteinander vergleichbar seien. „Du kannst kein gleiches Strafmaß geben, denn wir Trainer können unsere Emotionen nicht weglaufen. Man muss sehr sensibel entscheiden, ob es eine Emotion in Richtung Spiel ist – jubele ich, ärgere ich mich, feuere ich an, gebe ich den Hinweis, schneller zu laufen –, oder ist es eine Emotion in Richtung Schiedsrichter.“ Natürlich sei es auch sein „ureigenstes Interesse“ ein gutes Verhältnis zu den Schiedsrichtern zu haben, sagte Kohfeldt – und hielt fest: „Aber Sanktionen sind da nicht der richtige Weg.“

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Das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf war ein bitteres Debüt bei Werder Bremen für Ömer Toprak: Vom Platz ging es direkt ins Krankenhaus. Unseren Spielbericht zur Partie gibt es hier: Vorne ohne Coolness, hinten konfus - so verpatzte Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf den Bundesliga-Start.

Nach dem 1:3 sprach Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein klipp und klar von einem „Sch***-Start“ - das sind die Stimmen zur Niederlage von Werder Bremen. Und so haben wir die Spieler aus der Partie gegen Düsseldorf benotet: Toprak durchwachsen, Osako engagiert, Rashica blass - die Einzelkritik und Noten für Werder Bremen aus dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf.

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