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Florian Kohfeldt, Cheftrainer des SV Werder Bremen, steht gegen den SC Freiburg gehörig unter Druck.

Es geht für Kohfeldt um alles

Mit den Hörnern voran - ein Kommentar zu Kohfeldts Vorstoß

Ein Kommentar von Carsten Sander - Ganz sachlich betrachtet, ist das, was Florian Kohfeldt über sich und die Kritik an seiner Person gesagt hat, gar nicht so weltbewegend, wie es beim ersten Hinhören klang. Er hält sich für den Besten in der aktuellen Bremer Situation und die Kritiker für unfair. Muss ja auch so sein, ansonsten könnte der Trainer des SV Werder Bremen ja einpacken und nach Hause gehen.

Deshalb sollte jeder vorsichtig sein, der Florian Kohfeldt für seine in der speziellen Bremer Lage fraglos mutig-offensiven Aussagen, als arrogant, abgehoben, weltfremd, realitätsfern oder was auch immer bezeichnen möchte. Denn schlussendlich hat Kohfeldt nur gesagt, was er in seiner Position sagen muss: Ich kann das, und ich werde es auch allen zeigen! Diese Haltung gebietet der Job. Alles andere geht nicht in einer Branche, in der Selbstzweifel etwas für das Gespräch mit der Ehefrau sind, aber nicht für die Öffentlichkeit.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt setzt sich selbst unter Druck - wer weiß das

Florian Kohfeldt ist indes schlau genug, um zu wissen, dass er sich mit seinen forschen Sätzen noch mehr unter Erfolgsdruck gesetzt hat als ohnehin schon. Der Trainer ist – Rückendeckung durch Sportchef Frank Baumann hin oder her – schwer angezählt. Das 1:4 gegen Leverkusen hat weiteren Kredit gekostet, die verzweifelt optimistische Analyse danach auch. Wer im Anschluss auch noch so betont selbstbewusst sagt, dass er der Beste ist für die aktuelle Lage, der hat einerseits ein Kreuz so breit wie die Ostkurve, der muss andererseits aber endlich auch abliefern. Nicht irgendwann, sondern am Samstag beim Bundesliga-Auswärtsspiel des SV Werder Bremen beim SC Freiburg. Dann sollte sich die Mannschaft ein Beispiel an ihrem Trainer nehmen und im bildlichen Sinn mit den Hörnern voran auf die Gegner losgehen.

Werder Bremen gegen den SC Freiburg - ein Endspiel für Florian Kohfeldt

Nur die Flucht nach vorne hilft jetzt noch – vermutlich ist es genau das, was Florian Kohfeldt seinen Spielern mit seinem Auftritt vermitteln wollte. Geht das allerdings auch schief oder ergibt sich die Mannschaft wie schon gegen Leverkusen ihrem Schicksal, ist Kohfeldts Krisenmanagement endgültig gescheitert. Ihn dann weiterhin als beste Lösung für den Bremer Abstiegskampf zu vermitteln, wäre eine absolut unlösbare Aufgabe. Also: Es geht um alles für den Coach.

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