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Hat einen Plan, mit dem er Werder Bremen zum Klassenerhalt führen will: Chefcoach Florian Kohfeldt.

Auf Mallorca zurück zu den Basics 

Kohfeldts Plan: Mit Pärchen zum Klassenerhalt

Bremen/Palma – Sein Lachen hat er nicht verloren. Trotz allem möchte man sagen. Obwohl die schlechteste Hinrunde der Vereinsgeschichte hinter ihm und die wohl herausfordernste Rückrunde vor ihm liegt, präsentiert sich Trainer Florian Kohfeldt am Freitagmorgen vor dem Abflug des SV Werder Bremen ins achttägige Trainingslager auf Mallorca gut gelaunt.

Nicht, dass ihn die Situation nach der „katastrophal schlechten“ (Zitat Kohfeldt) ersten Saisonhälfte des SV Werder Bremen nicht bedrücken würde. „Das Gefühl nehme ich schon noch mit ins neue Jahr“, sagte er. Aber jetzt muss die Rückrunde, die für den Tabellen-17. einzig die Überschrift „Klassenerhalt“ trägt, angepackt und vorbereitet werden. Dazu gehört bei Florian Kohfeldt eben auch das Lachen: „Bei aller Ernsthaftigkeit der Situation dürfen wir die Freude am Spiel nicht verlieren.“

Das hat Kohfeldt in den Wochen vor Weihnachten schon häufiger gesagt. Aber es soll bloß niemand glauben, dass der 37-Jährige die Rettung nur mit Spaß und Ringelpietz erreichen will. Mallorca, das macht der Coach klar, wird ein intensives Trainingslager. Keines der Art des vergangenen Jahres, als die Mannschaft an Details arbeiten konnte, an Feinheiten, um aus einem gehobenen Niveau ein noch höheres zu machen. 

Werder Bremen will auf Mallorca den Rhythmus wiederfinden

Nein, diesmal geht es um harte Basisarbeit. Kohfeldt steht quasi vor der Aufgabe, ein Team, das durch Verletzungen und sportliche Rückschläge gründlich durch den Fleischwolf gedreht worden war, wieder zusammenzubringen. Nochmal der Kohfeldt-Blick zurück in die Hinrunde: „Am Ende stand da der totale Leistungseinbruch. Im letzten Spiel gegen Köln war alles weg, was wir uns im Sommer erarbeitet hatten.“ Das Team habe sich in einer Art „Schockstarre“ befunden.

Nun der Blick nach vorn. Auf Mallorca will der Coach in erster Linie die Defensive wieder stärken und das Zusammenspiel reloaden. „In der Hinrunde war es wegen der ganzen Verletzungen überhaupt nicht möglich, zum Rhythmus zu finden. Ich bin aber guter Hoffnung, dass uns das in der Vorbereitung gelingen wird. Das Verständnis für einander ist ja nicht weg, wir müssen es nur wieder neu zum Leben erwecken“. erklärt Kohfeldt.

Alle Infos zum Winter-Trainingslager des SV Werder Bremen auf Mallorca gibt es im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen: Florian Kohfeldt setzt für den Klassenerhalt auf Pärchenbildung

Praktisch wird das so aussehen, dass der Trainer in Mallorca auf Pärchenbildung setzt. 28 Spieler hat er dabei, kann also so oft er will 11 gegen 11 spielen lassen. Und genau das hat er auch vor. „Dann werden zum Beispiel Maxi Eggestein und Davy Klaassen sehr oft miteinander spielen. Oder Niklas Moisander und Ömer Toprak.“ Letztere sind die Wunschbesetzung für die Innenverteidigung, die aber in der ersten Saisonhälfte mit Wucht gesprengt wurde. Beide fehlten über lange, lange Zeit.

Nun sieht Kohfeldt eine „deutlich entspannte Personalsituation“ - wenngleich in Niclas Füllkrug, Kevin Möhwald und Theodor Gebre Selassie ein namhaftes Trio auch noch große Teile der Rückrunde verpassen wird. Andere sind aber zurück. Moisander, Toprak, aber auch Fin Bartels, Josh Sargent nehmen einen neuen Anlauf. Alle benötigen auf Mallorca auch noch individuelle Programme, gleichzeitig sollen alle aber wieder zu der Mannschaft zurückfinden, als die Werder eigentlich in die Saison gestartet war. Eine, die erfolgreich Fußball spielen kann.

Werder Bremen: Fokus auf den Spielern, die die Rückrunde bestreiten werden

Der erste Schritt und damit auch der Trainingsschwerpunkt in den ersten Tagen auf Mallorca ist die Stärkung der Defensive. Logisch, bei 41 Gegentoren nach der Hälfte der Saison. Der Ausfall von Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie muss kompensiert werden, Linksverteidiger Ludwig Augustinsson, mit einem Muskelfaserriss in die kurze Winterpause gegangen, soll im Idealfall im zweiten Teil des Trainingslagers wieder mit dem Team arbeiten können. Und immer wird es um Abstimmung gehen. „Der Fokus der Arbeit“, sagt Kohfeldt, „wird sehr stark auf den Spielern liegen, die für uns die Rückrunde bestreiten werden.“ Sie sollen sich finden.

Als Team, aber auch individuell. „Es gab in der Hinrunde nicht einen Spieler, der sein Leistungsniveau komplett ausgeschöpft hat. Ich erwarte von jedem Spieler, dass er seine Leistung jetzt optimiert“, fordert der Coach, der selbst aber auch unter Druck steht. Zwar stärken ihm Sportchef Frank Baumann und Aufsichtsratboss Marco Bode den Rücken, doch hat Kohfeldt gewiss auch ein Kreditlimit bei den Vereinsbossen. Er muss jetzt genau wie die Spieler liefern. Und er wird liefern, sagt er mit aller Entschlossenheit: „In der Rückrunde werden wir allen zeigen, was wirklich in uns steckt.“ (csa)

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