Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann (rechts) bedauert das Aus vom ehemaligen Bremer Trainer Florian Kohfeldt (links) beim VfL Wolfsburg.
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Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann (rechts) bedauert das Aus vom ehemaligen Bremer Trainer Florian Kohfeldt (links) beim VfL Wolfsburg.

Werder-Sportchef über Bremer Ex-Trainer

Werder-Manager Frank Baumann bedauert Aus von Florian Kohfeldt beim VfL Wolfsburg

Bremen – Der Tag war eigentlich prädestiniert dafür, um auch für Florian Kohfeldt ein schöner zu sein. Schließlich hätte sich der Ex-Trainer der Bremer im privaten Rahmen ausgiebig mitfreuen können, dass sein eigentlicher Herzensverein, der SV Werder Bremen, wieder in die 1. Bundesliga zurückkehrt. Doch der 39-Jährige hatte am vergangenen Sonntag plötzlich ganz andere Sorgen: So gehen Kohfeldt und sein bisheriger Arbeitgeber, der VfL Wolfsburg, nämlich ab sofort wieder getrennte Wege. Eine Entwicklung, die auch Werders Sportchef Frank Baumann reichlich unerwartet traf.

„Ich habe es nach dem Spiel mitbekommen und war schon ein bisschen überrascht, weil ich andere Signale bekommen hatte“, erklärte Frank Baumann auf Nachfrage. „Florian ist mit Leib und Seele Trainer. Er hat eine sehr schwierige Situation sehr ordentlich gehändelt“, sagte der Sportchef von Werder Bremen. In Wolfsburg war man dieser Ansicht am Ende nur noch bedingt. Florian Kohfeldt war zuvor lange der Rücken gestärkt worden, noch am Samstag sah es im Anschluss an den letzten Bundesliga-Spieltag und einem 2:2 gegen Rekordmeister FC Bayern München nach einer weiteren Zusammenarbeit aus. Doch dann folgte eine intensive Saisonanalyse beim Tabellenzwölften, die bei den Verantwortlichen zum Umdenken führte.

Werder-Bremen-Ex-Trainer Florian Kohfeldt nicht mehr Trainer beim VfL Wolfsburg

„Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir von Beginn an einer Drucksituation ausgesetzt wären, die eine zu große Bürde für Mannschaft, Trainer und Club bedeuten würde“, begründete Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg, die Entscheidung mit Blick auf die nächste Spielzeit. „Von daher sind wir in vertrauensvollen und ehrlichen Gesprächen gemeinschaftlich übereingekommen, die Zusammenarbeit zu beenden.“

Florian Kohfeldt, der bei Werder Bremen im Vorjahr kurz vor dem Erstliga-Abstieg entlassen worden war, hatte erst Ende Oktober bei den Wolfsburgern seinen neuen Job angetreten und mit ihnen Ende April den Klassenerhalt erreicht. Eigentlich zu wenig für einen Verein mit größeren Ambitionen, doch beim VfL Wolfsburg gab es in den vergangenen Monaten allerlei weitere Baustellen, auf die auch Kohfeldt nach seinem jetzigen Aus noch einmal hinwies.

Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann über Aus von Florian Kohfeldt beim VfL Wolfsburg: „War ein bisschen überrascht“

„Ich habe die Mannschaft in einer komplexen und schwierigen Phase übernommen mit dem Auftrag, sie zu stabilisieren. Wir hatten besonders in der Rückrunde mit vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen, die diese Aufgabe extrem erschwert haben“, erklärte Florian Kohfeldt. „Gleichwohl ist es uns gemeinsam gelungen, drei Spieltage vor Saisonende das rettende Ufer zu erreichen und eine Entwicklung einzuleiten. Ich bin froh, dass ich die Mannschaft in einem stabilen Zustand hinterlasse und wünsche den Spielern und dem gesamten Club alles Gute sowie viel Erfolg, den eingeschlagenen Weg weiter nach oben zu gehen“, sagt der ehemalige Trainer von Werder Bremen.

Für Florian Kohfeldt ist es der nächste Rückschlag in seiner noch jungen Karriere, die mit vielen Lobeshymnen begann. Auch Frank Baumann bedauerte die jüngsten Entwicklungen: „Es ist sehr schade für ihn“, hob der 46-jährige Sportchef von Werder Bremen hervor. „Ich glaube, mit einer Vorbereitung hätte er in Wolfsburg einiges bewegen können.“ Mehr wollte er zu dem Thema dann aber doch nicht sagen. „Wir haben jetzt andere Themen“, betonte Baumann, der damit natürlich den Aufstieg meinte. Ein Aufstieg, der zumindest für Florian Kohfeldt etwas in den Hintergrund geriet. Unterdessen hat Werder Bremen den nächsten Neuzugang verkündet: Amos Pieper kommt aus Bielefeld. (mbü)

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