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Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen ärgerte sich über die 1:3-Niederlage zum Bundesliga-Start gegen Fortuna Düsseldorf, verzichtete aber auf ein Donnerwetter.

Nach 1:3-Niederlage zum Saison-Start

Loben, nicht toben: Kohfeldts Rezept nach dem Düsseldorf-Flop

Bremen – Der Himmel hing voller Geigen. Sieben Wochen lang. So lange hatte Werder Bremen Zeit, sich auf den Bundesliga-Start, auf das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf vorzubereiten. Es war eine Zeit, in der fleißig trainiert wurde, in der Trainer Florian Kohfeldt sein Team formte und in der Träume wuchsen.

Von einem Platz unter den ersten Sechs, von Europa. Die Realität hieß dann Düsseldorf. Und 1:3. Auftakt in die neue Saison verpatzt. Das Ganze auch noch nach dem Muster, das Werder bereits in der vergangenen Saison die Chance auf das internationale Geschäft gekostet hatte. Leichte Fehler in der Abwehr, Chancenwucher im Angriff – fertig war wieder einmal ein Ausrutscher gegen einen der Kleinen der Liga. Die Fragen sind: Hört das denn nie auf? Und was kann Kohfeldt nun machen, wenn sieben Trainingswochen nicht gereicht haben, um der Mannschaft die alten Schwächen auszutreiben? Ist jetzt ein Donnerwetter fällig?

Während der Vorbereitung hatte Kohfeldt mehrfach mit gespielter Ungeduld gesagt, dass er auf den Moment warte, in dem er „mal draufhauen“ könne. Einmal die Spieler zusammenbölken – eigentlich gehört so etwas ja dazu. Aber der Moment kam nicht. Zu gut die Leistungen in den Testspielen, zu ordentlich die Resultate. Nach dem 1:3-Startflop gegen Düsseldorf hätte es aber so weit sein können. Sollte man meinen. Aber wieder sagte Kohfeldt: „Es ist nicht der Tag, um die Jungs in den Senkel zu stellen.“

Werder Bremen: Florian Kohfeldt lässt keine Zweifel zu

Zu vieles sei ihm gut umgesetzt worden. Spieldominanz und -rhythmus, Chancenvorbereitung, Konterabsicherung – alles okay. Deshalb: „Draufhauen wäre zu hart. Wenn wir chancenlos 1:3 verloren hätten, dann hätte ich mir etwas überlegen müssen.“ Aber so? Kohfeldts Reaktion auf den Fehlstart ist deshalb im Grunde gar keine. Er denkt nicht um, er zerrt nach dem frühen Rückschlag nicht hektisch an Reißleinen.

Nein, seine Devise lautet: Weiter wie bisher. Natürlich nicht ergebnismäßig, das wäre ja fatal. Aber die Art des Fußballs bleibt. Ganz sicher. Kohfeldts Ansprache ans Team direkt nach dem Abpfiff fiel entsprechend aus: „Ich habe den Spielern gesagt, dass die Grundrichtung gestimmt hat und dass sie nicht an unserem Weg zweifeln sollen.“

Hoffenheim-Spiel kann Stimmung bei Werder Bremen drehen

Leicht ist das nach einem 1:3 freilich nicht – egal, wie groß die Überlegenheit und das Chancenplus auch waren. Aber die Spieler zwangen sich, den Frust runterzuschlucken und Tatkraft auszuspucken. Siehe Johannes Eggestein: „Es ist ja nicht so, dass wir brutal schlecht gespielt hätten. Wir müssen jetzt trotz der Niederlage unsere gute Stimmung beibehalten.“

Bruder Maximilian bekräftigte: „Wir werden nicht aufhören, an uns zu glauben.“ Vorerst hängt der Himmel über Bremen aber nicht mehr voller Geigen, sondern voller dunkler Wolken. Vielleicht aber nur bis Samstag, bis zum Spiel bei 1899 Hoffenheim. Dann kann Werder die interne und externe Stimmung wieder drehen.

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Derweil ist die neue DeichBlick-Kolumne online. Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt über den Fehlstart von Werder Bremen und Werders Begegnung mit Dieter Bohlen. Nach seiner Auswechslung gegen Düsseldorf ist jetzt klar: Milot Rashica ist verletzt und wird Werder Bremen mehrere Wochen fehlen.

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