Ernüchterung beim SV Werder Bremen: Sportchef Frank Baumann (l.) zog nach der neuerlichen Niederlage beim FC Augsburg die Reißleine und entließ Florian Kohfeldt (r.).
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Ernüchterung beim SV Werder Bremen: Sportchef Frank Baumann (l.) zog nach der neuerlichen Niederlage beim FC Augsburg die Reißleine und entließ Florian Kohfeldt (r.).

Nach Werder-Niederlage gegen den FC Augsburg

Viel zu spät, aber legendär - Kommentar zum Trainerwechsel beim SV Werder Bremen

Von Björn Knips. Als die Reißleine nur noch ein Faden war, hat Frank Baumann doch noch daran gezogen. Richtigerweise, aber viel zu spät. Schon vor drei Wochen hätte sich der SV Werder Bremen von Trainer Florian Kohfeldt trennen müssen. Doch Sportchef Baumann überhörte alle Alarmsignale, weil er die Idee von einer Kohfeldt-Ära partout nicht begraben wollte.

Er sah nur diesen frischen, euphorischen und mitreißenden Fußball-Fachmann Florian Kohfeldt, der in seinen ersten anderthalb Jahren als Coach den Glauben an einen erfolgreichen SV Werder Bremen zurückholte – unterfüttert mit guten Ergebnissen. Doch der Absturz mit dem Fast-Abstieg in der vergangenen Saison war einfach zu hart und hat zu tiefe Spuren bei den Betroffenen hinterlassen. Trainer, Mannschaft und Verein passten nicht mehr so recht zusammen. Kohfeldt will Fußball spielen lassen, das geht mit diesem schwachen Kader aber nicht. Und der Kader ist auch deshalb so schlecht, weil der Verein extrem viel Geld sparen muss, um überhaupt zu überleben.

Werder Bremen: Es schreit nach Veränderungen - nicht nur auf der Trainerbank, sondern im ganzen Verein

Der Transfer von Davy Klaassen im Herbst war möglicherweise der eine Abgang zu viel. Allerdings: Frank Baumann und Florian Kohfeldt haben mit ihren Verpflichtungen in den vergangenen Jahren auch ziemlich daneben gelegen. Füllkrug, Osako, Bittencourt und nicht zuletzt Selke waren weder günstig noch hilfreich. Das schreit nach Veränderungen – und zwar nicht nur auf der Trainerbank, sondern im ganzen Verein.

Doch das hat Zeit bis nach Saisonende. Jetzt geht es einzig und allein um den Klassenerhalt. Für diese Harakiri-Aktion im Stile von Chaosclubs wie Schalke oder dem HSV gab es tatsächlich nur eine Lösung: Thomas Schaaf. Dass sich die Werder-Legende das antut, ist mehr als bemerkenswert. Schaaf hat schon alles mit seinem SV Werder Bremen gewonnen, kann also eigentlich nur noch verlieren. Er riskiert es trotzdem. Und wenn die Spieler nun nicht begreifen, wie Ernst die Lage für diesen Traditionsverein ist, dann sollten sie vor dem Endspiel gegen Gladbach lieber Leine ziehen. (kni) Auch interessant: Erst der Klassenerhalt, dann Ole Werner: Werder Bremen buhlt um Holstein Kiels Trainer!

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