+
Werder bejubelt den Sieg gegen Hertha BSC und einen starken Start in die Bundesliga-Saison.

Nach 3:1-Sieg gegen Hertha BSC

Kohfeldt und der Traumstart: „Dieses Niveau muss unser Anspruch sein“

Bremen - Domenico Tedesco wird verstehen, wovon der Kollege Florian Kohfeldt spricht. Der Coach des SV Werder Bremen formulierte nach dem 3:1-Triumph über Hertha BSC, dem dritten Sieg im fünften Bundesliga-Spiel, nicht zum ersten Mal einen Satz, der viel über die Arbeitsatmosphäre eines Bundesliga-Trainers aussagt.

Das Schönste an der aktuellen Bremer Situation sei nämlich nicht der Tabellenplatz ganz dicht hinter Branchenprimus Bayern München, sondern das gute Gefühl, „nicht das Messer an der Kehle“ zu haben, erklärte Kohfeldt. Er erlebt aktuell das Gegenteil, ihm werden von allen Seiten die Komplimente und Kusshände zugeworfen. Ganz anders als seinen Vorgängern zu vergleichbaren Zeitpunkten in den vergangenen Jahren.

So wie Domenico Tedesco derzeit mit Schalke 04 einen Horrorstart in die neue Saison hinlegt (nach fünf Spielen noch punktlos), so ähnlich erging es auch Kohfeldts Ahnen. Robin Dutt, Viktor Skripnik, Alexander Nouri – alle erlebten den schnellen Abschwung nach dem schnellen Aufschwung. Alle fielen sie einem Bremer Fehlstart mit hartnäckiger Herbstdepression zum Opfer, verloren ihre Posten. Auch Tedesco wackelt bei Schalke, sein Job ist trotz Platz zwei in der vergangenen Saison in Gefahr. Es scheint, als habe er die Werder-Viren übernommen. Kohfeldt geht es unterdessen prächtig, er ist als Trainer kerngesund. Abschwung? Abstiegskampf? Nicht die Spur! Sein Höhenflug, so scheint es, hat gerade erst begonnen.

Kohfeldt: Schöner Fußball sollte niemanden verwundern

Platz fünf in der Rückrunde der Vorsaison ist möglicherweise nur die Einstimmung gewesen auf das, was jetzt folgen könnte. Werder hat sich mit dem fulminanten Start in die Spitzengruppe der Liga katapultiert. Und beim 3:1 über die Hertha erstmals auch voll überzeugt. Es war ein Erfolg, der keine Wenn-und-Aber-Diskussion zuließ, „ein überzeugender Heimsieg“, befand Kohfeldt.

Bei ihm ist der Grad der Überraschung über den traumhaften Saisonauftakt allerdings deutlich kleiner als bei den meistens Fans. Dass die in Erstaunen und Begeisterung verfallen, kann Kohfeldt zwar gut zulassen, er versucht aber auch, dem Ganzen die Größe zu nehmen und der Situation etwas eher Selbstverständliches zu geben. Es solle doch bitte niemanden erstaunen, dass Werder guten Fußball spielt, schließlich sei genau das doch das Ziel aller Anstrengungen, erklärte der 35-Jährige: „Wenn wir das europäische Geschäft erreichen wollen, dann muss es ein Stück weit auch unser Anspruch sein, auf diesem Niveau zu spielen.“

Kohfeldt: Bayern-Jäger? „Das ist Quatsch“

Das Spiel gegen die Hertha hob sich vor allem durch den Faktor Konstanz von den vorherigen Spielen ab. Werder erreichte nicht nur ein hohes Level, sondern hielt es auch über fast die gesamte Spielzeit. Kohfeldt weiß, dass damit zwar für den Moment eine weitere Entwicklungsstufe erreicht war, er weiß aber auch, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass das jetzt der neue, stabile und für alle weiteren Spiele geltende Status quo ist. „Nicht durchdrehen“, riet er folglich allen. Er hätte genauso gut sagen können, dass es auch wieder andere Partien geben wird als die gegen die Hertha. Schlechtere, weniger erfolgreiche.

Und ja, Werder wird auch in diesem Herbst, der so golden begonnen hat, Spiele verlieren. Die Frage, ob die Bremer schon ein oder gar DER Jäger von Spitzenreiter FC Bayern sind, wischte Kohfeldt deshalb auch mit einem energischen „Das ist Quatsch“ beiseite. Garniert noch mit einem unmissverständlichen „Nein, nein, nein“. Aber die Hinweise sind mehr als deutlich, dass Werder und Kohfeldt das Messer an der Kehle gewiss nicht mehr fürchten müssen.

Schon gelesen?

Trotz Tribüne: Milot Rashica zeigt „Spirit, den wir brauchen“

Taktik-Analyse: Werder wie einst unter Thomas Schaaf

Nuri Sahin schätzt die schlauen Japaner

Mehr News zu Werder Bremen

Wohl keine Veränderungen im Vergleich zum BVB-Spiel: Die voraussichtliche Aufstellung von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare