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Florian Kohfeldt von Werder Bremen kann die konservative Behandlung von Milos Veljkovics Verletzung nicht ganz nachvollziehen.

Trainer von Werder Bremen verärgert

Kohfeldt über Veljkovics Zehenbruch: „Die konservative Behandlung war ein Fehler“

Bremen – Milos Veljkovic verletzt, Sebastian Langkamp auch – pünktlich zum Start in die Vorbereitung auf die neue Saison hat sich Werders Innenverteidigung in eine Baustelle verwandelt. Kurz vor dem Abflug ins Trainingslager hat Trainer Florian Kohfeldt am Bremer Flughafen erklärt, wie er den Ausfall der beiden Verteidiger im Zillertal kompensieren möchte.

Kohfeldt erläuterte auch, warum er Milos Veljkovic wegen seines zunächst konservativ behandelten Zehenbruchs keinen Vorwurf macht – und weshalb er trotz der beiden Ausfälle personell „eher keinen Handlungsbedarf“ sieht. 

„Die Situation ist natürlich nicht ideal“, sagte Florian Kohfeldt, dem in Niklas Moisander und Marco Friedl (reist wegen seiner Teilnahme an der U21-EM erst am Montag nach) im Zillertal nur zwei Innenverteidiger aus dem Profikader zur Verfügung stehen. Auf die Trainingsgestaltung und die geplanten Testspiele hat das natürlich Auswirkungen. „Die beiden können ja nicht alle Testspielminuten absolvieren“, sagte Kohfeldt, „das werden wir also mit Spielern aus der U23 auffangen.“

Insgesamt acht Akteure aus dem Regionalliga-Kader von Trainer Konrad Fünfstück sind im Zillertal mit dabei, für den Job in der Abwehrmitte kommen Julian Rieckmann, Niklas Wiemann und Christian Groß infrage. „Quantitativ sind wir also ausreichend besetzt“, hielt Kohfeldt fest. Glücklich ist er aber trotzdem nicht mit der Situation – vor allem beim Blick auf Milos Veljkovic.

Werder Bremen: Milos Veljkovic wurde konservativ behandelt - eine Fehleinschätzung

Während Sebastian Langkamp mit einem Muskelfaserriss wohl nur das erste Trainingslager im Zillertal verpassen und spätestens beim zweiten in Grassau wieder auf dem Platz stehen wird, sehen die Prognosen bei Veljkovic deutlich schlechter aus. „Milos wird die Vorbereitung komplett verpassen, davon müssen wir ausgehen“, sagte Kohfeldt. Im Training der serbischen Nationalmannschaft hatte sich der 23-Jährige einen Zeh gebrochen. Kohfeldt: „Er wurde untersucht, und die Ärzte der serbischen Nationalmannschaft haben es als nicht so dramatisch eingeschätzt.“ 

Veljkovic wurde konservativ behandelt, der Knochen im Zeh wuchs auch wieder zusammen, „aber so, dass das Risiko sehr hoch war, dass es wieder aufbricht“, erklärte Kohfeldt. Nachdem der Verteidiger im Urlaub wegen Beschwerden einige Läufe nicht absolvieren konnte, beorderte ihn Werder für Untersuchungen sofort zurück nach Bremen. Am Montag wurde er dann in Frankfurt operiert. „Im Nachgang muss man sagen, dass die konservative Behandlung ein Fehler war. Das ist aber kein Vorwurf an Milos. Er hat den Ärzten vertraut.“

Kohfeldt tut es eher leid für seinen Spieler, der sich nach einem schwierigen Jahr für die neue Spielzeit viel vorgenommen hatte und nun erst einmal ausgebremst wird. „Er war wirklich schockiert, als er gehört hat, dass er operiert werden muss.“ Neben Maximilian Eggestein und Milot Rashica habe Veljkovic bei Werder im Vorjahr als einer von drei „Potenzialspielern“ gegolten. „Jetzt sind zwei davon durch die Decke gegangen, und bei ihm ging dieser Lernfortschritt nicht so schnell. Er hat sich auch entwickelt, aber nicht in diesem rasanten Tempo. Deshalb war seine Bewertung extern und auch intern nicht so exorbitant gut wie für die anderen beiden“, sagte Kohfeldt, der nun darauf hofft, dass Veljkovic bestenfalls zum ersten Spieltag wieder fit ist.

Personell nachbessern will Werder in der Abwehr trotz der Ausfälle nicht. Das hatte bereits Sportchef Frank Baumann erklärt, und auch Kohfeldt sagte nun: „Milos und Basti fallen ja nicht ein halbes Jahr lang aus. Wenn man jetzt jemanden holt, dann nur jemanden, von dem wir die Fantasie haben, dass er auch spielt. Und dann haben wir im September einen zu viel. Das müssen wir uns sehr genau überlegen. Ich sehe eher keinen Handlungsbedarf, auch wenn es unprofessionell wäre, es komplett auszuschließen.“

Wegen einer Zehen-Verletzung wird Milos Veljkovic die Vorbereitung bei Werder Bremen komplett verpassen.

Zur letzten Meldung vom 3. Juli 2019:

Milos Veljkovic fehlt lange - aber Werder holt keinen Ersatz

Der SV Werder Bremen hat gleich zwei Innenverteidiger auf einen Schlag verloren. Milos Veljkovic (Operation am Zeh) wird die komplette Vorbereitung verpassen, Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss in der Wade) zumindest die nächsten drei Wochen. Aber Sportchef Frank Baumann will deshalb nicht auf dem Transfermarkt tätig werden und Ersatz besorgen: „Ich sehe nicht zwangsläufig einen Grund, auf dieser Position reagieren zu müssen. Bei einer Verletzungspause von über sechs Monaten würden wir das sicherlich anders bewerten.“

Allerdings: Werder hat in Niklas Moisander aktuell nur einen Innenverteidiger zur Verfügung, weil Marco Friedl nach seiner Teilnahme an der U21-EM mit Österreich erst am 8. Juli zur Mannschaft stoßen wird. Deshalb werden am Donnerstag Abwehrspieler aus der U23 mit ins Trainingslager ins Zillertal reisen. Die Namen will der Club am Mittwochabend bekannt geben.

Milos Veljkovic: Zehenbruch bei der Nationalmannschaft

Milos Veljkovic hat es bereits im Juni bei der serbischen Nationalmannschaft erwischt. Es war schon auffällig gewesen, dass er bei beiden EM-Qualifikationsspielen nicht zum Kader gehörte und nur Zuschauer war. Doch von einer Verletzung wurde nichts bekannt. Nun berichtete Baumann von einem Zehenbruch, der konservativ behandelt worden sei.

Eine Entscheidung der serbischen Ärzte, berichtete Baumann: „Sie waren der Meinung, dass es so funktioniert.“ Anschließend flog Veljkovic in den Urlaub, Mitte Juni veröffentlichte er in den sozialen Medien noch gut gelaunt ein Foto aus Los Angeles. Am Montag wurde er zurück in Bremen erwartet. Doch statt der Rückkehr ins Training gab es die Operation in Frankfurt.

Werder Bremen: Sebastian Langkamp fällt mit Muskelfaserriss aus

„Milos hatte noch Schmerzen“, sagte Baumann: „Außerdem hat sich herausgestellt, dass die Gefahr eines weiteren Bruchs zu groß war. Das hätte auch erst in zwei, drei oder vier Monaten passieren können. Aber während einer Saison ist so ein Ausfall noch viel schlimmer als jetzt.“ Deswegen wurde entschieden, die Operation sofort durchzuführen.

Mit trotzdem unangenehmen Folgen für Veljkovic, aber auch für Werder. Zumal Sebastian Langkamp ebenfalls mehrere Wochen ausfällt. Der 31-Jährige hat sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen. Beim Trainingslager in Grassau (26. Juli bis 2. August) soll er möglichst wieder dabei sein. „Das ist nicht optimal, aber das passiert“, sagte Baumann zu den beiden Ausfällen und betonte: „Wir werden nicht ins Jammern verfallen.“

Unterdessen tauchen Gerüchte aus England auf: Will Werder Bremen Abwehr-Talent Nathan Collins von Stoke City holen?

(dco)

Zur ersten Meldung:

Schock für Werder Bremen: Milos Veljkovic fällt lange aus

Ganz bittere Nachricht für den SV Werder Bremen: Milos Veljkovic wird dem Bundesligisten lange nicht zur Verfügung stehen. Der Innenverteidiger wurde am Montag in Frankfurt am Zeh operiert.

Nun haben die Bremer ein echtes Problem im Abwehrzentrum, denn auch Sebastian Langkamp hat sich im Training einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Der 31-Jährige fällt für das Trainingslager im Zillertal (4. bis 14. Juli) aus. „Milos hatte sich bereits bei der Nationalmannschaft Anfang Juni einen Zehenbruch zugezogen. Die konservative Behandlung hat leider nicht den gewünschten Erfolg erzielt, so dass er gestern in Frankfurt operiert werden musste. Er wird für die Vorbereitung ausfallen“, teilte Werder-Sportchef Frank Baumann mit.

Milos Veljkovic war nach Saisonende zur serbischen Nationalmannschaft gereist, hatte bei beiden Spielen in der EM-Qualifikation aber nicht im Kader gestanden. Damals war von einer Verletzung noch keine Rede gewesen. Mitte Juni postete der 23-Jährige ein Bild aus seinem Urlaub in Los Angeles. Am Montag wurde er zurück in Bremen erwartet, doch statt der Rückkehr ins Training gab es die Operation in Frankfurt.

Muss Werder Bremen auf dem Transfermarkt aktiv werden?

Wenn er, wie vom Verein angekündigt, die komplette Vorbereitung verpasst, dürfte er sehr wahrscheinlich auch beim DFB-Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst am 10. August und beim Bundesliga-Auftakt eine Woche später gegen Fortuna Düsseldorf fehlen.

Bei Sebastian Langkamp sieht es besser aus. Er dürfte nach seinem Muskelfaserriss zum zweiten Trainingslager in Grassau (26.7. bis 2. August) wieder fit sein. Vorerst muss Trainer Florian Kohfeldt in der Viererkette allerdings improvisieren. In Niklas Moisander steht ihm aktuell nur ein gesunder Innenverteidiger zur Verfügung, denn Marco Friedl, den Werder Bremen inzwischen fest verpflichtet hat, hat nach seiner Teilnahme an der U21-EM für Österreich noch bis zum 7. Juli Urlaub. Sollte Veljkovic noch länger ausfallen, müsste Werder auch über eine Neuverpflichtung nachdenken.

(kni)

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