Werder Bremen kassiert im neuen Jahr direkt eine Heimpleite gegen Union Berlin - und Coach Florian Kohfeldt ist mächtig sauer.
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Werder Bremen kassiert im neuen Jahr direkt eine Heimpleite gegen Union Berlin - und Coach Florian Kohfeldt ist mächtig sauer.

Heimniederlage gegen Union Berlin

Werder-Coach Florian Kohfeldt kritisiert sein Team scharf: „Ich bin bocksauer“

Bremen - Normalerweise verhält es sich so: Auch nach von der breiten Öffentlichkeit als schwach bewerteten Spielen des SV Werder Bremen stellt sich Florian Kohfeldt vor seine Mannschaft. Der Trainer hebt dann beispielsweise Aspekte des Auftritts hervor, die ihm gefallen haben, auf die sich aufbauen lasse. Nach der 0:2-Heimniederlage gegen Union Berlin war das anders.

Weil auch Kohfeldt dem Spiel von Werder Bremen beim besten Willen nichts Positives abgewinnen konnte, übte er Kritik an seinen Spielern. Äußerst deutliche Kritik. „Heute war es in allen Belangen schlecht. Es gibt nichts zu erzählen, das gut war“, sagte der Trainer und startete eine kleine Aufzählung des Negativen: „Wir waren passiv, wir waren nicht in den Zweikämpfen, und wir haben keine zweiten Bälle gewonnen.“ Fazit: „All das, was wir machen wollten, haben wir nicht gemacht. So kannst du kein Spiel gewinnen.“

Dabei hatte sich Werder Bremen genau das mit aller Macht vorgenommen, wollte die Mini-Serie nach den Erfolgen gegen Mainz (1:0) sowie im DFB-Pokal gegen Hannover (3:0) unbedingt fortsetzen. „Vielleicht hat der eine oder andere Spieler nach den zwei Siegen zum Jahresausklang aber schon wieder geträumt und wollte alles spielerisch lösen“, ärgerte sich Kohfeldt, der - auch das anders als sonst - seine öffentliche Analyse des Spiels auf den Hinweis beschränkte, dass er vor den Mikrofonen und Notizblöcken dieses Mal keine große Analyse vornehmen werde: „Ich bin sonst sehr gerne bereit, in der Tiefe zu analysieren, aber heute weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.“

Werder Bremen: Florian Kohfeldt will das Spiel gegen Union Berlin schnell aufarbeiten

Während der Pressekonferenz des SV Werder Bremen vor dem Union-Spiel hatte Kohfeldt bereits von einer Trainingseinheit unter der Woche berichtet, die ihm überhaupt nicht gefallen hatte, weil zu wenig Spannung auf dem Platz zu spüren gewesen sei. „Das haben wir klar angesprochen“, berichtete der 38-Jährige nach dem 0:2. Ab Donnerstag habe es keinerlei Anzeichen mehr gegeben, dass die Leistung gegen Union möglicherweise ungenügend ausfallen könnte: „Die Trainingseinheiten waren gut, die Spannung vor dem Spiel war gut, die Atmosphäre in der Kabine war gut - und dann gehen wir raus, machen hanebüchene Fehler und finden im Offensivspiel nicht einmal auch nur im Ansatz da hin, wo wir hinwollten.“ Nun gelte es, diesen Auftritt schnell aufzuarbeiten. Kohfeldt möchte es auf zwei Ebenen tun: emotional und fachlich.

Nach Pleite gegen Union Berlin: Es wird laut bei Werder Bremen

Es sei wichtig, gegenüber die Mannschaft „eine gewisse Emotionalität“ zu transportieren, sagte der Coach - was vermutlich nichts anderes heißt als: Es wird laut bei Werder Bremen. „Auf der anderen Seite gibt es aber eine Fachebene“, sagte Kohfeldt, „und die muss ich noch ergründen.“ Eigene Fehler in der Taktik schloss der Trainer aber schon kurz nach der Partie aus: „Ich bin nicht bereit zu sagen: Vielleicht hat auch die Strategie nicht gepasst. Wir sind in dem Spiel gar nicht so weit gekommen, dass wir über so etwas reden können.“

Stichwort reden: Das wird Kohfeldt vor der gesamten Mannschaft wohl erst mit etwas zeitlichem Abstand tun. „Ich werde am Sonntag wie immer mit Einzelnen sprechen, wahrscheinlich nicht mit dem Team“, erklärte der Trainer. Für den damit am Abend des Spieltags auch genug gesagt war: „Heute bin ich bocksauer, richtig bedient.“ (dco)

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