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Florian Kohfeldt bleibt Chef-Trainer bei Werder Bremen.

Werder verlängert mit Cheftrainer

Sicher ist sicher: Drei-Jahresvertrag für Kohfeldt

Bremen. Werder und Florian Kohfeldt – das soll eine ganz lange Geschichte werden.

Der Bundesligist hat am Dienstag den Vertrag mit dem Cheftrainer vorzeitig verlängert und auch – anders als sonst – die Laufzeit bekanntgegeben: Der 35-Jährige unterschrieb bis 2021. Ganz schön lange für einen Trainer, der erst seit fünf Monaten eine Bundesliga-Mannschaft hauptverantwortlich betreut.

Der neue Vertrag dokumentiert das enorme Vertrauen von Sportchef Frank Baumann in den jungen Trainer, der Werder aus der Abstiegszone geführt und quasi schon in Sicherheit gebracht hat. Zudem musste Werder auch handeln, die Konkurrenz machte Druck. Der Coach wurde bereits von anderen Bundesliga-Clubs umworben – darunter auch Topvereine.

„Ich empfinde diese Entscheidung als hohe Wertschätzung"

Auch die verträge von Kohfeldts Funktionsteam, den den Co-Trainern Tim Borowski und Thomas Horsch, Torwarttrainer Christian Vander, den Athletik-Spezialisten Axel Dörrfuß und Günter Stoxreiter sowie den Analysten Mario Baric und Pascal Schichtel wurden verlängert.

„Florian hat mit seiner kommunikativen, transparenten und kritisch-konstruktiven Art großen Anteil am Entwicklungsprozess unserer Mannschaft. Er hat das Team mit klaren Vorstellungen und einer erkennbaren Philosophie aus einer schwierigen Situation herausgeführt. Wir sind davon überzeugt, dass er mit seinem Trainerteam in Zukunft diesen positiven Weg fortführen wird“, wird Baumann in der Pressemitteilung des Clubs zitiert. 

Und Kohfeldt gab zu Protokoll: „Ich empfinde diese Entscheidung als hohe Wertschätzung meinem gesamten Trainerteam gegenüber und freue mich, dass wir auch in den kommenden Jahren die Zukunft des SV Werder Bremen mitgestalten können. Die vergangenen Monate haben mich in der Ansicht bestärkt, dass in der Mannschaft das Potential steckt, die positive Entwicklung fortzusetzen. Wir wollen gemeinsam eine Kultur in dieser Mannschaft und in dem Verein festigen, zu jeder Zeit auf hohem Niveau das Beste aus uns herauszuholen.“

Florian Kohfeldt: Seine Karriere in Bildern

Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23.
Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23. © gumzmedia
Viktor Skripnik, Florian Kohfeldt und Torsten Frings
Im Oktober 2014 wurde Skripnik nach der Entlassung Robin Dutts Cheftrainer bei den Profis. Seine Co-Trainer bei der U23, Kohfeldt und Torsten Frings, folgten ihm in die Bundesliga. © Gumz
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank.
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank. © gumzmedia
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück. 
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück.  © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Seit Oktober 2016 ist er dort als Trainer tätig und schaffte in der Saison 2016/17 den Klassenerhalt. © Gumz
Nach der Entlassung von Alexander Nouri am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer.
Nach der Entlassung von Alexander Nouri am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Kohfeldt genießt bei Werder eine sehr hohe Wertschätzung. „Er kann Spieler weiterentwickeln. Er hat eine klare Ansprache. Er ist ein intelligenter, junger, innovativer Trainer“, lobte Sportchef Frank Baumann nach Kohfeldts Beförderung. © Gumz
Florian Kohfeldt
Zwar setzte Kohfeldt in seinem ersten Erstliga-Spiel als Cheftrainer mit Werder neue Impulse, das Spiel gegen Eintracht Frankfurt ging durch ein spätes Gegentor trotzdem mit 1:2 verloren. © Gumz
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause.
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hatte Erfolg, wurde fest als Cheftrainer installiert und führte Werder aus der Abstiegszone in der Bundesliga. © Gumz
Florian Kohfeldt
Anfang April 2018 unterschrieb Kohfeldt einen Vertrag bei Werder bis 2021. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt blieb in der Saison 2017/2018 in allen zwölf Heimspielen als Cheftrainer ungeschlagen. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hat Werder eine neue Handschrift und Mentalität verpasst. Mit ihm soll es nun wieder dauerhaft aufwärts gehen. © Gumz
Der DFB verleiht Florian Kohfeldt den „Trainerpreis des deutschen Fußballs 2018“. Der „Trainer des Jahres 2018“ begeistert nicht nur an der Weser.
Der DFB verleiht Florian Kohfeldt den „Trainerpreis des deutschen Fußballs 2018“. Der „Trainer des Jahres 2018“ begeistert nicht nur an der Weser. © imago images/Jan Huebner
Der Chef bleibt an Bord - Ende Juli hat Florian Kohfeldt seinen Vertrag bei Werder Bremen vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert. 
Der Chef bleibt an Bord - Ende Juli 2019 hat Florian Kohfeldt seinen Vertrag bei Werder Bremen vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert.  © gumzmedia

Kohfeldt kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Seit seinem Amtsantritt Ende Oktober hat er aus 18 Spielen 31 Punkte geholt. Das macht einen Schnitt von 1,72 Punkten pro Spiel – eine enorm gute Quote. Auch wenn der vergleich bei 493 zu 18 Bundesliga-spielen etwas hinkt: Nur Otto Rehhagel war bei Werder in der Vergangenheit mit 1,77 Punkten mal besser. Dafür hat Kohfeldt den prominenten Vor-Vorgänger bei einer anderen Bestmarke eingeholt: Auch Rehhagel verlor keines seiner ersten neun Heimspiele als Chefcoach. Diesen Vereinsrekord teilt sich das Duo übrigens mit Sepp Piontek.

Die neue Siegermentalität soll dauerhaft eingeimpft werden

Zurück zur Gegenwart: In der Rückrunden-Tabelle belegt Werder Rang drei. Der Abstand zu einem Platz, der ins internationale Geschäft führen könnte, ist geringer als der zur Abstiegszone. Werder hat als Tabellenzwölfter nur sechs Zähler weniger als 1899 Hoffenheim auf Rang sieben, aber stolze zehn mehr als der FSV Mainz 05 auf dem Relegationsplatz. Der direkte Abstieg ist eigentlich unmöglich bei 16 Punkten Vorsprung und nur noch sechs ausstehenden Partien. Werder kann sich eigentlich schon andere Ziele setzen, macht es aber nicht. 

Der Klassenerhalt steht über allem. Allerdings soll die neue Siegermentalität dauerhaft eingeimpft werden. Daran arbeitet Kohfeldt, seit er Werder übernommen hat. Er lässt die Bremer wieder – wie früher in den erfolgreichen Zeiten unter Thomas Schaaf - offensiven Fußball spielen mit vielen taktischen Varianten. Das war im Abstiegskampf ein durchaus gefährliches Spiel. Aber der Plan ging auf, inzwischen kann Werder gegen alle Mannschaften bestehen – und spielt in jeder Partie auf Sieg.

Vertrag bis 2021

Ende Oktober war Kohfeldt nach der Trennung von Alexander Nouri von der U23 zu den Profis geholt worden – zunächst als Übergangslösung. Am 10. November beförderte ihn Baumann zum Cheftrainer bis Weihnachten. Auch diese Testphase überstand Kohfeldt. Danach war unklar, wie lange sein Vertrag läuft. Baumann wollte es nicht verraten. Jetzt ist anders. Kohfeldt soll bis 2021 bleiben – mindestens.

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