+
Die Leidenschaft von Florian Kohfeldt, Trainer des SV Werder Bremen, für das Weserstadion begann bei seinem ersten Stadionbesuch 1988.

Die Geschichte eines Bundesliga-Trainers

„Tor zu einer faszinierenden Welt“: So wurde Florian Kohfeldt zum Fan von Werder Bremen

In der Coronavirus-Krise pausiert der Fußball, und wenn es eines Tages weitergeht, sind auf absehbare Zeit nur noch Geisterspiele erlaubt. Das trifft viele Fans, und das trifft auch Florian Kohfeldt. Der Coach des SV Werder Bremen liebt das volle Weserstadion wie kaum ein Zweiter.

Florian Kohfeldt gehört zu den emotionalsten Trainern in der Bundesliga. Das merkt man, wenn man ihn während des Spiels an der Seitenlinie taktieren, anfeuern, jubeln und schimpfen sieht. Man merkt es aber auch, wenn er vor wichtigen Spielen des SV Werder Bremen über das Weserstadion spricht und die Power, die es entfalten kann.

Dann gerät Kohfeldt ins Schwärmen, dann funkeln seine Augen. Denn das Weserstadion ist ein entscheidender Grund, warum Kohfeldt ist, wie er ist, warum er den Fußball und Werder Bremen liebt und lebt, wie er es tut. Wie bei so vielen Kindern fing es auch bei Kohfeldt mit dem ersten Stadionbesuch an. Das konkrete Spiel: Bundesliga, 29. November 1988, Werder Bremen gegen Borussia Dortmund, eine Nachholbegegnung. Florian Kohfeldt war sechs Jahre alt.

Vater schenkt Florian Kohfeldt Kleinigkeiten von Werder Bremen

„In meinem ganzen Leben werde ich nie den Augenblick vergessen, als ich mit meinem Vater an einem Dienstagabend im Spätherbst 1988 die Treppenstufen ins Weserstadion hochstieg. Oben angekommen, tat sich vor mir das im Flutlicht glitzernde Rund auf. Und es war, als öffne sich das Tor zu einer ganz neuen, faszinierenden Welt.“ So beschreibt es Kohfeldt im neuen Heft von „11 Freunde“, das sich ganz der Kraft des Fußballs widmet.

Der kleine Florian war erst im Sommer 1988 mit seiner Mutter und seiner Schwester aus Südhessen nach Delmenhorst vor den Toren Bremens gezogen, sein Vater wohnte der Arbeit wegen schon länger dort – und hatte bei seinem Sohn schon längst das Interesse für Werder Bremen geweckt. „An jedem Wochenende, wenn er aus Bremen nach Langenseifen kam, brachte mein Vater eine Kleinigkeit von Werder mit.“ Zum Beispiel eine Postkarte, die früher im Kinderzimmer hing und die Kohfeldt bis heute aufgehoben hat.

Kohfeldt und Co.: Die Trainer des Jahres - Fotostrecke

Trainer des Jahres 2009: Horst Hrubesch.
Trainer des Jahres 2009: Horst Hrubesch. © imago
Trainer des Jahres 2010: Hermann Gerland.
Trainer des Jahres 2010: Hermann Gerland. © imago
Trainer des Jahres 2011: Thomas Tuchel.
Trainer des Jahres 2011: Thomas Tuchel. © imago images
Trainer des Jahres 2012: Christian Streich.
Trainer des Jahres 2012: Christian Streich. © imago
Trainer des Jahres 2013: Norbert Elgert.
Trainer des Jahres 2013: Norbert Elgert. © imago
Trainerin des Jahres 2014: Maren Meinert.
Trainerin des Jahres 2014: Maren Meinert. © imago
Trainer des Jahres 2015: Markus Kauczinski.
Trainer des Jahres 2015: Markus Kauczinski. © imago
Trainer des Jahres 2016: Julian Nagelsmann.
Trainer des Jahres 2016: Julian Nagelsmann. © imago
Trainer des Jahres 2017: Hannes Wolf.
Trainer des Jahres 2017: Hannes Wolf. © imago
Trainer des Jahres 2018: Florian Kohfeldt (r., mit DFB-Präsident Reinhard Grindel)
Trainer des Jahres 2018: Florian Kohfeldt (r., mit DFB-Präsident Reinhard Grindel) © dpa

Werder Bremen: Florian Kohfeldt „paralysiert“ von erstem Besuch im Weserstadion

Dann stand der erste Besuch des Weserstadions an. Für Kohfeldt war 1988 der Nikolaustag eine Woche früher gekommen als normal. Vor der Tür seines Kinderzimmers stand schon an einem Morgen Ende November ein gefüllter Schuh – mit Süßigkeiten und einer Eintrittskarte für das Werder-Spiel gegen Dortmund, das bereits einen Tag später anstand. Und schließlich sein Leben veränderte.

Kohfeldt erzählt, er war „paralysiert von dem, was sich in meinem Umfeld abspielte: den Fans, den Stadiondurchsagen, dem Lärm, dem Bratwurstduft, dem grellen Licht. Als ich da oben am Treppenabsatz angekommen war, hatte sich entschieden, dass der Fußball mich nie mehr loslassen würde.“

Werder Bremen: Florian Kohfeldt gepackt von „flirrender Atmosphäre“

Rund drei Jahrzehnte später ist Kohfeldt Cheftrainer des SV Werder Bremen. Von seiner Begeisterung für das Weserstadion und andere Arenen hat er nichts verloren. „Bis heute mache ich gerne Spielbeobachtungen, weil das Betreten des weiten Runds stets aufs Neue dieses besondere Gefühl in mir hervorruft“, sagt Kohfeldt. „Jedes Stadion ist ein bisschen anders, doch die flirrende Atmosphäre, die Vorfreude aufs Spiel packt mich überall.“

Konkrete Erinnerungen an sein erstes Stadionerlebnis hat Florian Kohfeldt heute keine mehr, auch das Ergebnis hat er vergessen. Aber da hilft die DeichStube natürlich gern: Werder hat 2:0 gewonnen, damals am 29. November 1988 gegen Borussia Dortmund. Die Torschützen waren Frank Neubarth und Karl-Heinz Riedle. (han)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare