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Werder-Trainer Florian Kohfeldt hofft auf eine längere Zusammenarbeit mit Kapitän Max Kruse.

Baumann gibt Update zu Vertragsverhandlungen

Kohfeldt über Anführer Kruse: „Super Charakter“

Bremen - Zwei Tore stehen bisher auf seinem Konto, zwei Vorlagen auch – das sind gute Werte nach acht Spieltagen. Zwar keine überragenden für einen Offensivspieler, aber gute. Max Kruse wird bei Werder ohnehin nicht nur an nackten Zahlen gemessen.

Das hat Trainer Florian Kohfeldt während der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (Sonntag, 18.00 Uhr) mehr als deutlich gemacht, indem er ein wahres Loblieb auf seinen Kapitän anstimmte. „Max ist definitiv ein Anführer, weil er sich darum kümmert, dass der Laden zusammenhält“, begann Kohfeldt, der Kruse sowohl auf dem Platz als auch abseits davon nicht ersetzen kann. Deswegen ist das Ziel von Sportchef Frank Baumann auch glasklar: Der Manager arbeitet schon länger intensiv daran, dass Kruse seinen 2019 auslaufenden Vertrag verlängert.

„Wir sind schon seit einiger Zeit mit Max und seinem Berater im Austausch“, berichtete Baumann – und unterstrich: „Dass wir ihn noch lange halten wollen, ist doch klar, weil man Woche für Woche sehen kann, wie wichtig er für uns ist.“ Der Zeitpunkt, wann Kruse einen neuen Kontrakt bei Werder unterschreibt, ist für den Sportchef gar nicht so wichtig. „Es geht nicht um das Wann, sondern um das Dass“, sagte Baumann: „Vorher bedarf es schon noch des einen oder anderen Gesprächs.“

Ein Fingerzeig für Kapitän Kruse

Max Kruse selbst hatte in der Vergangenheit immer wieder erklärt, dass er erst die sportliche Entwicklung der Mannschaft abwarten wolle, ehe er sich in Sachen Zukunftsplanung festlegt. Der momentane Bremer Höheflug, der das Team von Trainer Kohfeldt nach acht Spieltagen auf Platz drei der Tabelle geführt hat, dürfte dabei auch für den Kapitän ein Fingerzeig ein. „Wenn wir erfolgreich sind mit der Mannschaft und in der Saison positiv abschneiden, trägt das sicherlich nicht dazu bei, dass ich eher abhauen will“, sagte der 30-Jährige jüngst gegenüber der „Bild“-Zeitung. Es war ein Satz, der Florian Kohfeldt sehr gut gefallen haben dürfte.

Bereits in der vergangenen Saison, als der Trainer von der U23 zu den Profis aufgerückt war, avancierte Kruse direkt zu seinem wichtigsten Mann. „Als ich angefangen habe, war Max der Spieler, den wir eigentlich auf der Sechs, der Zehn und dann wieder am Strafraum gebraucht hätten“, sagte Kohfeldt.

Zwar kann sich Kruse dank der gefestigten Strukturen im Team nun wieder verstärkt auf seine Rolle im Sturm konzentrieren, Ausnahmen gibt es aber weiterhin. „Gegen Schalke haben wir ihn wieder weiter hinten in der Spieleröffnung gebraucht. Er ist immer bereit, seine Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Das gefällt mir gut“, sagte Kohfeldt, der sich inzwischen mehr als bestätigt fühlt, Kruse vor der Saison zum Kapitän und damit als Nachfolger von Zlatko Junuzovic ernannt zu haben.

Kohfeldt: „Bei Max Kruse gibt es kein Hintenrum“

„Damals gab es durchaus kritische Nachfragen. Ich kenne ja das Bild, dass die Öffentlichkeit eine zeitlang von Max hatte“, sagte Kohfeldt – und betonte: „Für mich war er aber schon immer ein super Charakter, weil er geradeaus ist. Bei Max Kruse gibt es kein Hintenrum.“ Kein Wunder also, dass der Stürmer auch in der Kabine einer der Wortführer ist. „Er achtet sehr auf Disziplin und nimmt den einen oder anderen Jugendspieler mal unter seine Fittiche“, berichtete Kohfeldt, der auf Kruses Meinung großen Wert legt.

Spätestens nach dem dicken Trainer-Lob dürfte für Max Kruse klar sein, dass Werder (nahezu) alles versuchen wird, um ihn von einem langfristigen Verbleib im Club zu überzeugen. Sportchef Baumann verwies aber auch auf den Wohlfühlfaktor, den Werder dem Spieler bieten könne. „Max merkt doch, wie gut Werder ihm tut“, sagte er und ließ dann noch einen Satz folgen, der so gar nicht nach hektischem Vertragspoker, sondern eher nach der Gewissheit klang, diesen Max Kruse auch in den kommenden Jahren an den Verein binden zu können: „Wir sind sehr optimistisch, dass Max bei uns bleibt.“

Max Kruse: Seine Karriere in Bildern

Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder.
Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder. © Gumz
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld.
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld. © imago
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer.
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer. © imago
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli.
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli. © imago
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg.
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg. © imago
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte.
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte. © imago
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder.
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder. © gumzmedia
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore.
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore. © gumzmedia
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte.
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte. © gumzmedia
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz.
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz. © gumzmedia
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag.
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag. © gumzmedia
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler.
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler. © gumzmedia
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän.
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän. © gumzmedia

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