Werder-Trainer Florian Kohfeldt hätte nichts dagegen, wenn gerade seine Stürmer häufiger treffen würden.
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Werder-Trainer Florian Kohfeldt hätte nichts dagegen, wenn gerade seine Stürmer häufiger treffen würden.

Ein Versprechen für Leipzig, „aber das ist auch ein Langzeitprojekt“

Kohfeldts Plan für mehr Werder-Tore

Bremen - Die Chancen gegen Hoffenheim hätten mindestens für zwei Siege gereicht, doch am Ende gelang Werder nicht mal einer. Nach dem 1:1 gegen 1899 Hoffenheim stellt sich natürlich die Frage: Warum treffen die Bremer das Tor nicht häufiger?

Haben die Stürmer womöglich eine Blockade? Da widerspricht Werder-Coach Florian Kohfeldt energisch, verspricht für das letzte Hinrunden-Spiel am Samstag in Leipzig (15.30 Uhr) Tore und erklärt, wie er seine Angreifer vor dem gegnerischen Kasten besser machen will.

„Ich habe eine große Überzeugung, dass die Jungs die Tore auf Dauer machen werden. Viel wichtiger ist ohnehin, dass wir diese Chancen haben“, betont Kohfeldt. In Panik muss er auch nicht geraten. Nur sechs Teams haben in der Hinrunde bislang häufiger getroffen als die Bremer. Die stehen allerdings auch allesamt in der Tabelle vor Werder (9./26 Tore). Nur Wolfsburg (6./24) und Hertha BSC (25/8.) haben es mit noch weniger Erfolg im Abschluss noch vor das Team von Kohfeldt geschafft.

Werders Stürmer treffen zu selten

Ziemlich klar dürfte sein: Wenn Werder nicht nur weiter gut spielt, sondern das auch in Tore ummünzt, geht es weiter nach oben. Das Hoffenheim-Spiel war der beste Beweis dafür. Und mal wieder hat nicht ein Stürmer getroffen, sondern Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie sorgte für den Ausgleich. Dazu passt: Die Torschützenliste wird mit vier Treffern von Maximilian Eggestein angeführt – einem Mittelfeldspieler. Und fast noch bemerkenswerter: Die 26 Tore verteilen sich auf 14 Spieler.

Das findet Kohfeldt „gut“, aber natürlich hätte er nichts dagegen, wenn gerade die Stürmer häufiger zulangen würden. Einfach nur abzuwarten, ist dabei nicht sein Ding. „Ich bin grundsätzlich schon der Überzeugung, dass das trainierbar ist“, sagt der 36-Jährige: „Aber das ist ein Langzeitprojekt, das kann man nicht in zwei Tagen machen.“ In dieser Woche wurde also nicht wie wild aufs Tor geballert, es wurde nicht mal groß darüber gesprochen. „Sonst reden wir eine Blockade herbei, die wir gar nicht haben“, erklärt Kohfeldt.

Der Torabschluss ist eher ein Dauerthema und wird von zwei Seiten behandelt: psychologisch und handwerklich. Es habe schon einen Grund, warum Sportpsychologe Prof. Andreas Marlovits regelmäßig beim Training und in der Kabine ist, so Kohfeldt: „Das gehört zu unserem Alltag.“ Genauso wie die Arbeit auf dem Rasen. Dabei gehe es um das Freilaufverhalten, das Besetzen des Strafraums – und dann auch ganz direkt um den Torschuss. „Gerade in Eins-gegen-Eins-Situationen vor dem Torwart brauchst du klare Optionen im Kopf“, sagt Kohfeldt: „Wenn du dann erst entscheidest, was du machst, oder auf den Torwart reagierst, dann wird es zeitlich eng. Daran arbeiten wir – gerade mit den jungen Spielern.“

Gemeint sind Josh Sargent, Johannes Eggestein und Milot Rashica, der gegen Hoffenheim kurz vor Schluss zwei hunderprozentige Chancen vergab. Claudio Pizarro würde da mit seinen 40 Jahren und seiner über 1.000-Tore-Erfahrung auch helfen. „Die Jungs reden mit ihm darüber“, sagt Kohfeldt. Gerne hätte er dabei auch Keeper Jaroslav Drobny als Tippgeber gewonnen. „Ich habe ihm gesagt: Erzähl‘ den Jungs, was du machst, das machen doch alle Torhüter gleich.“ Doch der 39-Jährige hätte abgewinkt und auf die Zeit nach seiner Karriere verwiesen.

Werder einziger Bundesligist, der in allen 16 Spielen getroffen hat

Kohfeldt lacht, als er diese „lustige Geschichte“ erzählt. Lockerheit kann bei diesem Thema nie schaden. In der Arbeit selbst ist er dagegen sehr kleinlich, verlangt von seinen Spielern enorme Aufmerksamkeit. „Wir versuchen, uns klare Muster zu erarbeiten“, betont der Coach und nennt ein Beispiel: „Wo muss der Ball hingespielt werden, wenn sich der Stürmer seitlich bewegt? Er muss den Ball in den Vorderfuß, bekommen, damit er den Kontakt nach vorne machen kann.“

Am Ende soll der Ball möglichst im Netz zappeln. In dieser Saison ist das Werder in jedem Spiel gelungen - als einzigem Team der Bundesliga. Deswegen ist es eigentlich auch kein gewagtes Versprechen, wenn Kohfeldt sagt: „Wir werden auch bei RB Torchancen haben und Tore machen. Da bin ich mir recht sicher.“

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