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Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, warnt: „Abstiegskampf bedeutet auch, dass man absteigen kann.“

Werder bereitet sich auf Rückrunde vor

Baumann: Abstiegskampf nicht nur ein böser Traum

Palma – Bis zum 1:6 bei Bayern München hatte es gedauert, ehe die Bosse des SV Werder Bremen auch offiziell eine Kurskorrektur vornahmen. Erst nach diesem niederschmetternden Ergebnis am 15. Spieltag rief Trainer Florian Kohfeldt in Bremen den Abstiegskampf aus.

Bis dahin hatten er und Sportchef Frank Baumann den bösen Begriff vermieden, so gut es ging. Weil das manchmal unglücklich bis unbeholfen und wie eine Leugnung der Realität wirkte, hat sich Werder Bremen damit lange keinen Gefallen getan. Doch das ist vorbei. In den ersten Tagen des neuen Jahres hätten Kohfeldt und Baumann das Wort Abstiegskampf in signalroten Farben an alle Wände sprühen können, so sehr war und ist es das Thema bei den Bremern.

Es passiert aktuell etwas, von dem Außenstehende meinen möchten, dass es nicht nötig sein sollte. Ist es aber. Werder schärft die Sinne für das, was vor dem Team liegt. Sportchef Baumann hat im Trainingslager auf Mallorca einerseits die Gründe dargelegt, die aus seiner Sicht – und der des Trainers – zum Absturz auf Rang 17 geführt haben, er hat aber auch versucht, zu skizzieren, wie Werder jetzt wieder rauskommt aus dem Schlamassel. Und dieser Weg führe in erster Linie durch die Köpfe der Spieler.

Werder Bremen muss klar sein, dass ein Abstieg „passieren kann“

„Wir müssen jeden Spieler in die Verantwortung und die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Wir müssen jedem klarmachen, in welcher Situation wir uns befinden. Das ist in den vergangenen Tagen passiert“, berichtet der 44-Jährige von vielen Gesprächen, denen noch viele weitere folgen werden. Das Ziel ist es, ein klares Bewusstsein für die Gefahr zu schaffen. Baumann: „Abstiegskampf bedeutet auch, dass man absteigen kann. Abstiegskampf ist kein Traum, aus dem man nach zwei Wochen aufwacht und alles ist plötzlich vorbei. Uns muss klar sein, dass es passieren kann.“

Es ist eine Einsicht, die besser spät als nie kommt, möchte man mit Blick auf das Bremer Verhalten bis Mitte Dezember sagen. Aber gut, es ist Vergangenheit, jetzt geht es um Lösungen für das Problem, um Strategien für die Rettung. Baumann sieht vor allem in der kurzen Winterpause eine Chance für Werder Bremen. „Es ist jetzt ein mentaler Neustart für uns. Wir haben zudem die Hoffnung, dass wir nach der Rückkehr einiger Spieler und nach der Vorbereitung, in der wir an den Automatismen auf dem Platz arbeiten können, wieder ein anderes Gesicht zeigen können als in der Hinrunde.“

Werder Bremen: Psychologe Andreas Marlovits auf Mallorca angekommen

Zwar sei Werder mit Platz 17 nach der Hälfte der Saison in „eine unerwartete Situation“ geraten, doch diese Situation ist zu meistern, da ist Frank Baumann überzeugt. „Der Kader“, sagt er, „ist gut genug besetzt, um auf alle Fälle die Klasse zu halten.“ Nach ein oder zwei Verstärkungen sucht der Werder-Ehrenspielführer natürlich trotzdem. Doch viel mehr als auf Namen kommt es auf die Einstellung an, argumentiert Baumann: „Jetzt ist es vor allem wichtig, dass wir die Situation richtig annehmen.“

Die „Kopfarbeit“ mit den Spielern hat übrigens ohne den Team-Psychologen Prof. Dr. Andreas Marlovits begonnen. „In dem Fall hat Florian das mit der Mannschaft besprochen“, erklärt Baumann. Marlovits ist erst am Sonntag, vier Tage nach Trainingsstart, im Vorbereitungscamp auf Mallorca zur Mannschaft gestoßen. So sei es laut dem Sportchef von vornherein geplant gewesen: „Andreas ist trotzdem immer im Austausch mit uns und ist in alles involviert.“ (csa)

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