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Zehn Tage vor dem Startschuss sind auch zehn Personalien noch offen. Werder-Sportchef Frank Baumann hat also noch viel Arbeit vor sich.

Zehn Baustellen zehn Tage vor dem Start

Offene Personalien: Frank Baumann hat noch alle Hände voll zu tun

Bremen - Zehn Tage bleiben noch. Zehn Tage, in denen Werders Sportchef und Geschäftsführer Frank Baumann bis zum selbstgesteckten Ziel noch viel zu erledigen hat.

Eigentlich wollte Baumann bis zum Trainingsstart am 2. Juli die meisten offenen Personalien geklärt haben. „Ein Großteil“ solle dann erledigt sein, hatte Baumann vor vier Wochen gesagt – „sowohl die Neuzugänge als auch die Abgänge betreffend.“ Es sei eben wichtig, dass „man den Stamm bis zum Vorbereitungsstart zusammen hat.“ Doch zehn Tage vor dem Startschuss sind auch zehn Personalien noch offen. Darunter sehr wichtige. Eine Übersicht.

1. Jiri Pavlenka
Werder will den tschechischen Keeper holen, Slavia Prag legt den 25-Jährigen jedoch in Ketten – nur bildlich gesehen natürlich. Pavlenka darf nicht wechseln, weshalb Baumann ein Problem hat. Er soll einen neuen Schlussmann verpflichten, er hat aber außer Pavlenka keinen mehr auf dem Zettel. Nachdem die Optionen Loris Karius (FC Liverpool/Leihe) und Koen Casteels (VfL Wolfsburg) nicht zu realisieren waren, bleibt im Moment nur Pavlenka. Der soll vier Millionen Euro kosten, Werder ist das aber zu teuer. Immerhin: Slavia Prag hat gestern Jan Lastuvka (34) als möglichen Pavlenka-Nachfolger unter Vertrag genommen.

2. Felix Wiedwald
Neueste Entwicklung: Der griechische Erstligist Paok Saloniki hat Wiedwald auf dem Zettel. Der Bremer soll die verletzte Nummer eins Panagiotis Glykos (Kreuzbandriss) ersetzen. Das berichtet „Metrosport.gr“ und fügt der Hängepartie um Wiedwald damit eine weitere Facette hinzu. Dass der 27-Jährige bei Werder bleibt, wenn der Club ihm eine neue Nummer eins vor die Nase setzen sollte, ist beinahe auszuschließen. Und die von Baumann als Möglichkeit gesehene langfristige Vertragsverlängerung mit dem Stammkeeper der Rückrunde wird wohl nur umgesetzt, wenn weder Pavlenka noch sonst irgendwer für die Position zwischen den Pfosten verpflichtet wird. Eine Lösung muss nun her. Es wäre schlecht, wenn Werder dieses heikle Thema mit in die Vorbereitung nimmt.

Bleibt Wiedwald die Nummer eins im Werder-Tor, oder nicht? Diese Frage muss schleunigst geklärt werden.

3. Stürmer verpflichten
Es ist neben der Torhütersuche die Königsaufgabe des Sommers. Werder will einen neuen Strafraumstürmer, Werder braucht einen neuen Strafraumstürmer. Aber offenbar hat sich Werder noch nicht davon erholt, dass sich die Option Davie Selke zerschlagen hat. Es sind derzeit keine Namen von anderen Kandidaten im Umlauf. Dass Baumann hinter diese Aufgabe bis zum Trainingsstart einen Haken machen kann, ist Stand jetzt unwahrscheinlich. Was nahtlos überleitet zur Personalie Claudio Pizarro...

4. Claudio Pizarro
38 Jahre alt, oft verletzt – dennoch mag sich Werder nicht von der Club-Legende trennen. Pizarros Vertrag läuft zwar aus, seinen Abschied hat aber noch niemand verkündet. Grund: die noch erfolglose Suche nach Mister X. Bekommt der einen Namen und ein Gesicht, wird es spannend für Pizarro. Und eng. Von Trainer Alexander Nouri glaubt man, dass er sich nicht mehr für Pizarro stark macht, von Manager Baumann glaubt man, dass er den Freund und ehemaligen Mitspieler nicht im Regen stehen lassen mag. Nicht auszuschließen ist es deshalb, dass sich Pizarro auch ohne Vertrag bei Werder fit hält.

Wie geht es weiter mit Pizarro? Sein Vertrag läuft zwar aus, seinen Abschied hat aber noch niemand verkündet.

5. Aron Johannsson
Auch ein Stürmer, aber eine andere Situation als bei Pizarro. Der Isländer mit US-Pass soll gehen, egal, ob noch jemand kommt oder nicht. Bislang ist aber wenig Bewegung in der Personalie, Baumann spricht nur von den obligatorischen „losen Anfragen“ für Johannsson, der vor zwei Jahren noch 4,5 Millionen Euro gekostet hatte. Wenn er jetzt abgegeben wird, dann nur mit großem Verlust.

6. Thanos Petsos
Auch für den Deutsch-Griechen gibt es nach der Rückkehr vom FC Fulham (ein halbes Jahr ausgeliehen) sportlich keine Verwendung mehr bei Werder. Das Ziel heißt Trennung, das Ziel ist aber noch nicht in Sichtweite. „Es gibt nichts Konkretes“, sagt Baumann.

7. Sambou Yatabare
Es tut sich ‘was! Laut der französischen Sporttageszeitung „L’Equipe“ hat der FC Metz Kontakt zu Werder aufgenommen, um den 28 Jahre alten Mittelfeldspieler auszuleihen. Allerdings hat Baumann von den Franzosen bislang „nichts gehört“. Werder ist fraglos aber mehr als bereit, Yatabare (Vertrag bis 2019) abzugeben. Schon seit dem Herbst vergangenen Jahres ist er nur noch in der U 23 zum Einsatz gekommen. Beim FC Metz spielt seit Jahresbeginn auch Fallou Diagne – ebenfalls auf Leihbasis.

Der französische Erstligist FC Metz soll Interesse an Sambou Yatabare haben.

8. Innenverteidiger holen
Nachschub für die Dreierkette – auch das ist ein klar formuliertes Vorhaben der sportlichen Leitung. Die Riege mit Niklas Moisander, Lamine Sane, Luca Caldirola und Milos Veljkovic soll um einen weiteren Innenverteidiger erweitert werden. Es darf gerne ein junger Mann sein, Erfahrung ist keine Einstellungsvoraussetzung. Gefunden hat Werder trotzdem noch keinen.

9. Lennart Thy
Die Ausleihe zu seinem Ex-Club FC St. Pauli war eine Chance, die jedoch ungenutzt blieb. Thy (25) schlägt in zehn Tagen wieder bei Werder auf. Wie der Club dann mit dem Stürmer verfährt, ist noch nicht besprochen. In der kommenden Woche, so Baumann, wird geklärt, welche Spieler welchen Trainingsgruppen zugeordnet werden – also Profis oder U 23.

10. Levent Aycicek
Mit 1860 München ist er aus der Zweiten Liga abgestiegen, dennoch soll Zweitligist FC Heidenheim Interesse an dem gebürtigen Nienburger gezeigt haben. Mehr wurde aber nicht daraus. Für Spieler wie ihn, Lennart Thy und Thanos Petsos lässt Werder die Möglichkeit offen, dass sie nicht am 2. Juli in Bremen antreten müssen, sondern vorübergehend freigestellt werden, um sich weiter nach neuen Clubs umschauen zu können.

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