Florian Kohfeldt und Frank Baumann von Werder Bremen
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Florian Kohfeldt (li.) wirbt für die Vertragsverlängerung von Frank Baumann als Sportchef des SV Werder Bremen.

Baumanns Vertrag bei Werder Bremen läuft aus

Neuer Vertrag? Werder-Trainer Florian Kohfeldt rührt die Werbetrommel für Sportchef Frank Baumann

Bremen – Natürlich ist er nicht objektiv, kann er ja auch gar nicht sein. Schließlich hat Florian Kohfeldt in der vergangenen Saison in hohem Maße davon profitiert, dass Frank Baumann so ist, wie er ist. Nicht selbstverliebt, sondern selbstlos. Kein Fähnchen im Wind, sondern ein Mast im Sturm. Jedenfalls sieht Kohfeldt es so, und der Coach rührt hinsichtlich einer Vertragsverlängerung von Werder Bremen mit dem Sportchef und Geschäftsführer heftigst die Werbetrommel.

Unterdessen verhält sich der, um den es geht, gewohnt leise. Vertragsverlängerung? „Ich gehe damit sehr entspannt um, habe keinen Stress und keinen Zeitdruck“, sagt Frank Baumann, dessen Zukunft bei Werder Bremen aktuell nicht über den 30. Juni 2021 hinaus geklärt ist. Das Thema steht beim Aufsichtsrat auf der Agenda, soll laut dem Vorsitzenden Marco Bode trotz der sich verzögernden Neuwahl des Gremiums zeitnah angegangen werden.

Wenn es nur nach Florian Kohfeldt ginge, wäre die Sache schon längst erledigt. „Ich glaube, dass es für Werder Bremen extrem sinnvoll und gut wäre, den Vertrag mit Frank zu verlängern. Ich halte ihn für einen hervorragenden Geschäftsführer – und insbesondere für den besten Geschäftsführer für Werder Bremen“, sagt der 38-Jährige. Zwar könnten Aussagen wie diese schnell in die Rubrik „Pflichtgemäße Verbundenheit“ eingeordnet werden. Schließlich hatte Frank Baumann in der tiefen sportlichen Krise der Vorsaison zu Kohfeldt gehalten, nun hält Kohfeldt auch zu Baumann. Aber es ist weit mehr als das. Der Trainer wirbt für eine weitere Zusammenarbeit mit seinem Vorgesetzten, weil er von dessen Arbeit überzeugt ist.

Werder Bremen: Frank Baumann musste viel Kritik einstecken

Intern gilt Baumann, der am Donnerstag seinen 45. Geburtstag feierte, insgesamt als unumstritten. Aber im Umfeld des Vereins gibt es Kritiker. Der Fast-Abstieg im Frühjahr, die Nicht-Verstärkungen im Sommer – beides lasten einige Fans dem mitunter etwas farblos wirkenden Sportchef an. Kohfeldt tut es nicht. Er sagt: „Frank hat einen unglaublich großen Fußballsachverstand, bis hin in die taktische Entwicklung der Mannschaft. Es ist kein Geheimnis, dass ich mich da mit ihm austausche. Das ist der eine große Mehrwert.“ Und der andere seien Baumanns bereits erwähnte Charakterzüge: „Er handelt nie mit dem Gedanken, selber gut dazustehen, sondern immer mit dem Gedanken, dass der Verein und die Leute um ihn herum gut dastehen. Er stellt nie sich in den Vordergrund, sondern immer Werder Bremen.“ Kohfeldt nennt das „eine große Selbstlosigkeit“.

Frank Baumann will bei Werder Bremen weitermachen

Vor allem versteht es Frank Baumann, das eigene in ein gemeinschaftliches Interesse einzuweben. Sein Wunsch, bei Werder Bremen weitermachen zu wollen, formuliert er dann so: „Gerade in schwierigen Zeiten, in denen wir uns nach wie vor befinden, ist es sehr, sehr wichtig, dass wir auf wichtigen Positionen eine gewisse Kontinuität haben.“ Damit meint er sich. Damit meint er aber auch den Aufsichtsrat, der eigentlich am 16. November zur Wahl gestanden hätte, über den aber wegen der besonderen Corona-Bedingungen nun wohl erst im Frühjahr abgestimmt wird. Baumann ist es Jacke wie Hose: „Ich kann nur sagen, dass ich mit dem jetzigen Aufsichtsrat sehr gut zusammenarbeite, aber auch grundsätzlich keine Angst vor einem möglicherweise anders besetzten Aufsichtsrat hätte.“ (csa)

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