Vertragsverlängerung oder Abgang: Wie geht es mit Sportchef Frank Baumann beim SV Werder Bremen?
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Vertragsverlängerung oder Abgang: Wie geht es mit Sportchef Frank Baumann beim SV Werder Bremen?

Bleibt oder geht Werder-Manager Baumann?

Neuer Vertrag oder Abschied: Zukunft von Werder-Sportchef Frank Baumann völlig offen

Bremen – Ab dem 1. Januar macht Frank Baumann das Dutzend voll: Zum zwölften Mal verantwortet er als Sportchef des SV Werder Bremen eine Transferphase. Es könnte seine letzte sein, denn am 30. Juni läuft sein Vertrag beim Zweitligisten aus. Deutete zuletzt einiges darauf hin, eine Verlängerung sei nur noch Formsache, so erfuhr die DeichStube nun: In der Personalie Baumann ist alles völlig offen. Der Aufsichtsrat hat sich ebenso wenig entschieden wie Baumann selbst. Doch nun wird es ernst. Der Aufsichtsrat tagt nicht nur an diesem Freitag, sondern auch nächste Woche. Sollte Baumann dabei mit einem Rückzug nicht selbst Fakten schaffen, wird ein Ergebnis beim Thema Sportchef allerdings erst im Laufe des Januars erwartet.

„Ich persönlich würde mich freuen, wenn Frank Baumann Werder Bremen wieder in die Erfolgsspur führen würde“, hatte Aufsichtsratschef Marco Fuchs unlängst der „Bild“-Zeitung gesagt und zudem verkündet: „Es gibt im Moment keinen aktiven Plan B.“ Zusammen sorgte das für ein deutliches Signal: Werder will mit Baumann verlängern. Das war schon etwas verwunderlich. Denn nur wenige Tage zuvor hatte das neue Aufsichtsratsmitglied Dirk Wintermann die Arbeit von Baumann gerade in der kurzfristigen Trainersuche zwar ausdrücklich gelobt, aber gegenüber der DeichStube auch betont, dass es in dieser Personalie noch keine Tendenz geben würde.

Was ist denn nun richtig? Beides! Fuchs war schon immer ein Fan von Baumann. Nicht nur der Unternehmer aus Bremen schätzt an dem Ex-Profi vor allem dessen akribische Arbeit, Loyalität und Unaufgeregtheit. Schon im vergangenen Sommer soll er sich deshalb gemeinsam mit dem damaligen Aufsichtsratschef Marco Bode, Axel Plaat und Andreas Hoetzel trotz des Abstiegs für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Baumann ausgesprochen haben. Angeblich gegen den Willen von Kurt Zech und Thomas Krohne. Dieses Duo hat wenig später genauso wie Bode und Hoetzel seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat des SV Werder Bremen verkündet. Als Nachfolger wählten die Mitglieder Dirk Wintermann, Harm Ohlmeyer, Florian Weiß und Ulrike Hiller. Den Vorsitz übernahm Fuchs, der genauso wie Plaat weiterhin direkt vom Verein in den Aufsichtsrat entsendet wird.

Werder Bremen: Keinen Plan B für Sportchef Frank Baumann? Problematische Aussage von Marco Fuchs

Mit der neuen Rolle ist der 59-Jährige allerdings nicht wirklich glücklich, weil er lieber im Hintergrund agiert. Nun muss Fuchs aber für das Gremium sprechen und hat dabei offenbar unterschätzt, welche Wirkungen seine öffentlichen Aussagen haben. Sein Fingerzeig in Sachen Frank Baumann hat die Kollegen überrascht. Schließlich war vereinbart worden, ergebnisoffen in die Gespräche mit Baumann zu gehen. Ärger gibt es deshalb aber nicht, denn das Vorgehen von Fuchs wird als gut gemeinte Rückendeckung für den kritisch beäugten Baumann angesehen und nicht als bewusste Einflussnahme.

Etwas problematischer ist da schon die Fuchs-Aussage, es würde keinen Plan B geben. Das wirkt nach außen wenig professionell und erinnert an den vergangenen Sommer. Da durfte Baumann auch deshalb bleiben, weil Werder Bremen dringend Spieler verkaufen musste und dafür kurzfristig kein neuer Sportchef verpflichtet werden konnte. Denn mit einem möglichen Nachfolger hatten sich Bode und Co. nie ernsthaft beschäftigt. Nun wurde dem Vernehmen nach zumindest schon über erste mögliche Kandidaten gesprochen, um besser vorbereitet zu sein. Das Problem: Der neue Aufsichtsrat ist erst seit Mitte Oktober im Amt und ihm fehlt die fußballerische Kompetenz. Kein Mitglied war selbst Profi, Trainer oder Manager. Deswegen wird auch schon darüber diskutiert, wie die konkrete Suche nach einem Baumann-Nachfolger geregelt werden kann. Es ist durchaus denkbar, dass sich externe Hilfe geholt wird.

Vertragsverlängerung? Zukunft von Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann völlig offen!

Vielleicht ist das aber auch hinfällig. Und das liegt allein an Frank Baumann. Sein Ansehen ist auch beim neuen Aufsichtsrat immer noch sehr hoch. Gut möglich, dass er mit einem Konzept überzeugt und dafür eine Vertragsverlängerung bekommt. Oder er verkündet seinen Rückzug. „Man muss für sich bewerten, was einem wichtig ist, ob man weitermachen oder mal etwas Neues machen will“, hatte der 46-Jährige vor einigen Wochen in einem Interview mit der DeichStube gesagt und sich folgende Fragen gestellt: „Kann ich noch etwas bewegen? Gibt es in den Gremien noch das Verständnis, für was Werder meiner Meinung nach stehen sollte? Wie viel Kritik gibt es wirklich, wie viel muss man ertragen?“ Antworten darauf habe er angeblich noch nicht gefunden, teilte Baumann kürzlich auf Nachfrage mit. Mehr will sich der Ex-Profi zu dem Thema aktuell nicht äußern und sich dafür auf das letzte Spiel vor der Winterpause konzentrieren.

Vom Aufsichtsrat gibt es nach dem Fuchs-Interview ebenfalls keine neuen Aussagen mehr. Niemand will den anstehenden Sitzungen vorgreifen. Nun soll erst mal intern mit Frank Baumann diskutiert werden, um dann zu einer Lösung zu kommen. Fest steht nur: Baumann wird sich auch in seiner zwölften Transferperiode als Sportchef für Werder Bremen voll reinhängen. Denn er wird weder den Club hängen lassen noch vorher beurlaubt werden. Dafür sind sich alle Beteiligten viel zu grün(-weiß). (kni) Lest auch: Berner Christian Fassnacht frustriert über geplatzten Wechsel zu Werder Bremen - neuer Anlauf im Winter?

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