GER, 1.FBL, Pressekonferenz Werder Bremen
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Sportchef Frank Baumann: Es ist kompliziert.

Die komplizierte Rechnung bis zur Rettung

37, 39, 40 - wann ist es genug?

Bremen - Frank Baumann hat da vor einigen Wochen einen Satz gesagt, der damals schon ziemlich bemerkenswert war – und der es heute noch viel mehr ist: „Wir brauchen noch fünf Siege, um uns zu retten.“

Werder hatte wenige Tage vor der Aussage seines Sportchefs glücklich mit 2:1 beim VfL Wolfsburg gewonnen und sein Punktekonto dadurch auf 22 aufgestockt. „Noch fünf Siege“ – das hieß nichts anderes als: Mit 37 Punkten sind wir durch. 

Mittlerweile haben die Bremer Profis gegen Darmstadt und Leipzig schon zwei der geforderten Erfolge verbucht, dazwischen haben sie zudem einen Punkt in Leverkusen geholt. Macht aktuell 29 Zähler, und das ist ein Wert, der Werder vor dem Re-Start der Liga nach den Länderspiolen Mut machen sollte – eigentlich. 

Seit der Wiedereinführung der Relegation in der Saison 2008/09 ist am Ende noch nie eine Mannschaft auf dem Relegations- oder gar einem Abstiegsplatz gelandet, die nach 25 Spieltagen 29 Punkte gesammelt hatte. 

Stellvertretend, zum Vergleich: Die späteren Relegationsteilnehmer Cottbus (2008/09), Hertha (2011/12), Hoffenheim (2012/13) und Frankfurt (2015/16) hatten es nach 25 Spieltagen gerade einmal auf 20, 23, 19 beziehungsweise 24 Punkte gebracht. 

In diesem Jahr ist alles anders

Das Problem ist nur: In diesem Jahr ist alles anders. Neben dem Tabellen-13. Werder haben auch Mainz (12.), Augsburg (14.) und Wolfsburg (15.) bereits 29 Punkte eingefahren, und die Wahrscheinlichkeit ist trotzdem nicht eben gering, dass am Ende eine dieser Mannschaften gegen den Dritten der Zweiten Liga antreten muss. 

Wäre jetzt Schluss, müsste zwar der HSV mit 27 Punkten (mal wieder) in die Relegation – Werders Nordrivalen ist es nach dessen jüngsten Leistungen aber durchaus zuzutrauen, dass er noch einige Plätze gutmacht. 

Für Alexander Nouri verbietet sich wegen der sehr speziellen Tabellensituation jeder Seitenblick auf das, was mal war und das, was vielleicht sein könnte. „Es ist einfach extrem eng und unser Weg zum Klassenerhalt noch lang“, sagt er. Zugegeben, Ingolstadt (19 Punkte) und Darmstadt (15) sind auf den direkten Abstiegsplätzen abgeschrieben, wenn nichts Unvorstellbares mehr passiert. 

Nicht auf Baumann’sche Rechnung setzen

Davor ist der Tabellenkeller aber so punktstark wie noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Saison – womit wir wieder bei Frank Baumann und dessen 37-Punkte-Rechnung wären. Zum einen liegt Werders Sportchef mit seiner Prognose mit großer Wahrscheinlichkeit richtig, denn seit Einführung der Drei-Punkte-Regel gab es nur zwei Spielzeiten, in der 37 Punkte am Ende nicht zum Klassenerhalt gereicht hätten oder reichten. 

1997/98 rettete sich Gladbach mit 38 Zählern – punktgleich mit Absteiger Karlsruhe. Ein Jahr später stieg Nürnberg mit 37 Punkten ab, weil die punktgleichen Frankfurter das bessere Torverhältnis hatten. Darauf verlassen, dass die Baumann’sche Rechnung am Ende aufgeht, sollte sich Werder aber nicht, denn wenn die Konkurrenz so weiterpunktet, könnte es am Ende tatsächlich die „magischen“ 40 Punkte brauchen. „Damit“ sagte Baumann gestern, „bleibt man aber ganz sicher drin. Davon bin ich überzeugt.“

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