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Kommt Jiri Pavlenka an die Weser? Werder-Sportchef Frank Baumann hat den Kampf um den Torhüter noch nicht aufgegeben.

Machtwort aus Prag, Widerworte aus Bremen

Baumann im Poker um Keeper Pavlenka: „Wir sind da weiter dran“

Das Machtwort kam aus Prag, die Widerworte aus Bremen: Im Poker um Torhüter Jiri Pavlenka (25) von Slavia Prag gibt es bei den Parteien unterschiedliche Auffassungen über den Stand der Verhandlungen.

Während Slavia-Chef Jaroslav Tvrdik mit deutlichen Worten einen Schlussstrich unter die Gespräche zog, wähnt sich Werder-Sportchef Frank Baumann nach wie vor in einem positiven, zielführenden Prozess. „Wir sind da weiter dran“, sagte er gegenüber der DeichStube.

Tatsächlich? Jaroslav Tvrdik hat den Bremern im Gespräch mit tschechischen Medien quasi die Tür vor der Nase zugeschlagen, indem er das Werder-Angebot für Pavlenka als „so absurd, dass wir darüber nicht einmal verhandeln möchten“, bezeichnete. Das war einerseits deutlich, andererseits ist die Interpretation, dass damit alles gelaufen sei, falsch, meint Baumann. Von einem Ende der Gespräche weiß er nichts, „mein Stand ist da ein anderer“. Nämlich der, dass Werder noch Bieter ist.

Baumann will bei Pavlenka nicht locker lassen

1,8 Millionen Euro sollen die Bremer angeblich bereit sein, für Nationaltorhüter Pavlenka auf den Tisch zu legen. Slavia Prag fordert aber vier Millionen Euro und lässt im Poker jetzt die Muskeln spielen. „Jiri Pavlenka hat einen gültigen Vertrag und bleibt“, verkündete Tvrdik. Pavlenka habe diese Entscheidung zwar „schwer aufgenommen“, so Tvrdik, „aber wir wollen keine Durchgangsstation für Spieler sein. Unsere Strategie ist es, Spieler mindestens zwei Jahre bei uns zu haben.“

Pavlenka kam im Januar 2016 zu Slavia und wäre laut Tvrdik nur dann verkäuflich, wenn ein „unwiderstehliches Angebot“ auf den Tisch käme. Dass Werder dieses Angebot aus Sicht der Tschechen nicht geliefert hat, dürfte nach Tvrdiks Aussagen klar sein. Baumann stellt aber auch heraus, dass die Kluft – anders als im Fall Davie Selke und RB Leipzig – durchaus überbrückbar erscheint: „Es ist definitiv noch nicht der Punkt erreicht, dass wir das Thema beenden.“

Dass Jiri Pavlenka zu Werder Bremen wechseln will und das auch offen kommuniziert hat („Für mich ist das eine große Chance“), wurde von Slavia Prag zwar zur Kenntnis genommen, Einfluss auf die Entscheidung des Clubs hat der Wille des Spielers aber nicht, sagte Tvrdik: „Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass der Verein Vorrang vor den Interessen des Einzelnen hat

Slavia hat schon einen Nachfolger gefunden

Slavia steht vor einer historischen Chance auf die Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase, und wir wollen den Meistertitel verteidigen.“ Dabei soll Pavlenka helfen. Später – und damit ist wohl der Zeitraum in einem in einem oder zwei Jahren gemeint – könne der Torhüter immer noch wechseln. Tvrdik: „Ich bin überzeugt, dass Jiri Pavlenka ein so guter Torhüter ist, dass dies nicht das letzte Angebot dieser Art war.“

Ziemlich sicher legt Werder noch nach. Die Bremer haben den 1,96 Meter großen Pavlenka fest eingeplant, um ihn entweder in den Konkurrenzkampf mit Felix Wiedwald zu schicken oder zur festen Nummer eins zu machen. Zuletzt hieß es, bei Slavia müsse der chinesische Investor noch das Okay für einen Wechsel geben. Zudem hat der tschechische Champion in Jan Lastuvka (34) bereits einen Nachfolger gefunden.

Und Wiedwald? Der 27-Jährige verhält sich im Moment still, prüft aber im Hintergrund alle sich bietenden Optionen. Bislang ist nur das Interesse des FC Nantes aus Frankreich sowie das von englischen Zweitligisten bekannt.

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