Werder-Sportchef Frank Baumann ist mit der Anhäufung von Schiedsrichter-Fehlentscheidungen gegen den SV Werder Bremen in den vergangenen Wochen nicht einverstanden.
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Werder-Sportchef Frank Baumann ist mit der Anhäufung von Schiedsrichter-Fehlentscheidungen gegen den SV Werder Bremen in den vergangenen Wochen nicht einverstanden.

Ärger über Schiedsrichter-Entscheidungen

Wird der SV Werder Bremen benachteiligt? Frank Baumann findet schon

Bremen – Während Werder Bremen gegen den FC Bayern vergeblich hofft, schon nach 20 Minuten in Überzahl zu spielen, weil ein Münchner rotwürdig gefoult hat, darf sich Fortuna Düsseldorf in Leipzig trotz eines vorangegangenen Fouls über den Anschlusstreffer freuen. Am 32. Spieltag hatten auch die Schiedsrichter Einfluss auf den Abstiegskampf.

Nicht zum ersten Mal in den vergangenen Wochen, wie Werder-Sportchef Frank Baumann findet: „Es gab schon einige klare Fehlentscheidungen, die uns Tore und Punkte gekostet haben. Das hat uns gegenüber der Konkurrenz durchaus benachteiligt.“

Die DeichStube hat vor dem Spiel des SV Werder Bremen bei Mainz 05 mal nachgeschaut, wie oft Werder und Fortuna Düsseldorf als ärgster Bremer Konkurrent im Abstiegskampf seit dem Re-Start der Bundesliga Mitte Mai von kniffligen Entscheidungen betroffen waren.

Aufstellung: Mit dieser Startelf könnte Werder Bremen gegen Mainz 05 auflaufen!

Werder Bremen

28. Spieltag: Werder - Mönchengladbach 0:0.

19. Minute: Gladbachs Christoph Kramer bringt Davy Klaassen im Strafraum mit einem – wenn auch unglücklichen – Tritt zu Fall. Weder Schiedsrichter Manuel Gräfe noch der Video-Assistent reagieren, dabei sind die Bilder eindeutig. Gräfe behauptet im Disput mit Werder-Coach Florian Kohfeldt, der Tatort sei außerhalb des Strafraums gewesen und Klaassen schon vorher zu Boden gesunken.

29. Spieltag: Schalke - Werder 0:1.

51. Minute: Der bereits verwarnte Schalker Weston McKennie räumt Yuya Osako mit dem Ellenbogen vorweg ab. Schiedsrichter Felix Zwayer verzichtet nicht nur auf eine mögliche Rote Karte, sondern auch auf eine Gelbe und damit sogleich auf die Ampelkarte. Der Video-Assistent schaltet sich nicht ein, was bei dem rotwürdigen Foul möglich gewesen wäre. Schalke muss nicht in Unterzahl dem 0:1 hinterherlaufen.

78. Minute: Diesmal wird Osako im Luftduell mit Sane zu Boden geschickt. Wieder bleibt die Pfeife stumm, der Video-Assistent auch, es gibt keinen Elfmeter, keine Vorentscheidung vom Punkt und kein besseres Bremer Torverhältnis.

Nachholspiel: Werder - Frankfurt 0:3.

60. Minute: Andre Silva köpft das 1:0 für die Gäste. Das Foul von Hasebe an Osako, das zuvor im Mittelfeld zum Frankfurter Ballgewinn geführt hat, bleibt auch nachträglich von Schiedsrichter Patrick Ittrich und dem Video-Assistenten ungeahndet.

30. Spieltag: Werder - Wolfsburg 0:1.

38. Minute: Wolfsburgs Xaver Schlager bekommt beim Stand von 0:0 nach einem Schuss von Maximilian Eggestein aus kurzer Distanz den Ball im Strafraum an die Hand. Nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten gibt Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus keinen Elfmeter. Das ist nicht falsch, aber solche Situationen wurden in dieser Saison auch schon anders bewertet.

32. Spieltag: Werder - Bayern 0:1.

19. Minute: Es steht noch 0:0. Alphonso Davies tritt nach einem Zweikampf mit Leonardo Bittencourt nach. Schiedsrichter Harm Osmers verfolgt die Szene nur im Augenwinkel, begnügt sich mit einer Gelben Karte für den Bayern-Profi. Der Video-Assistent schaltet sich trotz einer offensichtlichen Tätlichkeit nicht ein. Werder darf erst nach der Ampelkarte für Davies ab der 79. Minute in Überzahl spielen und verpasst nur knapp den Ausgleich.

Fortuna Düsseldorf

30. Spieltag: Düsseldorf - Hoffenheim 2:2.

9. Minute: Rote Karte für Hoffenheims Benjamin Hübner. Schiedsrichter Sören Storks und auch der Video-Assistent erkennen nicht, dass der Düsseldorfer Kaan Ayhan die Tätlichkeit quasi selbst vornimmt, indem er sich Hübners Hand durchs Gesicht zieht.

76. Minute: Umstrittener Elfmeter für Düsseldorf, den Rouwen Hennings zum 2:2 nutzt. Erik Thommy war in einem Zweikampf mit Havard Nordtveit auffällig leicht zu Boden gegangen. Der Video-Assistent empfiehlt keine Überprüfung.

32. Spieltag: Leipzig - Düsseldorf 2:2.

8. Minute: Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier trifft erst die Wade von Kevin Kampl, dann den Ball. Schiedsrichter Manuel Gräfe entscheidet auf Ecke und nicht auf Strafstoß. Der Video-Keller belässt es dabei.

87. Minute: Düsseldorfs Kenan Karaman stößt und tritt Gegenspieler Dayot Upamecano im Strafraum um. Schiri Gräfe findet es völlig okay und gibt den unmittelbar folgenden 1:2-Anschlusstreffer von Steven Skrzybski. Der Video-Assistent greift nicht ein. Kurz darauf schafft die Fortuna noch den Ausgleich. (kni)

Zur letzten Meldung vom 4. Juni 2020:

Foul an Yuya Osako: Werder-Coach Florian Kohfeldt erst sauer, dann milde

Foul oder nicht Foul an Yuya Osako? Das war die Frage bei einer vielleicht spielentscheidenden Szene bei der 0:3-Heimpleite des SV Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt.

Hatte sich Florian Kohfeldt während der Partie noch lautstark über die Entscheidung von Schiedsrichter Patrick Ittrich gegen Yuya Osako aufgeregt, präsentierte sich der Trainer des SV Werder Bremen anschließend als fairer Verlierer, was gerade im Abstiegskampf alles andere als selbstverständlich ist.

Werder Bremen: Foul an Yuya Osako ein Knackpunkt des Spiels gegen Eintracht Frankfurt

Was war passiert? Vor dem Frankfurter Führungstreffer durch Andre Silva (60.) kam es auf Höhe der Mittellinie zu einem Zweikampf zwischen Yuya Osako und dessen Landsmann Makoto Hasebe. Der Frankfurter spitzelte Osako von hinten den Ball weg, traf den Bremer dabei aber allerdings zuerst am Fuß, sodass dieser zu Fall kam. Die Eintracht hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn Schiedsrichter Ittrich auf Freistoß für Werder Bremen entschieden hätte und damit das anschließende Tor zum 0:1 nicht gegeben hätte. Tat er aber nicht.

Das hatte Werder-Trainer Florian Kohfeldt auf dem Platz auf die Palme gebracht: „Das ist ein klares Foulspiel an Osako!”, wetterte er in Richtung des Schiedsrichtergespanns. Im Sky-Interview nach dem Spiel schlug Kohfeldt - angesprochen auf die Yuya Osako-Szene - dann mildere Töne an: „Er trifft ihn, er trifft den Ball – sowas wird gepfiffen, sowas wird nicht gepfiffen. Der Schiri hat sich dazu entschieden, es nicht zu pfeifen. Wahrscheinlich gibt es Momente, wo das gepfiffen wird, aber ich finde es wichtig, dass er es sich nicht noch einmal anguckt, da bleibe ich meiner Linie treu.” 

Werder Bremen: Das sagt Florian Kohfeldt zum Foul an Yuya Osako

Der Coach des SV Werder Bremen wünscht sich, dass der Video-Assistent so wenig wie möglich zum Einsatz kommt und nur bei ganz klaren Fehlentscheidungen eingreift. Und bei Sky urteilte Florian Kohfeldt: „Es war keine klare Fehlentscheidung.” In erster Linie hätte sein Team vor dem 0:1 „anders verteidigen müssen. Da muss sich keiner rausreden”. (mwi)

Letzte Meldung vom 30. Mai 2020:

Nach üblem Foul an Werders Yuya Osako: Hamann fordert Sperre für Schalkes Weston McKennie

Yuya Osako stand noch gar nicht lange für Werder Bremen auf dem Platz - sechs Minuten, um genau zu sein - da machte es auch schon Rumms! Da kam Weston McKennie von links mit Tempo angerauscht und streckte den Japaner mit dem Ellenbogen zu Boden (51.).

Es war am Samstagnachmittag die mit Abstand unschönste Szene während Werder Bremens Gastspiel beim FC Schalke 04. Ein Wirkungstreffer gegen Yuya Osako, der für Weston McKennie allerdings folgenlos blieb, im Nachgang dann aber für reichlich Diskussionsstoff sorgte.

Werder Bremen gegen Schalke: Weston McKennie teilt gegen Yuya Osako aus

Schiedsrichter Felix Zwayer hatte es nach dem rüden Einsteigen des 21-jährigen Schalkers bei einer letzten Ermahnung belassen, Weston McKennie kam damit mehr als glimpflich davon. Schließlich hatte er im ersten Durchgang nach einem Foul an Marco Friedl bereits Gelb gesehen (44.) - und hätte sich nach der Szene mit Yuya Osako auch über glatt Rot nicht beschweren dürfen. Während es die Verantwortlichen des SV Werder Bremen vermieden, die letztlich nicht spielentscheidende Szene, die Osako zudem unverletzt überstanden hatte, zu kommentieren, fand Sky-Experte Dietmar Hamann deutliche Worte.

„Brutale Szene“ an Yuya Osako von Werder Bremen - VAR greift nicht ein

„Das ist eine brutale Szene, die mindestens eine zweite Gelbe Karte und damit einen Platzverweis hätte nach sich ziehen müssen“, sagte der Ex-Profi - und betonte: „Da muss der Videoschiedsrichter (VAR) zwingend eingreifen.“ Genau das war jedoch nicht geschehen. „Ich finde, das sollte eine mehrwöchige Sperre nach sich ziehen, weil er die Gesundheit des Spielers leichtfertig aufs Spiel setzt“, sagte Dieter Hamann. „Da steckt vielleicht auch ein bisschen Frust mit dahinter, aber das ist keine Entschuldigung.“

Schalke-Trainer David Wagner hatte übrigens umgehend erkannt, dass Weston McKennie und seine Mannschaft großes Glück gehabt hatten: Vier Minuten nach dem Foul an Osako nahm er seinen akut gelb-rot-gefährdeten Profi im Spiel gegen Werder Bremen vom Platz. (dco)

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Fraglich bleibt dennoch, was die Wende der Grün-Weißen am Ende wert sein wird. Denn eine erneute Wende im Abstiegskampf wäre für Werder Bremen das Ende.

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